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04.04.2013
Berlin/Paderborn
Mehdorn dreht am Personalkarussell
Paderborner Flughafenchef erneut für Berlin im Gespräch
VON ANDREA FRÜHAUF

Spekulationen | FOTO: DPA/MEYER

Berlin/Paderborn. Hartmut Mehdorn, seit drei Wochen neuer Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) und damit für den Ausbau des Hauptstadtflughafens BER verantwortlich, will den Airport mit einem neuen "Beschleunigungsprogramm Sprint" so schnell wie möglich ans Netz bringen und dabei auch das Flughafenmanagement radikal umbauen.

So soll Mehdorn laut Bild-Zeitung den Chef des Flughafens Paderborn, Elmar Kleinert, dafür gewonnen haben, die Flughäfen Tegel und Schönefeld "bald wieder" zu leiten. Kleinert, der derzeit im Urlaub ist, reagierte bei einem Anruf perplex. "Es gibt vielleicht ein Interesse", räumte der 51- jährige Paderborner Flughafenchef ein. "Aber es ist absolut nichts vereinbart."


Kleinert, der seinen Vertrag gerade erst verlängert hat, sind die Berliner Flughäfen bestens vertraut. Ehe er 2009 als Geschäftsführer des Flughafens Paderborn/Lippstadt antrat, war der gebürtige Paderborner als Geschäftsfeldleiter für den Bereich Aviation bei den Berliner Flughäfen Tegel und Tempelhof verantwortlich.

Mehdorn kennt keine Denkverbote

Zuvor hatte der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur für die Lufthansa am Flughafen Hannover die "Expo" abgewickelt. Kleinert war bereits im Januar als neuer BER-Chef und damit als Nachfolger von Rainer Schwarz gehandelt worden. Damals sagte er der Neuen Westfälischen: "Als ich vor vier Jahren aus Berlin weggegangen bin, habe ich mit Rainer Schwarz über Kreuz gelegen.

Deshalb meinen jetzt wahrscheinlich alle, dass ich ihn auch beerben müsste." Niemand aus dem Aufsichtsrat in Berlin
sei aber an ihn herangetreten. Doch mit dem Abgang von Schwarz, der bei Mitarbeitern unbeliebt war, werden die Karten neu gemischt. Mehdorn, der als Air-Berlin-Chef die BER-Betreiber auf Schadenersatz verklagte, kennt keine Denkverbote, wie er stets betont.

Ziel von Sprint sei es, sämtliche mit der Inbetriebnahme des BER zusammenhängenden Prozesse (Restbauarbeiten, Genehmigungen, Probebetrieb) selbst zu bündeln, um den BER möglichst schnell ans Netz zu bringen, teilte der Airport Berlin mit. Für Sprint werde auf internen und externen Sachverstand zurückgegriffen. "Dabei gilt: Mehdorn spricht mit allen, die einen konstruktiven Beitrag für eine rasche BER-Eröffnung leisten können."

Mehdorn will Vorstand erweitern

Personalspekulationen blieben indes unkommentiert.
Bereits im August hatte Mehdorn dem damaligen Flughafen-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit in einem Brief nahegelegt, den Vorstand zu erweitern. "Ich halte es für erforderlich, neben dem Vorstandsvorsitzenden, neben dem bereits ernannten Technik- und Bauvorstand einen Vorstand für Operation und Vertrieb, einen Vorstandsbereich Finanzen sowie einen Vorstand für Personal und Verwaltung mit klarer Geschäftsverteilung einzusetzen."

Angeblich will Mehdorn für die Bauarbeiten Mitarbeiter des Stararchitekten Meinhard von Gerkan zurückholen. Dabei hatte der Aufsichtsrat nach dem verschobenen Start die Architekten gefeuert und auf 80 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Auch will der Ex-Bahnchef demnach den Ex-Bauleiter von "Stuttgart 21", Hany Azer, engagieren.



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