Detmold (nw). Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Schuhhersteller Wortmann ("Tamaris") eingestellt. Das Detmolder Unternehmen war im September 2010 wegen Importen aus Asien in das Visier der Zollfahndung geraten. Das Verfahren sei jetzt wegen Geringfügigkeit eingestellt worden, sagte der Sprecher der Schwerpunktabteilung für Wirtschaftskriminalität, Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann.
Damals bestand der Verdacht, Wortmann habe bei Importen aus China Anti-Dumping-Zölle umgangen. Darum waren mehrere Wortmann-Firmen durchsucht worden. Die Wortmann-Gruppe (Umsatz: fast eine Milliarde Euro) hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Die Behörden vermuteten, dass Wortmann Schuhe aus Macau, einer Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, importiert hat, die aber eigentlich aus China stammen und lediglich als "made in Macau" deklariert wurden. Der Anti-Dumping-Zoll wurde 2006 für Importe von Lederschuhen etwa aus China eingeführt. Einfuhren aus China gingen danach stark zurück, Importe aus Macau - wo dieser Zoll nicht gilt - hätten hingegen stark zugenommen.
Weil der Europäische Gerichtshof jüngst die Rechtmäßigkeit der EG-Verordnung für Anti-Dumping-Zölle anzweifelte, sei die Rechtsgrundlage einer Anklage gegen Wortmann unsicher geworden, hieß es.






