Schrift

14.12.2012
Bertelsmann sorgt sich um den Gewinn
Rabe übt deutliche Kritik an Gruner + Jahr

Schließt Gewinnrückgang nicht aus

Gütersloh (sch). Bertelsmann schraubt die Erwartungen herunter: Weil möglicherweise Wertberichtigungen in den südeuropäischen Geschäften vorgenommen werden müssten, schließe er einen Gewinnrückgang nicht mehr aus, erklärt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Dagegen entwickle sich der Umsatz "recht gut", sagte er in einem Interview mit dem Manager Magazin.

Damit Bertelsmann sich weiterentwickeln könne, brauche der Konzern "eine Eigenkapitalzufuhr in Milliardenhöhe von außen". Wenn dies nicht auf der Konzernebene passiere, "dann werden wir das auf der Ebene der Unternehmensbereiche oder Geschäfte tun". Im Sommer hatte Rabe den Konzern so umgebaut, dass ein von der Eigentümerfamilie zu kontrollierender Börsengang möglich gewesen wäre. Doch hat sich die Familie Mohn offenbar dagegen entschieden.

Ob mit oder ohne Börsengang: ohne die Milliardenspritze sei der "Konzernumbau in den Dimensionen, die wir alle für richtig halten, nicht möglich". Eine Veränderung steht vermutlich bei der Musikrechtetochter BMG Rights Management an, an der der Finanzinvestor KKR derzeit 51 Prozent hält. "Sollte KKR ausscheiden wollen, dann werden wir wohl die Mehrheit anstreben, gegebenenfalls mit anderen Partnern", sagt Rabe.

Eine Breitseite feuert Rabe gegen die Verlagsgruppe Gruner + Jahr, die Bertelsmann im Sommer komplett hatte übernehmen wollen. Es sei "zurzeit ausgesprochen schwierig, ein Verlagshaus zu bewerten, bei dem man nicht weiß, ob sein Ergebnisrückgang temporär oder von Dauer ist." Rabe prangert zugleich Managementversäumnisse an. "Vielleicht war es ein Fehler, dass wir zu lange in den Ausbau traditioneller Printgeschäfte und zu wenig in den digitalen Umbau investiert haben."



Anzeige
Weitere Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft
Anlagechancen in Europa
Bielefeld. Damit hatte niemand gerechnet: Rund drei Milliarden Euro sammelte Griechenland mit einer Anleihe ein und muss den Investoren nur 4,75 Prozent Zinsen bezahlen... mehr

Weidmüller bleibt bei Übernahme auf Kurs
Detmold (nw). Die Detmolder Weidmüller-Gruppe ist möglicherweise beim Versuch, den Eplosionsschutz-Spezialisten R. Stahl AG zu übernehmen, vorangekommen... mehr

Symrise greift nach Diana-Gruppe
Holzminden (dpa). Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise will knapp 1,3 Milliarden Euro in die Übernahme der französischen Diana-Gruppe investieren... mehr

Oetker stockt Reederei-Zentrale auf
Hamburg/Bielefeld. Die Planungen und Vorbereitungen haben mehr als vier Jahr gedauert, jetzt sind die Arbeiter am Werk: Die zum Bielefelder Oetker-Konzern gehörende Reederei Hamburg Süd modernisiert... mehr




Anzeige

Videos
Anzeige
Wirtschaft
Dax erholt sich wieder dank guter Konjunkturdaten
Frankfurt/Main - Dank überwiegend guter Konjunkturdaten hat der Dax am Mittwoch wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Der deutsche Leitindex schüttelte... mehr

RWE-Chef stimmt Aktionäre auf raue Zeiten ein
Essen - Der Essener Versorger RWE muss sich wegen der abgestürzten Preise an der Strombörse für Jahre auf deutlich weniger Gewinn einstellen. Wichtige... mehr

Chinas Turbo-Wachstum schwächt sich ab
Peking - Chinas Wirtschaftswachstum ist im ersten Quartal auf den niedrigsten Stand seit anderthalb Jahren gefallen. Mit 7... mehr

Strenesse stellt nach jahrelangen Verlusten Insolvenzantrag
Nördlingen - Der angeschlagene Modehersteller Strenesse hat nach jahrelangen hohen Verlusten einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.... mehr

Finanzrichter prüfen dubiose Aktiendeals
München - Waren dubiose "Cum-Ex"-Aktiengeschäfte eine illegale Steuergestaltung oder nicht? Der Bundesfinanzhof wird seine Entscheidung darüber wie... mehr


Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige



Jobs bei der NW


Zeitungsdruck Rotationsdruck Rheinisches Format   NW Logistik