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13.07.2013
Bielefeld
Mitreißender Löhr weckt Begeisterung
Dozent will Menschen zur Erfolgsstory motivieren
VON STEFAN SCHELP

Mehr bieten als die anderen | FOTO: FRÜCHT

Bielefeld. Jörg Löhr ist wohlerzogen. Der Ex-Profihandballer weiß, was von einem Gast erwartet wird. "Wenn ich mit meiner Mannschaft beim TBV Lemgo zu Gast war, haben wir die Punkte stets dagelassen", erzählt er – und hat das Publikum auf seine Seite gezogen. Mehr als 500 Gäste der Impulsgeber-Reihe hängen an seinen Lippen. Sie erleben ein wahres Powerplay aus Worten.

Dabei ist der Mann, der mit dem Handball längst aufgehört hat und jetzt als Dozent an der Uni Augsburg lehrt, zugleich bescheiden. "Wenn Sie zwei, drei Dinge von dem, was ich Ihnen erzähle, mitnehmen, bin ich schon zufrieden." Nicht das Wissen sei nämlich das Ziel, sagt er. "Sondern das Handeln."


In der heutigen Zeit müsse man mehr Gas geben als früher, um erfolgreich zu sein. "Seien Sie Katalysator", sagt Löhr. "Wir brauchen uns selbst in hochdosierter Form." Denn die Märkte sind schwieriger geworden, die Welt verändert sich immer schneller. Löhr zeigt die Kurve des Ifo-Indexes, der die Geschäftserwartungen der Wirtschaft widerspiegelt. 2007 und 2008 ist die Kurve ganz weit unten im Keller. "Wer würde in solchen Zeiten wohl ein Unternehmen gründen?", fragt er.

Info
Impulsgeber 2013

  • 5. September: Isabel García: "Ich rede"
  • 19. September: Stefan Verra: "Was sagt mein Körper, und warum weiß ich nichts davon?"
  • 10. Oktober: Andreas Buhr: "Machen statt meckern!"
  • 14. November: Slatco Sterzenbach: "Der perfekte Tag - 365 Tage!"
  • 5. Dezember: Sven Gábor Jánszky: "Lebenswelten 2020"
  • Informationen und Buchung unter der Telefonnummer (08161) 9190 oder www.nw.unternehmen-erfolg.de ;   
  

Löhr appeliert an emotionale Basis


Eine Frau in den hinteren Reihen weiß es: "Zalando", ruft sie nach vorn. Und die nächsten: "Schrei vor Glück." Auch Jörg Löhr ist jetzt ein bisschen glücklich. Denn er kann erzählen, dass die Unternehmer hinter Zalando mit 365.000 Euro Umsatz begonnen haben. "Heute sind sie bei 1,25 Milliarden." Löhrs Schlussfolgerung: "Sie können eine Erfolgsstory schaffen, wenn Sie bereit sind, richtig Konjunktur zu machen."

Deshalb sei auch nicht in jedem Fall der Preis entscheidend. "Auf die emotionale Basis kommt es an", sagt Löhr, "wir kommen von der Rohstoffwirtschaft, lassen die Dienstleistungsgesellschaft hinter und und sind auf dem Weg zur Erlebnis-Wirtschaft." Und hier komme es auf den Menschen an, erinnert der Ex-Handballer.

"Wir müssen Resonanz bieten." Drei bis fünf Prozent mehr als andere müsse ein erfolgreicher Mensch bieten. Das gelte für Emotion, für Disziplin, für Leidenschaft und für Beharrlichkeit. "Setzen Sie dieses Etwas drauf", sagt Löhr. "Was Sie zurückbekommen, ist unverhältnismäßig."

Mitreißen als Schlüssel zum Erfolg

Nur 24 Prozent der Menschen in einem Unternehmen seien dazu in der Lage. Sie sind die Mitreißer, erklärt Löhr. 43 Prozent sind nur Mitmacher, 27 Prozent sind Zaungäste. "Die restlichen sechs Prozent sind ,schon weg’. Die haben nur noch nicht gekündigt, weil sie glauben, dass es woanders noch schlimmer ist."

"Seien Sie Mitreißer", fordert Löhr, "fordern Sie höhere Standards." Die meisten Menschen wollten Veränderungen – aber eben nur beim Nachbarn. "Aber wenn Sie dabei sind, sollten ein paar Menschen glauben, dass die Veränderung funktioniert."
      

Kommentare
Man kann auch schlicht sein, ohne daß dies erkannt wird! Es lebe die tolle Wirtschaft, die ihre eigene Infrastuktur nicht erhalten kann, und diese den Arbeitenden abbettelt - funktioniert ja... Die Tomate, die vorher mir 2-3 Steaks gefüttert werden will, sollte man eingehen lassen...



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