Bielefeld. Erstmals hat die Bielefelder Gildemeister AG zu ihrer Hausmesse auch ausländische Fachbesucher aus Tschechien, den Benelux-Ländern, Polen, Russland und China eingeladen. Neben Maschinen - darunter eine erste gemeinsam mit dem japanischen Partner Mori Seiki entwickelte Neuheit - zeigt der Werkzeugmaschinenbauer am Stammsitz auch seinen neuen Solarpark.
Neue Batterien
- Die Hausmesse zeigt auch die neue stationäre Großbatterie Cell-Cube FB 200-400, die in zwei großen Seecontainern untergebracht ist. Sie biete eine Speicherkapazität von 400 Kilowattstunden.
- An einer Tankstelle steht eine kleinere Batterie. Dort wird der Elektro-Golf von VW mit selbst produziertem Strom betankt.
Vorstandschef Rüdiger Kapitza setzt weiterhin auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien, auch wenn die Sparte Energy Solutions 2011 mit einem Verlustbeitrag von 42,9 Millionen Euro (Umsatz: 98,3 Mio. Euro) enttäuscht hatte. Kapitza betonte bei der Eröffnung der Hausmesse, die bis zum 23. Juni dauert: "Wir glauben an diese Branche." Das Geschäftsmodell der Sparte Energy Solutions, sei "geschärft" worden. Die von Gildemeister entwickelten SunCarrier, WindCarrier und Batterien sollen künftig an gewerbliche Unternehmen verkauft werden. Der Fokus liegt mit der Neuausrichtung auf ganzheitlichen Energielösungen zur Erzeugung, Speicherung und Anwendung für den Eigenverbrauch von Industriebetrieben.
Mit dem neuen Solarpark, der bis Anfang September fertiggestellt sein soll, will Gildemeister sein Konzept eindrucksvoll vorstellen. Elf SunCarrier 22 - einer kann mit bis zu elf Solarflügeln mit nur einem Motor der Sonne nachgeführt werden - und 73 kleinere Sollarflügelsysteme werden hier installiert. Zusammen mit den bereits auf dem Firmengelände installierten 3 großen SunCarriern und zwei Flügelsystemen sollen von September an jährlich insgesamt rund 750.000 Kilowattstunden Strom (knapp ein Megawatt) für den Eigenverbrauch produziert werden. "Bei den jetzigen Strompreisen der Stadtwerke von 13 Cent pro Kilowattstunde sparen wir damit jährlich 500.000 Euro. Das sind 10 Prozent unserer Stromkosten", sagt Kapitza.
Sparen mit dem neuen Park
Insgesamt drei Millionen Euro investiert Gildemeister in den neuen Solarpark, der auf einem alten Brachgelände entsteht. Die Kosten würden sich nach sechs Jahren amortisiert haben - "bei steigenden Strompreisen noch früher". Zusätzliche Energiesparmaßnahmen drückten die Stromkosten um weitere 300.000 Euro. "Ab dem siebten Jahr sparen wir damit jährlich insgesamt 800.000 Euro."
Für Industriebetriebe in Indien, China oder Russland, die häufig unter Stromausfällen litten, sei die eigene Stromerzeugung ein großes Thema. Subventionen lehnt Kapitza hierzulande ab. Der Staat solle stattdessen durch Steuerermäßigungen Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien schaffen.
Die Sparte, die fünf Prozent zum Konzernumsatz beiträgt, werde auch 2012 rund 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. 2013 soll die Sparte deutlich wachsen. Meinungsbörse