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25.03.2013
Bielefeld
Oetker lässt Fusion zum Reederei-Riesen platzen
Zusammenschluss mit Hapag-Lloyd abgeblasen

Im Hafen | FOTO: DPA

Hamburg (dpa). Eine Fusion der beiden großen deutschen Linienreedereien Hamburg Süd und Hapag-Lloyd ist vorerst vom Tisch. Die Projektarbeiten seien auf Wunsch des Bielefelder Oetker-Konzerns, zu dem Hamburg Süd gehört, eingestellt worden, teilten die Hapag-Lloyd-Gesellschafter mit.

"Hauptgrund für diese Entscheidung ist, dass beide Eigentümergruppen bislang keine Einigkeit über eine partnerschaftliche Ausgestaltung der Transaktion erzielen konnten", hieß es. Bei einem Zusammenschluss wäre die viertgrößte Reederei der Welt mit mehr als 250 Containerschiffen und einer Kapazität von mehr als einer Million Standardcontainern (TEU) entstanden.

Hamburg Süd gehört zum Oetker-Konzern, Hapag-Lloyd mehrheitlich einem Konsortium unter maßgeblicher Beteiligung der Stadt Hamburg sowie des Logistik-Unternehmers Klaus-Michael Kühne. Der Reisekonzern TUI hält 22 Prozent. Beide Firmen - Hapag Lloyd und Hamburg Süd - leiden gegenwärtig unter der hartnäckigen Krise in der Schifffahrt.

Schifffahrtbranche steckt in der Krise

Die Ausgangslage zu Beginn der Verhandlungen im vergangenen Dezember war eigentlich günstig für einen erfolgreichen Abschluss.
Seit fünf Jahren steuert die internationale Schifffahrt mit einer kurzen Unterbrechung durch eine Dauerkrise. In guten Zeiten haben die Reeder zu viele Schiffe bestellt, die bis heute von den Werften immer noch abgeliefert werden und neu auf den Markt kommen. Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 brach jedoch das Frachtaufkommen massiv ein und erholt sich nur nach und nach. Die Folge: Zu viel Schiffsraum, zu wenig Ladung.

Die Überkapazitäten drückten die Fracht- und Charterraten in den Keller und damit die gesamte Branche. Dazu kamen steil steigende Treibstoffkosten. Nun leidet seit Jahren die gesamte maritime Welt: Die Linienreeder, die Container transportieren, die Charterreeder, die Schiffe vermieten, und der gesamte Finanzierungssektor mit Banken, Schiffsfonds und Anlegern. Viele haben Geld verloren.
Nächstes Opfer der Krise sind die Werften, die keine neuen Aufträge mehr bekommen.

Vor diesem Hintergrund schien es eine gute Idee, aus den beiden Hamburger Reedereien die Nummer vier auf dem Weltmarkt zu schmieden. Doch was auf den ersten Blick vernünftig erschien, scheiterte an den Realitäten. Die Schifffahrt mit der Reederei Hamburg Süd ist die größte Geschäftssparte des Bielefelder Oetker-Konzerns, der sowohl auf Diskretion als auch auf ungeteilte Machtfülle bedacht ist. Oetker hält an seinen Konzernunternehmen in der Regel 100 Prozent und veröffentlicht nicht mehr Unternehmensdaten als unbedingt notwendig.

Bei einer Fusion wäre Hamburg Süd der kleinere Partner gewesen. Eine Position als Minderheitsaktionär oder auch als Großaktionär einer börsennotierten Aktiengesellschaft konnten sich die Bielefelder einfach nicht vorstellen, heißt es aus dem Umfeld der Hapag-Lloyd-Eigentümer. Oetker selbst sagt nichts.


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