Warum haben die Mayas all diese Mühen, diese schier übermenschliche Plackerei, auf sich genommen? Diese Frage stellt sich jedem, der die archäologischen Stätten der Indio-Kultur auf der mittelamerikanischen Halbinsel Yukatan besucht, deren größter Teil heute zu Mexiko gehört.
Steine über Steine wurden in Jahrhunderten von Menschenhand an vielen Orten zu imposanten architektonischen Gebilden aufgeschichtet. Pyramiden und Paläste ragen aus der üppigen Urwaldvegetation hoch in den Himmel und versetzen den Betrachter in Ehrfurcht und Erstaunen.
Yukatan hat mehr zu bieten als nur alte Steine
Die alten Maya-Städte sind die große Touristenattraktion auf Yukatan, das den Golf von Mexiko vom Karibischen Meer trennt. Doch ein Trip in die Welt der Mayas hat mehr zu bieten als alte Steine und Ruinen aus längst vergangenen Zeiten – Yukatan, das wie ein Hundekopf ins Meer ragt, ist ein Ort, der einen perfekten Urlaub garantiert. Die Maya-Legenden verbinden sich hier auf wunderbare Weise mit der wechselvollen Kolonialgeschichte Mexikos und dem Rummel in den Touristenzentren an der Ostküste.
Anlaufpunkt für Reisende ist die Boomtown Cancún am östlichen Gipfel Yukatans, ein ehemaliges Fischerdorf, das sich in nicht einmal 40 Jahren zu Mexikos populärstem Urlaubsziel mit heute mehr als 500.000 Einwohnern entwickelte. Cancún ist eine Stadt, die auf dem Reißbrett entstand und fast ausschließlich vom Tourismus lebt. Die Hauptklientel sind US-Amerikaner, die in wenigen Stunden mit dem Flieger in das Ferienparadies einschweben können.
Die Anreise aus Deutschland ist anstrengend. Nach elf langen Stunden steigt man gerädert aus dem Flieger – und wird sofort für die Mühen entschädigt. Cancún ist eine pulsierende Stadt, eine Ferienfabrik, die kaum Wünsche offen lässt. In unzähligen Diskos, Tanzsalons, Bars und Musikkneipen ist das ganze Jahr über Party angesagt. Der ganze Küstenstreifen zwischen Cancún und der uralten Maya-Stadt Tulum erfüllt mit seinen endlosen weißen und von Palmen gesäumten Stränden den Traum von "Karibik pur". Kein Wunder, dass die Zahl der feinen und teuren Hotels an der traumhaften Playa del Carmen von Jahr zu Jahr größer wird.
Wer in die Geschichte eintauchen sowie Land und Leute abseits der Urlaubsburgen erleben möchte, der kann von hier aus bequem zu Tagesausflügen oder mehrtägigen Rundfahrten starten. Sie können vor Ort oder bereits in Deutschland pauschal gebucht werden. In der Regel führt eine einwöchige Reise zu den wichtigsten Maya-Stätten auf Yukatan. Etwa 2.500 Kilometer werden bei der Rundreise mit Auto oder Bus zurückgelegt. Erste Anlaufstation ist meist Tulum, die einzige Maya-Stadt, die am Karibischen Meer liegt. Tulum war ein wichtiger Handelspunkt der Maya.
Inbegriff einer im Urwald versunkenen Stadt
Immer entlang der Küste geht es weiter in den Süden über die Maya-Siedlung Chetumal nach Kohunlich, das für die Stuckmasken des Sonnengottes berühmt ist. Der südlichste Punkt der Rundreise ist das berühmte Palenque, der Inbegriff einer im Urwald versunkenen Stadt, die von den UN als Weltkulturerbe deklariert wurde. Zwölf Jahrhunderte lagen die mächtigen Pyramiden und Paläste unter der dichten Pflanzendecke des tropischen Regenwaldes begraben. Weitere Ruinen und Tempelanlagen – nicht nur in Palenque – warten darauf, entdeckt und freigelegt zu werden.
Auf der Rückreise geht der Maya-Trip weiter. Die archäologischen Stätten Kabah, Uxmal und Chichén Itzá sind ebenfalls wichtige Zeugnisse der Maya-Kultur.
Die freigelegten architektonischen Meisterwerke offenbaren eine großartige Kultur mit Schrift, Mathematik und Malerei, aber auch grausamen religiösen Riten, bei denen das Menschenopfer eine große Rolle spielte.
Campeche, die am Golf von Mexiko gelegene ehemalige Piratenstadt mit dem dekadenten Charme, ist ein Geheimtipp für Reisende. Gut, dass sie am Weg liegt. Die beschauliche Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats beeindruckt mit ihrer kolonialen Architektur und mit ihrem sorgfältig restaurierten historischen Zentrum.
Auch Merida, die Hauptstadt Yukatans, ist ein Muss für Mexiko-Reisende. Die 1542 als erste Siedlung der Spanier auf der Halbinsel gegründete Stadt ist lebendig, hektisch und farbenfroh. Merida, die "weiße Stadt", entfaltet ein quirliges Leben, das den Besucher in seinen Bann zieht. Musik erklingt an allen Ecken, auf der Plaza wird flaniert und getanzt, und die Hausfrauen bieten Kostproben der echten yukatekischen Küche an – ein Fest für alle Sinne.
Reisetipps
Auskunft: Mexikanisches Fremdenverkehrsamt, Taunusanlage 21, 60325 Frankfurt a. M., Tel. (0 69) 2513, www-mexiko.reisetipps.de.
Anreise: Cancún wird regelmäßig von deutschen Flughäfen angeflogen, Flugdauer etwa elf Stunden. Reisepass ist Pflicht, Visum nicht. Zubringerflüge ab Münster/Osnabrück und Paderborn-Lippstadt.
Angebote: Eine Rundreise auf der Halbinsel Yukatan kann in Deutschland bei diversen Reiseveranstaltern pauschal (ab ca. 1.750 Euro) gebucht werden. Jeder Interessierte kann sich aber seine Reiseroute auch vor Ort selbst zusammenstellen. Busverbindungen sind gut und billiger als in Deutschland.
Ausgeben: Zahlungsmittel ist der Peso, fast überall werden aber auch US-Dollar akzeptiert. Auch Kreditkarten sind weit verbreitet.
Aufgepasst: Impfungen sind nicht vorgeschrieben und für den Badeurlaub auch nicht erforderlich. Wer aber in der Regenzeit einen Trip in die Urwaldregion plant, sollte sich zu Hause von einem Arzt (tropenschutzerfahren) beraten lassen. Oder er wendet sich an ein Tropeninstitut. Eine Liste findet man im Netz unter www.gesundheitstrends.de oder www.auswaertiges-amt.de. Auslandskrankenschutz ist angeraten.
Kriminalität: Mexiko ist ein weitgehend sicheres Reiseland und das ländliche Yukatan besonders.










