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27.02.2012
Mit billigem Baugeld zum Eigenheim
Trend: Betongold statt Wertpapiere

Selten in Deutschland | FOTO: DPA

Frankfurt (nw). Kredite fürs Eigenheim sind zurzeit so billig wie selten in Deutschland. Gleichzeitig stellt die Bundesbank allerdings eine deutliche Verteuerung von Immobilien im vergangenen Jahr fest. Angesichts der Euro-Krise, dem Auf und Ab an den Börsen und aus Angst vor einer zunehmenden Inflation legen aber viele Menschen ihr Geld lieber in "Betongold" an, statt es in Wertpapiere zu investieren.

Warum lohnt sich derzeit der Kauf oder Bau eines Hauses besonders?

Bauherren und Hauskäufer zahlen für Darlehen bei einer Laufzeit von zehn Jahren derzeit laut Finanzportal FMH gerade einmal gut drei Prozent Zinsen. Selbst Kredite mit 20 Jahren Zinsbindung bieten zahlreiche Banken für weniger als vier Prozent Zinsen an. Auch wenn die Preise zuletzt ein wenig angezogen haben, sind Immobilien zudem im Zehn-Jahres-Vergleich laut Statistischem Bundesamt in Wiesbade noch vergleichsweise günstig.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein. Die Verbraucherzentrale Bayern rät, vor allem auf den sogenannten effektiven Jahreszins für Darlehen zu schauen.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter. Dafür können Bauherren und Käufer Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern immer aktuelle Zinskonditionen. Zahlen des Vergleichsportals Biallo zufolge sind einige Regionalinstitute beim Baugeld sogar günstiger als Billiganbieter wie Direktbanken. Der Vergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist beispielsweise nach zehn Jahren ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

Im allgemeinen werden feste monatliche Kreditraten vereinbart. Baukredite geben meist aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Hauspreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft ziemlich happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen zum Beispiel für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Tilgungsraten von Krediten können zum Teil von der Steuer abgesetzt werden. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesterns staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.



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