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02.03.2013
Paderborn
Wenn Maschinen miteinander reden
Experten stellen Spitzencluster-Forschungsprojekte aus OWL vor

Redner | FOTO: REINHARD ROHLF

Paderborn (fr). "Der Einfluss des Internets und internetgetriebener Technologien wird die industrielle Produktion verändern", prophezeit Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. Die deutsche Industrie habe beste Voraussetzungen für eine leitende Rolle beim Paradigmenwechsel.

Auf Einladung der Fraunhofer-Gesellschaft und der IHK NRW kamen gut 200 Gäste ins Paderborner Heinz-Nixdorf Museums-Forum, um sich über "Industrie 4.0 – intelligente Produkte für die Märkte von morgen" zu informieren.

OWL-Spitzencluster-Projekte ("Intelligente technische Systeme Ostwestfalen-Lippe") der drei Fraunhofer-Einrichtungen mit ihren Industriepartnern standen im Fokus. "Die Spitzencluster-Projekte bringen auch dank der Fraunhofer-Einrichtungen zukunftsweisende Produkte und Verfahren hervor", so der Bielefelder IHK-Präsident Ortwin Goldbeck. Mit den Aktivitäten der Fraunhofer-Gesellschaft sei der Stellenwert von Ostwestfalen-Lippe in der deutschen und europäischen Forschungslandschaft erheblich gestiegen.

Seit zehn Jahren arbeite die Arntz-Optibelt-Gruppe (Höxter), die dem Netzwerk "it’s OWL" beitreten will, erfolgreich mit Fraunhofer zusammen, sagte Ulrich Ballhausen. Vor drei Jahren startete der Antriebsriemenhersteller mit dem Fraunhofer ENAS in Paderborn sein Projekt "RFID in Antriebsriemen". Ziel ist es, trotz heißer Temperaturen bei der Vulkanisierung den Chip bei der Produktion in den Riemen zu bringen. "Ohne Zerstörung des Riemens ist der Chip nicht mehr rauszureißen."

Der Chip gebe mit seiner Identifikationsmarke Infos über Produktion, Lager- und Kassenvorgang. Zudem schütze er vor Plagiaten. "Vor 20 Jahren wurde RFID in der Textilindustrie eingeführt." Jetzt folge der Investitionsgüterbereich. "Vielleicht sagt der Riemen eines Tages: Achtung hier steht eine Wartung des Mähdreschers an", erläuterte er ein weiteres Projekt.

Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums Industrial Automation in Lemgo, sprach vom "Internet der Dinge". Um Maschinen flexibler nutzbar zu machen, sollten sie wie über eine USB-Schnittstelle kommunikationstechnisch miteinander verknüpft werden. Ein Beispiel: Module sollten sich für ein längeres Förderband selbstständig neu organisieren und dafür einer nach dem anderen sprechen. "Sie können schon sprechen, sich aber noch nicht verstehen."



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