Gütersloh (mika). Ulrike Detmers hatte sich viel vorgenommen für das "amerikanisch-deutsche Managementgespräch": Welche Managementkultur ist erfolgreicher - die deutsche, die amerikanische, oder eine ganz andere? Solchen Fragen spürte die Wirtschaftsprofessorin und Mitgesellschafterin der Großbäckerei Mestemacher in einer Podiumsdiskussion mit international erfahrenen Managerinnen (und einem Manager) nach.
Schlichte Antworten gab es nach knapp anderthalb Stunden wie erwartet nicht. Immerhin gab es prägnante Aussagen, etwa von Birgit A. Behrendt, die in der Ford-Zentrale in Dearborn Chefeinkäuferin für Amerika ist. Was Amerikaner und Deutsche verbinde, seien Disziplin, Geradlinigkeit und Erfolgsorientierung, so Behrendt. Doch während den Deutschen nachgesagt werde, das Glas gern halb leer zu sehen und nach Fehlern zu suchen, stellten Amerikaner vor der Kritik das Positive heraus. Positive Grundhaltung werde im Bildungssystem vermittelt: "Das hat nichts mit Naivität oder Kritiklosigkeit zu tun."
Zurückhaltend wurde Behrendt, Mestemacher-Managerin des Jahres 2010, etwa bei Fragen nach dem Wesen asiatischer Verhandlungspartner - das sei "schwer zu verallgemeinern". Westliche Manager müssten aber lernen, dass alles viel Zeit brauche: "Nichts wird in einem Gespräch geregelt." So seien in China oft Nachverhandlungen üblich. Wichtig sei es, den Partner stets gut aussehen zu lassen.
Einig war sich die Runde über die absehbare Verschmelzung der Wirtschaftskulturen. Die Musik spiele künftig nicht in Asien, Amerika oder Europa, sondern es entstehe ein "globales Orchester" in einem globalen Wirtschaftsraum.
Dabei herrscht in vielen Dingen bisher wenig gegenseitiges Verständnis, wie Angelika Dammann, Managerin des Jahres 2011, hervorhob. Deutscher Kündigungsschutz etwa stoße im Ausland auf Kopfschütteln: "Wir müssen in Deutschland schneller und flexibler werden."








