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29.12.2012
Kammerpräsidenten Lena Strothmann und Ortwin Goldbeck ziehen Bilanz
"OWL ist nicht aufzuhalten"

Bielefeld (nw). Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung in OWL gehen mit Zuversicht ins nächste Jahr. Das bekräftigen Handwerkskammer-Präsidentin Lena Strothmann und IHK-Präsident Ortwin Goldbeck.

Das OWL-Handwerk bleibt auf Wachstumskurs. "2012 war für das Handwerk ein gutes Jahr", bilanziert Strothmann. Zum Jahreswechsel herrsche zum siebten Mal in Folge eine insgesamt gute Stimmung im Handwerk, vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe. Der Trend zur Geldanlage in Sachwerte und insbesondere in Immobilien habe zu einer starken Nachfrage in der Baubranche geführt, sagte Strothmann.


Vor Weihnachten hätten insbesondere die Nahrungsmittelhandwerker wie Bäcker, Fleischer und Konditoren von der hohen Konsumbereitschaft der Verbraucher profitiert. "Die Menschen schätzen qualitativ hochwertige Produkte", betont Strothmann.

Erste Auswirkungen des nachlassenden Exports

Jene Handwerker, die als Zulieferer und Dienstleister für gewerbliche Kunden und im Außenhandel tätig sind, spürten indes erste Auswirkungen des nachlassenden Exports: Im Kraftfahrzeuggewerbe laufe der Konjunkturmotor derzeit nicht rund. Dennoch erwarte sie 2013 eine Kontinuität der Handwerkswirtschaft auf hohem Niveau. Strothmann: "Ein Umsatzplus von bis zu einem Prozent ist erreichbar."

Weiteres Wachstum sei jedoch nur mit qualifizierten Mitarbeitern zu schaffen, erläutert die mittelständische Unternehmerin aus Gütersloh. In vielen Branchen des Handwerks werde bereits händeringend nach Mitarbeitern gesucht. So sei der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren die zentrale Herausforderung für das Handwerk, sagt Strothmann.

"Die ostwestfälischen Unternehmen starten mit zuversichtlichen Erwartungshaltungen in das neue Jahr 2013", sagt IHK-Präsident Ortwin Goldbeck. In den drei Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen würden die Aussichten zwar etwas verhaltener, aber nicht pessimistisch eingeschätzt.

"Die Unsicherheit bleibt"

Bei den Investitionen seien die ostwestfälischen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr zurückhaltender. Das liege vorrangig an übergeordneten Rahmenbedingungen wie der Energiewende, der Euro-Schuldenkrise und deren Folgewirkungen in verschiedenen europäischen Ländern. Goldbeck: "Die Unsicherheit bleibt und belastet die Unternehmen in ihrer Zukunftsplanung. Allerdings deuten die jüngsten Signale in der Wirtschaft darauf hin, dass sich die Stimmung auf den Märkten im Laufe des nächsten Jahres wieder verbessern wird."

Ostwestfalen sei grundsätzlich auf einem guten Weg. Das zeige sich auch daran, dass die Region sich 2012 weiter strukturell verbessert habe. "Bei unseren wichtigen Infrastrukturprojekten A33 und A30 geht es sichtlich voran", betont der IHK-Präsident. "Wir haben uns nicht Jahrzehnte für die A33 eingesetzt, weil wir Fans von Autobahnen sind, sondern weil dieser Lückenschluss - wie auch der A30-Lückenschluss bei Bad Oeynhausen - lokal, regional und international die Standortbedingungen unserer Unternehmen deutlich verbessert."

Ostwestfalen sei auch ein bedeutender Wissenschafts- und Forschungsstandort. "Mit unserem Konzept ,It’s OWL' ist die Region beim Spitzenclusterwettbewerb in die Königsklasse der Technologieregionen aufgestiegen", freut sich Goldbeck. Das Engagement sei ein Paradebeispiel dafür, wie Unternehmen und Hochschulen schon heute erfolgreich zusammenarbeiteten. "Eines hat der Spitzenclusterwettbewerb gezeigt: Wenn OWL zusammensteht und gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft konzentriert ein Ziel verfolgt, sind wir nicht aufzuhalten."



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