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14.12.2012
Claas meldet Rekordzahlen für Umsatz und Ergebnis
Mit Tempo ins Jubiläumsjahr / Hohe Investitionen angekündigt
VON MARTIN KRAUSE

Optimistischer Konzernchef | FOTO: DPA

Harsewinkel/Düsseldorf. Wer glaubt, das Geschäft mit Mähdreschern, Traktoren und anderen Landmaschinen sei ein vergleichsweise geruhsames Metier, den belehrt der Claas-Konzern immer wieder eines Besseren. Mit hohem Tempo fährt das Unternehmen, das 2013 sein 100-jähriges Bestehen feiert, gerade in sein zweites Jahrhundert. Mehr als 100 Millionen Euro wollen die Harsewinkeler in den kommenden Jahren allein im Wachstumsmarkt Russland investieren.

Das bestehende Werk im südrussischen Krasnodar soll stark erweitert werden, und wenn alles nach Plan geht, könnte der Bau schon im nächsten Jahr beginnen. Das sagte Theo Freye, Sprecher der Geschäftsführung der Claas KGaA, bei der Bilanzvorstellung in Düsseldorf.


Die Dynamik des Landtechnik-Marktes hatte Claas 2009 und 2010 negativ zu spüren bekommen, als der Umsatz innerhalb von zwei Jahren um 23 Prozent in den Keller rauschte. Doch schon im darauffolgenden Jahr 2011 wurde die Scharte in der Umsatzstatistik ausgewetzt. Jetzt meldete Freye für das Geschäftsjahr 2012 (zum 30. September) neue Rekordzahlen. So stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. Bereinigt um den Anteil der verkauften Fertigungstechniksparte mit zuletzt fast 200 Millionen Euro Umsatz habe das Wachstum in der Landtechnik erneut rund 10 Prozent betragen, so Freye.

Im Ton nüchtern, aber in der Sache nicht ohne Stolz verwies er auf eine beachtliche Entwicklung: Seit 2002 habe Claas im Durchschnitt jährlich um 10,5 Prozent zugelegt.

Jahresüberschuss auf 232,7 Millionen Euro gesteigert

Starke Zahlen auch aus Ergebnisrechnung und Bilanz (siehe Kasten): So steigerte Claas den Jahresüberschuss um 28 Prozent auf 232,7 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote kletterte in der Folge auf fast 42 Prozent. Das so äußerst solide finanzierte Unternehmen platzierte im abgelaufenen Jahr zudem eine weitere Anleihe im Volumen von 300 Millionen Dollar, der Anteil kurzfristiger Schulden reduzierte sich so zugunsten langfristiger Mittel. Finanzchef Hans Lampert bilanzierte ein komfortables Liquiditätspolster von mehr als 760 Millionen Euro.

Gewiss hat ein Unternehmen, dass sich mit Erntemaschinen beschäftigt, ein positives natürliches Verhältnis zum Thema Wachstum. Große Akquisitionen seien aber nicht geplant, sagte Freye. Dafür werde 2013 noch mehr für internes Wachstum aufgewendet als 2012, als von 304 Millionen Euro Investitionssumme allein 177 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung flossen. 2013 sollen es 200 (von dann insgesamt 350) Millionen Euro sein.

Claas, Europas Marktführer bei Mähdreschern, hat dabei stets den Anspruch auf Technologieführerschaft im Auge, der gute Preise und einen Platz im Premiumsegment garantiert. Während die Größe der Maschinen an ihre Grenzen stoße, seien Innovationen zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung der Nachhaltigkeit zunehmend gefordert. "Knappheitsfaktoren wie Boden, Wasser und Dünger werden zunehmend bedeutend", sagte Technologiechef Hermann Garbers.

Der menschliche Bedarf an Biomasse werde sich bis 2050 fast verdoppeln, steigende Bevölkerungszahlen und veränderte Essgewohnheiten (mehr Fleischkonsum) bei gleichzeitig schrumpfenden Agrarflächen zwingen die Landwirtschaft zu Produktivitätssteigerungen und weiterer Professionalisierung. Hier wollen die Harsewinkeler Lösungen anbieten.

Auch in OWL wird derzeit investiert – unter anderem in die Logistik am Standort Paderborn und in ein Zentrum für Vertrieb und Kommunikation für 400 Mitarbeiter in Harsewinkel. Am Stammsitz war die Belegschaft 2012 um fast 200 Mitarbeiter auf 3.177 erhöht worden. Obwohl mit den Fertigungstechnik-Töchtern 580 Stellen "verkauft" wurden, wuchs die Mitarbeiterzahl konzernweit auf 9.077.

Kommentare
Das ist eine glasklare Meinung.
Was ist den saaatengrünes Blut?
Das hört sich nach Alliens an.

Nehmen wir noch Miele dazu dann passt es.

Die Firma Claas ist DAS Aushängeschild der ostwestfälischen Familienunternehmen. Solide geführt, sehr innovativ und mitarbeiterfreundlich. Letzteres zahlt sich für das Unternehmen absolut aus. Bei Claas gehen die Menschen nicht nur einfach zur Arbeit. In ihren Adern fließt saatengrünes Blut.
Ich freue mich auf die 100-Jahrfeier.
Helmut Claas hat mit seiner Arbeit bis ins hohe Alter ein Unternehmen auf Welt-Niveau erschaffen.



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