Bielefeld. Für das vergangene Geschäftsjahr konnte Vorstand Bernd Brinkmann für Ehlebracht nur Gutes bei der 23. ordentlichen Hauptversammlung vermelden: Der börsennotierte Möbelzulieferer aus Enger steigerte seinen Umsatz, seinen Ertrag, seine Exportquote. Das freut vor allem die Anleger, denn die bekommen erstmals seit 15 Jahren eine Dividende ausgezahlt.
Der Vorschlag einer Dividende von 10 Cent je Aktie fand deshalb auch wenig verwunderlich eine Zustimmungsrate von 99,25 Prozent der anwesenden Stimmen. "Selbst das Krisenjahr 2009 hat uns in unserer langfristigen Entwicklung nicht gebremst", sagte Alleinvorstand Brinkmann in Hinblick auf die Entwicklung bis zum vergangenen Jahr. "Der Konjunkturmotor lief insgesamt rund", und der Markt in China habe dazu beigetragen, dass 2011 mit 84,3 Millionen Euro Umsatz eines der besten Ergebnisse seit langem eingefahren worden sei (2010: 72,2 Millionen Euro), dass Bankverbindlichkeiten und Aufwendungen gesenkt werden konnten.
Doch Brinkmann warnte vor allzu großer Euphorie: "In den ersten Monaten 2012 haben wir starken Gegenwind zu spüren bekommen." Die Produktion sei weit hinter Plan zurückgeblieben, vor allem weil Kunden ihre Prognosen für 2012 nach unten korrigieren mussten. Auch der wegbrechende Markt in Südeuropa und die allgemeine Verunsicherung der Verbraucher führte in den ersten fünf Monaten zu einem Umsatzminus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch sei man durch sofortige Sparmaßnahmen und erweiterte Anstrengungen in China optimistisch, auch 2012 wieder mit einem Wachstum abschließen zu können. Gleiches gelte auch für 2013, "mit gewisser Vorsicht, aber zuversichtlich", so Brinkmann.
Würdigung der soliden Arbeit
Nach den vergangenen Machtkämpfen im Vorstand (wir berichteten) sei man nun wieder in "ruhigem Fahrwasser" und könne sich auf anstehende Aufgaben konzentrieren.
Dietmar Erlebach, Anlegervertreter im Auftrag der DSW, und Einzelaktionäre wie Hagfried Pomplun würdigten dementsprechend auch die Dividendenausschüttung und die "solide Arbeit" der Unternehmensführung. Auf Erlebachs Frage, ob auch zukünftig mit solchen Ausschüttungen an die Aktionäre zu rechnen sei, antwortete Brinkmann verhalten und ebenso solide, wie es die Anleger wohl von ihm erwarten: "Wir sind natürlich bestrebt, doch wird dies auch immer wieder neu bewertet."