Schrift

28.03.2013
Berlin
"Der Erfolg ist keine Eintagsfliege"
Markus Dohle, Chef von Random House, im Interview

Daumen hoch | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Berlin. Erfolg macht zufrieden. Im Interview mit Stefan Schelp spricht Markus Dohle über seinen Plan, US-Bürger zu werden, und die Zukunft von gedruckten Büchern.

Herr Dohle, Sie haben eine Green Card für die USA beantragt. Warum das? Kehren Sie Bertelsmann den Rücken?
MARKUS DOHLE: Ganz und gar nicht. Das hat rein praktische Gründe. Ich reise jedes Jahr rund 20-mal in die USA ein und wieder aus. Das kostet viel Zeit. Und eine Green Card hilft, den Prozess zu beschleunigen.

Ein Abschied wäre ja auch eine Überraschung. Wo Sie doch jetzt der Star sind bei Bertelsmann.
DOHLE: Da sind doch eher die 5.500 Mitarbeiter von Random House die Stars. Ich habe das Privileg, das Kompliment entgegenzunehmen, und gebe es gern an alle Mitarbeiter weiter. Natürlich ist es ein gutes Gefühl, zum Gesamterfolg von Bertelsmann beitragen zu können.

Der Ruhm beruht zu einem Teil auf den "50 Shades of Grey". War das ein Zufallstreffer?
DOHLE: Kreative Volatilität ist Teil unseres Geschäfts. Das Geheimnis des Erfolgs ist, häufiger als andere bei den Megabestsellern dabei zu sein.

Haben Sie die "Shades" schon selbst gelesen?
DOHLE: Ja, natürlich.

In Print oder digital?
DOHLE: Beides. Wenn ich unterwegs war, digital, sonst in der Printvariante.

Was kommt nach dem Riesenerfolg?
DOHLE: Der Erfolg ist keine Eintagsfliege. Wir haben im Jahr 2011 bereits eine zweistellige Umsatzrendite erreicht. Das erste Quartal 2013 läuft ebenfalls hervorragend. Wir haben auch für das Gesamtjahr wieder ein tolles Programm.

Sie sind bald der Chef der weitaus größten Buchverlagsgruppe der Welt. Haben Sie Fracksausen?
DOHLE: Nein. Wir gehen das mit Respekt, aber auch mit Selbstvertrauen an. Random House ist ja auch schon heute die größte Publikums-Verlagsgruppe der Welt. Random House und Penguin sind zwei sehr gut geführte und profitable Unternehmen. Wenn wir jetzt zusammengehen, ist das ein proaktiver Schritt und keinesfalls defensiv.

Geben Sie mal einen Tipp ab: Wie lange gibt es bei Penguin/Random House noch gedruckte Bücher?
DOHLE: Print wird für uns auch noch in 50 Jahren ein großes Geschäft sein. Parallel wird das digitale Geschäft natürlich immer wichtiger. Deshalb investieren wir kontinuierlich in beide Formate und damit in die Zukunft des Buches.



Anzeige
Weitere Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft
Bielefeld
Ehemaliger Bertelsmannchef Middelhoff setzt Kreditzahlungen aus
Bielefeld. Der ehemalige Arcandor- und Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff steckt offenbar tiefer in der Schuldenfalle als bisher bekannt ist. Er muss sich mit immer neuen Millionenforderungen von... mehr




Anzeige

Videos
Anzeige
Wirtschaft
Prokon-Gläubiger stärken Insolvenzverwalter
Hamburg - Das zahlungsunfähige Windenergieunternehmen Prokon kann auf Sanierungskurs gehen: Die Gläubigerversammlung stimmte am Dienstag in Hamburg... mehr

Dax lässt Ukraine-Schock zunächst hinter sich
Frankfurt/Main - Der Dax hat nach drei Verlusttagen in Folge am Dienstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Der erste Schock über die Eskalation der... mehr

Schuldenberge in Europa erreichen Rekordniveau
Luxemburg/Brüssel - In Europa haben die Schuldenberge infolge der Krise neue Rekordwerte erreicht. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte der... mehr

Gute iPhone-Verkäufe lassen Apple-Kassen klingeln
Cupertino - Apple bleibt dank starker Verkäufe seiner iPhones eine Geldmaschine. Im vergangenen Quartal machte der Konzern 7... mehr

Microsoft muss Nokia-Übernahme verdauen
Redmond - Das zugekaufte Handygeschäft von Nokia lastet auf Microsoft. Im Geschäftsquartal von April bis Juni häufte die Sparte einen operativen... mehr


Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige



Jobs bei der NW


Zeitungsdruck Rotationsdruck Rheinisches Format   NW Logistik