Bielefeld. Was kann ein ehemaliger Fußball-Schiedsrichter der Gesellschaft schon mit auf den Weg geben? Einiges – wie der Schweizer Urs Meier Donnerstagabend in der Bielefelder Stadthalle den rund 500 Zuhörern versichert.
Impulsgeber 2012
Die weiteren Termine der Impulsgeber-Reihe 2012:
- 14. Juni: Christian Blümelhuber, "Marketing ist Porno";
- 28. Juni: Martin Limbeck, "Das neue Hardselling";
- ´5. Juli: Thomas Wessinghage, "Faszination Olympia";
- 23. August: Cristián Gálvez, "Persönlichkeit schafft Wirkung";
- 20. September: René Borbonus, "Die Kraft der Rhetorik";
- 25. Oktober: Thorsten Havener, "90 Minuten, die Ihr Leben verändern können".
Mehr Infos und Buchung unter Tel. (0 81 61) 9919-0 und im Netz: www.nw.unternehmen-erfolg.de
Der 53-Jährige gehörte zu seiner aktiven Zeit zu den besten Schiedsrichtern der Welt. 1977 griff er das erste Mal zur Pfeife, ab 1994 sogar für den Weltfußballverband (FIFA). Bei der Weltmeisterschaft 2002 leitete Meier das Halbfinale zwischen Südkorea und Deutschland (0:1) und zeigte Michael Ballack eine folgenreiche gelbe Karte. Ballack hatte nach einem Fehler von Carsten Ramelow einen Südkoreaner von den Beinen geholt. So etwas nennt man ein taktisches Foul.
Dumm nur für Ballack, dass es seine zweite gelbe Karte in der Finalrunde war. Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalelf durfte im Endspiel gegen Brasilien nicht mitmachen, und Deutschland verlor dort mit 0:2. "Ballack musste so handeln, sonst hätte Südkorea die Führung erzielt", sagt Meier. Wie bitte? "Dass er für das Endspiel gesperrt sein würde, war ihm nicht sofort klar. Ballack hat sich für die Mannschaft geopfert, und das gehört zu einer Führungskraft dazu."
In seinem Vortrag geht es um Führung und um Entscheidungen. Und es gebe Parallelen zwischen Sport und Wirtschaft. "Keine Entscheidung zu treffen ist auch eine Entscheidung. Wichtig ist nur zu wissen, dass wir auch dafür verantwortlich sind", erklärt der Schweizer, der seine Pfeife 2004 nach 883 geleiteten Spielen an den Nagel hing. Wichtig ist Meier die Vokabel "geleitet", denn "Pfeifen kann jeder", sagt er, nur zur Leitung eines Fußballspieles brauche es eben mehr. Und das gelte auch für Führungspersonal, das andere Menschen leitet.
Meier nennt beispielhaft Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn oder seinen berühmten Schiri-Kollegen Pierluigi Collina, die authentisch geblieben sind, was eine positive Eigenschaft sei. "Man muss auch lernen, die Menschen zu mögen", sagt Meier. Das klingt stark für einen Sportler, dem in seiner Karriere reichlich Hohn, Spott und Kritik um die Ohren flog, und der die meiste Zeit zwischen den Fronten verbrachte.