Schrift

05.07.2012
Geringes Pleite-Risiko in OWL
Bielefeld in der Region Schlusslicht / Creditreform erwartet 2012 noch weniger Ausfälle
VON ANDREA FRÜHAUF

Bielefeld. Die Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe sind angesichts der guten konjunkturellen Lage noch relativ gut vor Pleiten gefeit. Die Region habe zumindest ihre Vorreiterrolle im Land deutlich bestätigt. Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem Regionencheck für 2011.

Das Pleite-Risiko in OWL blieb laut der Analyse der Wirtschaftsauskunftei im Vergleich zum Vorjahr stabil und erreichte den Spitzenwert erneut. Der errechnete Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 2,21 Prozent weist für die Wirtschaftsregion mit ihren insgesamt 109.484 Unternehmen (vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Konzern) damit weiterhin eine "mittlere" Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen.

Allerdings lag das Insolvenzrisiko erneut über dem Bundesdurchschnitt von 2,15 (2010: 2,25) Prozent. Im Vergleich zu NRW mit 2,42 (Vorjahr: 2,52) Prozent habe die Region ihre Vorzeigerolle aber ausgebaut, sagte Udo Roggenbuck von Creditreform Bielefeld.

Stabiles Wachstum

Kreditgeber und Lieferanten von gewerblichen Unternehmen hätten statistisch gesehen am wenigsten im Kreis Gütersloh zu befürchten. Erstmals rückte der Kreis als einziger mit einem "geringen" Pleiterisiko (1,97 Prozent) auf Platz eins und verdrängte den Kreis Höxter als langjährigen Spitzenreiter mit einem CRI von 2 (Vorjahr: 1,51) Prozent auf Rang zwei. "Der Kreis Gütersloh erreichte seit 2008 sein bestes Ergebnis", betonte Dirk Schott von der Creditreform-Geschäftsstelle Gütersloh. Grund sei das stabile Wachstum in Maschinenbau, Elektrotechnik und Automation. Hidden Champions, Zulieferer und Handwerksbetriebe profitierten von den guten Geschäften großer Unternehmen. Die vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote wirke zudem positiv auf den Konsum.

Platz drei belegte der Kreis Paderborn mit 2,14 (2,08) Prozent - gefolgt von den Kreisen Minden-Lübbecke (2,19, 2010: 2,27 Prozent), Herford (2,27, 2010: 2,39) und Lippe (2,38).

Die Stadt Bielefeld rutschte im Vergleich zu 2010 um 0,22 Prozentpunkte auf 2,43 (2010: 2,21) Prozent ab, belegte "fast schon traditionell" - trotz des insgesamt noch mittleren Risikos - wieder den letzten Platz. Bei Geschäften in Bielefeld sei daher statistisch gesehen mehr Vorsicht geboten. Roggenbuck erklärte dies vor allem mit statistischen Gründen, sprich der hohen Ausfallquote junger Unternehmen, die im Vorjahr gegründet worden waren. Bis zum vierten Existenzjahr und im Kleingewerbe (weniger als 500.000 Euro Umsatz) sei die Pleitegefahr am größten.

Risiken im Gastegwerbe

Die mit Abstand meisten Pleiten in OWL, immerhin 632, verzeichnete 2011 der Handel. Allerdings sei dies mit 25.101 Unternehmen die größte Branche in OWL. Das Ausfallrisiko betrug dagegen 2,52 Prozent - weit weniger als im Gastgewerbe, das mit 5,32 Prozent Spitzenreiter war und gar den bundesweiten Schnitt (4,54 Prozent ) übertraf. Für 2012 erwarten die Experten noch weiter sinkende Werte.

Kommentare
@Oliver daß ist ganz einfach erklärt ...
OWL bedeutet übersetzt ~ ORT wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ~
Das sieht man doch allüberall. was so *geleistet* wird.
Ein NP.. den Keiner ( Niemand auch) will.
Ein Landesverband , der Gelder sinnlos verprasst für ehemalige Verbandsvorsitzende.
Politische Mandatsträger, welche Gutachten Anderer als Wisch abtun und die Aussagekraft solcher Werke an der Seitenzahl definieren !
Ist das Nachweis für Leistungsfähigkeit genug ???
Ach so.. sorry, es ist übrigens egal, ob die Leistungsfähigkeit auf dem Rücken der Steuerzahler und Bevölkerung erzielt wird..
DAS hatte ich vergessen ;-)

Vielleicht kann mir ja einmal jemand erklären, warum Pleiterisiko und Region irgendetwas miteinander zu tun haben sollen. Nach Branche, das find ich einsehbar. Ansonsten tendiere ich hier zu Statistikunsinn.



Anzeige
Weitere Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft
Für Febrü nach Brasilien
Herford. Man könnte doch. Man sollte mal. Müssten wir nicht eigentlich? Stefan Schneider schüttelt den Kopf. "Konjunktive führen zu nichts", sagt der Geschäftsführer des Herforder... mehr

Minderheitsaktionäre erleben frustriert ihre letzte Hauptversammlung bei Itelligence
Bielefeld. Die wenigen noch verbliebenen Kleinanleger der Bielefelder Itelligence AG sind verärgert: Bei der gestrigen Hauptversammlung blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihren "Rauswurf"... mehr

Ausgezeichnete Forschung
Lemgo. Für ihre überdurchschnittlichen Leistungen zeichnet die Dr.-August-Oetker-Nahrungsmittel-KG jährlich Studenten des Fachbereichs Life-Science-Technologie an der Hochschule OWL in Lemgo aus... mehr

Claas investiert 115 Millionen
Krasnodar (nw). Weil die Nachfrage nach Agrartechnik von Claas in Russland kräftig wächst, baut das Harsewinkeler Unternehmen für 115 Millionen Euro seine Produktionskapazitäten im Werk in Krasnodar... mehr




Videos
Anzeige

Anzeigen

Wirtschaft
Dumping-Streit mit China - Deutschland betont freien Handel
Peking - Vor dem Besuch von Chinas Ministerpräsidenten Li Keqiang in Berlin hat Deutschland auf das besondere Interesse am freien Handel hingewiesen.... mehr

Zunächst kein Anklageverfahren gegen IWF-Chefin Lagarde
Paris - Gegen IWF-Chefin Christine Lagarde wird vorerst kein Anklageverfahren wegen Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Mittel eingeleitet. Die 57... mehr

Dax setzt Korrektur trotz guter Wirtschaftsdaten fort
Frankfurt/Main Die aufgehellte Stimmung in der deutschen Wirtschaft und bessere US-Daten haben am Freitag weitere Verluste im Dax nicht verhindert.... mehr

VDA fordert Geduld bei Elektroautos
München/Berlin - Die deutschen Autobauer brauchen nach Einschätzung von VDA-Präsident Matthias Wissmann beim Elektroauto einen langen Atem. "Wir... mehr

Schlecker-Nachfolger Dayli kommt erst später nach Deutschland
Stuttgart/Pucking - Der österreichische Schlecker-Nachfolger Dayli eröffnet seine Testläden in Deutschland später als geplant. Geschäftsführer Rudolf... mehr





Jobs bei der NW


Zeitungsdruck Rotationsdruck Rheinisches Format