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28.03.2013
Berlin
Wachstum mit Ansage
"Shades of Grey"-Romane sorgen für gute Random-House-Zahlen / Umsatzziel sind 18 Milliarden Euro
VON STEFAN SCHELP

Geschlechterparität | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Berlin. Markus Dohle ist von Haus aus ein fröhlicher Mensch. Einer, der gern gute Laune verbreitet. Ganz besonders gestern, als der Bertelsmann-Konzern seine Bilanz vorlegte. Da kriegte Markus Dohle, Chef der Verlagsgruppe Random House, das zufriedene Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Info

Jahr der Umbauten

  • Im März 2012 kündigt Thomas Rabe den Umbau zur Bertelsmann SE & Co KGaA an.
  • Judith Hartmann wird im Juli neue Finanzchefin. 
  • Bernd Buchholz verlässt im August Gruner + Jahr. In der Folge prüft Thomas Rabe die Komplettübernahme von Gruner + Jahr. Die Verhandlungen scheitern jedoch.
  • Thomas Rabes größter Deal: Bertelsmann kündigt im Oktober die Fusion von Random House und Penguin Books an. 
  • Das Wirtschaftsblatt Financial Times Deutschland, herausgegeben bei Gruner+ Jahr, wird im Dezember eingestellt.
  • Für Rolf Buch als Chef von Arvato soll Microsoft-Mann Achim Berg übernehmen, verkündet Buch im Dezember. 
  • Bertelsmann kündigt im Februar an, den Anteil an RTL auf 75,1 Prozent zu reduzieren. 
  • Bertelsmann will die KKR-Anteile an der BMG Rights Management übernehmen, heißt es im Februar.


Kein Wunder, denn Dohle ist der Shooting Star bei Bertelsmann. Der frühere Arvato-Manager hat den Publikumsverlag Random House auf ein Allzeithoch katapultiert - der Trilogie "Shades of Grey" sei Dank. Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe bremste nur vorsichtig. Für Random House würden auch wieder normalere Zeiten kommen, sagte er.

Entwicklung der Sparten | Grafik: Schultheiß

Für Bertelsmann allerdings auch. Wobei für Rabe der Normalfall in Zukunft aus kräftigem Wachstum bestehen soll. Einige Jahre habe das Wachstum stagniert. Das könnte auch noch 2013 der Fall sein. Aber dann ändert sich alles. Bis 2014 werde Bertelsmann auf einen Umsatz von 18 Milliarden Euro wachsen, verspricht Rabe.

Wie schnell das gelingt, hänge davon ab, wie zügig die Fusion von Penguin Books und Random House sowie die Komplettübernahme des Musikrechteverwerters BMG tatsächlich umsatzwirksam werden. "Wir werden das Tempo weiter hochhalten", kündigte Rabe an, "wir sind auf gutem Weg." Das belegt auch das Umsatzwachstum von 4,5 Prozent auf 16 Milliarden und ein Nettoergebnis, das bei 619 Millionen Euro lag. Das Betriebsergebnis sank leicht auf 1,7 Milliarden Euro.

RANDOM HOUSE

Auf diesem Weg ganz vorn ist - wie gesagt - Markus Dohle. Der Erfolg seiner Verlagsgruppe sei "bemerkenswert, weil er im ältesten Kerngeschäft von Bertelsmann - nämlich dem Buchverlagsgeschäft - erzielt werden konnte", erinnerte Dohle. Mit "starken Inhalten und deren erstklassiger globaler Vermarktung" könnte eben auch in traditionellen Mediengeschäften hohes Wachstum erzielt werden. In Neuseeland, Australien und den USA ist die Genehmigung der Kartellbehörden für die Fusion mit Penguin bereits durch. Nach Ostern hoffen die Bertelsmänner, die 53 Prozent am neuen Unternehmen halten werden, auf das Okay auch der EU.

RTL
Wie berichtet, soll der Bertelsmann-Anteil an RTL auf 75,1 Prozent schrumpfen, die Aktien in einem kleinen Börsengang angeboten werden. Das war’s dann aber schon in Sachen Börsengang. Den Plan, die gesamte Bertelsmann SE an die Börse zu bringen, habe man "nach näherer Betrachtung" verworfen, sagt Rabe. Den Erlös aus dem Verkauf der RTL-Aktien will Rabe in eine Reihe "mittlerer Aquisitionen" investieren. Springer Science stehe definitiv nicht mehr auf der Liste. RTL, nach wie vor Bertelsmanns wichtigster Gewinnbringer, schaffte im vergangenen Jahr in Deutschland ein Rekordergebnis, vor allem in südeuropäischen Ländern war das Geschäft aber schwierig.ARVATO
Zum ersten Mal überhaupt war die Dienstleistungssparte Arvato nicht auf dem Podium vertreten. Das lag daran, dass der neue Arvato-Chef Achim Berg erst in einer Woche seinen Job antritt. Er kann auf solidem Wachstum aufbauen, für das vor allem Mohn Media, Arvato Frankreich und der Bereich Financial Services gesorgt haben. Die Arbeit wird für Berg deshalb gewinnträchtiger, weil Rabe die Tiefdrucksparte als "Be Printers" ausgegliedert hat.

BE PRINTERS
Hier stehen - unter anderem mit der Schließung des Prinovis-Druckerei-Standorts in Itzehoe - weitere schmerzhafte Einschnitte bevor. Dennoch werde man die Sparte nicht verkaufen. "Wir werden die schwierigen anstehenden Entscheidungen selbst treffen."

GRUNER + JAHR
Diese Einschnitte hat Gruner + Jahr im Bereich der Wirtschaftspresse bereits hinter sich. Wegen rückläufiger Anzeigenerlöse schwächeln die Geschäfte im Zeitschriftenverlag. Sichtbare Folge dieser Schwäche: Nach dem Abgang von Bernd Buchholz gibt es für das Hamburger Haus auch keinen Platz mehr am Vorstandstisch.

BMG
Ein solcher Platz sei auch für Hartwig Masuch, Chef der Musiksparte BMG, noch nicht in Sicht. Derzeit liege der Umsatz bei 300 Millionen, bis auf 500 Millionen soll er in den nächsten Jahren steigen. BMG sei ein Wachstumsgeschäft, das Bertelsmann viel Freude bereite, versicherte Rabe. Aber für einen Platz im Vorstand müsse ein Geschäft wenigstens einen Umsatz von einer Milliarde erbringen.
Das Bertelsmann-Geschäft macht sich auch für die Mitarbeiter bezahlt. 92 Millionen Euro schüttet der Konzern an die gut 100.000 Bertelsmänner aus. "Das ist Ausdruck gelebter Partnerschaft."

Rakete für Bertelsmann

Berlin (sch). Erfolgreich zu sein, das ist die eine Sache. Diesen Erfolg auch in Szene zu setzen, eine ganz andere. Dafür hat Bertelsmann den renommierten Fotografen Jim Rakete engagiert. Er habe für Bertelsmann einen "ganz persönlichen Blick" geworfen auf die Medienschaffenden und "auf die Kräfte, die das Medienhaus Bertelsmann antreiben", lobt der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe.

Die Fotos zieren nun nicht nur die Bertelsmann-Repräsentanz in Berlin, sondern auch den aktuellen Geschäftsbericht. Der weist gestiegenen Umsatz und fast unveränderten Überschuss aus. Für Rabe ist diese Bilanz nur ein Zwischenschritt. In den nächsten Jahren soll ein kräftiges Plus der Lohn für den großen Konzernumbau sein.




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