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10.11.2012
Exclusiv-Ausstatter SØR Rusche expandiert weiter
Premium-Anbieter in Mode nur in den alten Bundesländern
VON WILFRIED MASSMANN

Knapp 60 SØR-Läden gibt es in Deutschland | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Oelde/Bielefeld. SØR, führender deutscher Ausstatter in Herren- und Damenmode im Premiumbereich mit Stammsitz in Oelde, wird noch in diesem Jahr zwei neue Geschäfte in Saarbrücken eröffnen. Für Frühjahr 2013 ist in Bielefeld die Neueröffnung der 60. Filiale geplant – SØR Woman.

,,Wir inspirieren und prägen weiter deutschlandweit die Kleidungskultur", versichert der geschäftsführende Alleingesellschafter der SØR Rusche GmbH, Thomas Rusche. Für ihn gilt heute mehr denn je die vor Jahren von der Boston Consulting bereits formulierte Feststellung, wonach SØR ,,deutscher Marktführer im Mode-Premiumsegment für Man & Woman" ist. Die Firma ist nach wie vor in Familienbesitz.

Info
Thomas Rusche
  • Sitz der SØR Rusche GmbH ist Oelde. Geschäftsführender Alleingesellschafter ist der promovierte Wirtschaftswissenschaftler und promovierte Philosoph Thomas Rusche (50).
  • Der Vater von vier Kindern repräsentiert die vierte Generation.
  • In dem Familienunternehmen werden seit 1911 Textilien verkauft. Egon Rusche eröffnete 1956 in Bielefeld den ersten SÖR-Laden. 
  • Thomas Rusche (50) ist Absolvent des Jesuiten-Gymnasiums in Büren und Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. (ass)


Der Umsatz der Gruppe wird nach Angaben von Rusche in diesem Jahr 60 Millionen Euro erreichen. Ein Plus von gut drei Millionen Euro gegenüber 2011. Flächenbereinigt ist der Durchschnittsumsatz je Niederlassung leicht gesunken.


,,Ich will aber nicht klagen", sagt der promovierte Sozial- und Wirtschaftswisenschaftler. In Deutschland bestehe noch immer ,,eine ordentliche Konsumstimmung". Das Unternehmen beschäftigt gut 300 Frauen und Männer, umgerechnet rund 250 Vollzeitkräfte. In OWL bestehen SØR-Läden in Bielefeld, Paderborn, Herford und Minden.

In drei Jahren profitabel

Filialen gibt es bisher nur in den alten Bundesländern und Berlin – von Sylt bis Rottach-Egern. Damenmode, die erst später in das Sortiment aufgenommen worden ist, wird in 15 eigenen Woman-Shops verkauft. In acht Läden werden Man und Woman gemeinsam angeboten.

Neue Läden müssen betriebswirtschaftlich in drei Jahren profitabel sein. Das Sortiment der zentral geführten Geschäfte mit individueller Ausgestaltung in I-A-Citylagen ist klassisch-elegant bis sportlich-leger.

Dass der exklusive Herren- und Damenausstatter nicht in den neuen Bundesländern ist, begründet Thomas Rusche mit der noch fehlenden Kaufkraft. Städte wie Dresden und Leipzig hätten zwar aufgeholt, aber es fehle weiter das Umland. Der Kundenkreis für einen SØR-Laden lebt von Kunden in einem Radius von rund 70 Kilometern.

Erster Laden in Bielefeld

Der Unternehmer plant vorerst auch keine Expansion ins Ausland. Weitere Ladenöffnungen sind 2013 in Koblenz und in Freiburg geplant. Es bestehen auch keine Franchise-Pläne.

Der erste SØR-Herrenladen wurde 1956 in Bielefeld eröffnet. Neben der qualitativen Sortimentsausrichtung in traditionell englischem und italienischem Stil, zeichnen sich alle Shops durch hochwertiges Interieur aus, oft als Antiquitäten.

Trotz weiterer Konzentration im Handel sieht Rusche keine ernsten Existenzprobleme für seine Läden im stationären Einzelhandel, die gut 70 Prozent des Umsatzes bringen. Er nennt seine Geschäfte ,,Treffpunkte für Kleidungsbewusste". Für ihn und seine Teams gilt das Geschäftsmotto: 25 Prozent Seele, 25 Prozent Luxus, 25 Prozent Kultur und 25 Prozent Stil. ,,Auch auf schrumpfenden Märkten hat man Chancen."

Neben nationalen und internationalen Edel-Marken der Damen- und Herrenmode – darunter Lieferanten, mit denen die Familie seit 75 Jahren Geschäftsbeziehungen pflegt – ist das Eigenlabel SØR ausgesprochen verkaufsfördernd. SØR-Kollektionen machen rund 35 Prozent des Umsatzes aus. Alle Eigenproduktionen, einschließlich der angebotenen Maßanfertigung, hat Rusche outgesourct.



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