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02.06.2012
ZUKUNFTSBERUFE
Geschmack ist gefragt
Azubi Sarah Lange lernt Köchin im Restaurant "Bonne Auberge"
VON ISABEL BAUERKÄMPER

Lecker | FOTO: ISABEL BAUERKÄMPER

Bielefeld. Das Reh-Ragout köchelt im Topf. Das Messer schnellt im Rhythmus knapp an den Fingerkuppen vorbei auf Zucchini, Aubergine und Paprika. Zack, zack, zack. Sarah - jung, halblange dunkle Haare, Sternchenohrringe - ist konzentriert bei der Sache.

"Tisch vier, zweimal Rinderfilet mit Wildkräutern!" hört man jemanden rufen. Sarah platziert Ragout und Reis auf dem Teller, dazu noch ein Paprikaschiffchen und knallt dann den Teller mit Schwung auf die Anrichte aus Edelstahl. "Service!" brüllt sie. Es ist Samstag, 19.30 Uhr und im Bonne Auberge in Schildesche herrscht Hochbetrieb.

Sarah Lange ist 16 Jahre alt und Auszubildende zur Köchin im ersten Lehrjahr. Mit dem zweiten Azubi Jonas, der mittlerweile im dritten Lehrjahr die Küche im "Bonne Auberge" schmeißt, bildet sie die "Küchenbrigade" und kocht für bis zu 100 Gäste am Abend. "Mir macht die Ausbildung richtig Spaß", sagt Sarah. "Meine Kollegen sind nett und meine Aufgaben hier im Restaurant abwechslungsreich." Klar: Es gibt Arbeitsabläufe, die Tag für Tag erledigt werden müssen: Kontrolle der Lebensmittel, Einkaufen, Vorbereitungen. Und nach getaner Arbeit gilt es, das Chaos zu beseitigen und die Küche für den nächsten Tag aufzuräumen. "Das Kochen ist natürlich das Beste!"

Für Sarah gab es schon von Anfang an mehr zu tun als das obligatorische Zwiebelschnippeln. "Das Gericht, das ich am häufigsten zubereiten muss, ist das Rehragout", erzählt die 16-Jährige. Auch vor unangenehmen Aufgaben schreckt sie nicht zurück: "Letzte Woche musste ich die Dorade ausnehmen. Das war schon ein bisschen eklig, aber es gehört ja dazu." Genauso wie die Berufsschule, wo sie alles über Hygienevorschriften, Inhaltsstoffe und Lebensmittellagerung lernt.

Was rät sie Schulabgängern, die sich für eine Ausbildung zum Koch oder zur Köchin interessieren? "Wichtig ist, dass man eine kleine Ahnung vom Kochen hat." Auch Schulpraktikum oder Probearbeiten empfehle sich. "So hatte ich schon vorher einen Einblick in den Job und habe die Kollegen kennengelernt." Und das Zwiebelschnippeln hatte sie nach dem Praktikum auch schon drauf.


Köchin

  • Sarah Lange (16) absolviert eine dreijährige Ausbildung zur Köchin im "Bonne Auberge" in Bielefeld. Sie träumt von einem Job auf einem Kreuzfahrtschiff oder in einem eigenen Restaurant.
  • Das Gastgewerbe boomt international wie regional. In OWL ist die Branche mit viele Ausbildungsstätten vertreten. Viele Stellen sind noch nicht besetzt. Die Übernahmequoten sind sehr hoch.
  • Mehr Infos: www.handwerk-owl.de, www.bonne-auberge-web.de


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