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17.11.2012
Hawaii
Ritt auf den Wellenkronen
Reise nach Maui ins ferne Paradies
VON BRIGITTE VON IMHOF

Rollender Spaß | FOTO: CLAUDIA OTTILIE

Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge haben ja in der Regel etwas Beliebiges. "Kennst du einen, kennst du alle", sagen die Abgeklärten und bringen damit die Romantiker auf die Palme. Als wir kurz vor sechs Uhr morgens auf dem Gipfel des Haleakala auf der hawaiianischen Insel Maui stehen, wissen wir: Dieser Sonnenaufgang ist unvergleichlich und einzigartig. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die mondähnliche Kraterlandschaft in purpurrotes Licht. Der Mythologie nach fing der Halbgott Maui dort oben mit einem Lasso die Sonne ein. Sie musste ihm versprechen, ihre tägliche Bahn über seiner Insel zu verlangsamen, erst dann kam sie wieder frei. Die Hawaiianer benannten den Vulkan daher Haleakala – Haus der Sonne. Schon Mark Twain, ein glühender Hawaii-Fan, schwärmte Mitte des 19. Jahrhunderts vom "erhabensten Schauspiel, das ich je gesehen habe".

Info

GUT ZU WISSEN

ANGEBOT
Achttägige Selbstfahrerreise "Oahu–Maui", ab Oahu bis Maui, drei Übernachtungen in Oahu, vier Übernachtungen in Maui (jeweils Drei-Sterne-Hotels) ab 725 Euro pro Person im DZ. Höhere Hotelkategorie ab 855 Euro (Meier’s Weltreisen).

AUSKUNFT
Hawaii Tourism Europe c/o Aviareps Tourism, Josephspitalstr. 15, 80331 München, Tel. (0 89) 5 52 53 38 19, www.hawaii-tourism.de, www.gohawaii.com.

Maui, die zweitgrößte Insel des Pazifik-Archipels, ist die wahrscheinlich "hawaiianischste" aller Hawaii-Inseln. Sie kommt den klassischen Aloha-Klischees am nächsten – mit unwirklich schönen Stränden, einer spektakulären Unterwasserwelt, exotischem Blütenzauber und Dschungelflair. Bis vor nicht allzu langer Zeit noch als Geheimtipp gehandelt, hat sich Maui inzwischen zur absoluten Lieblingsinsel des internationalen Jet-set und der Hollywoodstars gemausert. Für uns Mitteleuropäer ist der Weg zu den begehrten Inseln mitten im Pazifik zugegebenermaßen sehr weit.


"Als ich vor 40 Jahren hierhergekommen bin, konnte man noch jeden Touristen per Handschlag begrüßen. Und jetzt landet alle 20 Minuten ein Flugzeug", erzählt uns Steve. Der ergraute Landschaftsmaler ist ein lebendes Überbleibsel aus der Flower-Power-Generation. Typen wie ihn gibt es trotz der hohen Promi-Dichte immer noch auf Maui. Man braucht nur einmal durch Städtchen wie Paia an der Nordküste zu schlendern, wo man von einer Galerie in den nächsten Kunsthandwerkshop stolpert. Dazwischen bahnen sich braungebrannte, weizenblonde Boys mit ihren Surfboards unterm Arm ihren Weg zum Strand und den hohen Brechern.

Auf Hawaii liegt der schönste Strand der USA


Mauis Reichtum ist die einzigartige Vielfalt der Strände, die die knapp 200 Kilometer Küstenlinie säumen. Im Westen der Insel zählen Kaanapali Beach und Kapalua Beach und der D. T. Fleming Beach Park zu den Höhepunkten. Letzgenannter wurde vor einigen Jahren sogar zum schönsten Strand der USA gekürt. Mokuleia Bay und Honolua Bay im äußersten Nordwesten der Insel ziehen Taucher und Schnorchler an. Im Winter warten hier Top-Bedingungen für Surfer. Windsurfer schätzen an Maui vor allem die North Shore westlich von Kahului, wie etwa den Hookipa Beach. Im Süden lassen Namen wie Kamaole, Mokapu, Wailea oder Makena die Herzen der Beach-Fans höher schlagen. Es gibt aber noch mehr tolle Badeplätze: Wailua etwa, unterhalb der gleichnamigen Wasserfälle, wo das Wasser durch sieben Becken ("Seven Pools") fließt, bis es sich ins Meer ergießt.Eine Inselrundfahrt, am besten mit dem Leihwagen, fördert den anmutigen Reiz Mauis zutage. "Road to Hana" heißt die berühmte Straße, die von Kahului entlang der Nordküste nach Hana führt. Hier gilt einmal mehr: Der Weg ist das Ziel. Wir hangeln uns an einer an den Berg geklebten Serpentinenstraße mit unzähligen Haarnadelkurven entlang, es geht über 50 Brücken und durch enge Ortschaften. Urwald und tosende Wasserfälle flankieren die Fahrt eindrucksvoll. Alle 100 Meter ist man versucht anhalten, weil ein immer noch schöneres Fotomotiv eingefangen werden will. Man fragt sich, ob sich die enge, gut 80 Kilometer lange Asphaltstraße den Weg durch den Dschungel frisst – oder ob die Straße nicht doch eher von dem üppig wuchernden Grün verschlungen wird. Unterwegs auf Inseltour kann man sich an einem der vielen Straßenstände stärken: erfrischendes Kokosnusswasser direkt aus der Nuss, dazu ein Huli-Huli-Chicken oder gegrillte Shrimps. Schnell kommt man dabei mit den immer heiter-entspannten Inselbewohnern oder anderen begeisterten Touristen ins Gespräch.

Vor der Künste befindet sich ein Paradies für Taucher


Bei unserem Ausflug zum Inselchen Molokini, das Makena Beach vorgelagert ist, statten wir der Unterwasserwelt Hawaiis einen Besuch ab. Riesige Schildkröten treiben zwischen uns Schnorchlern hindurch, Fische in allen erdenklichen Farben und Mustern bringen das Korallenriff zum Leuchten. Später beim Mai-Tai-Sundowner am Strand sorgen Dutzende von Buckelwalen für ein ergreifendes Rahmenprogramm. Fast 2.000 der Meeresriesen halten sich im Winter hier auf, um ihre Jungen großzuziehen – und begeisterte Urlauber zu unterhalten.

Von der Inselhauptstadt Lahaiana werden auch verschiedene Bootsausflüge zum Whale Watching angeboten. Die seichte Bucht zwischen Maui und den Nebeninseln Lanai und Kahoolawe gilt "unter Walen" als Flirtmeile, Geburtsstätte und Kindergarten. Anders als die Wale wandern viele Meerestiere in Bratpfannen und auf Grills der Restaurants. Ahi, Mahi-Mahi, Onaga, Opakapaka ..., am besten nicht lange fragen, welcher Fisch genau hinter diesen Namen steckt, sondern einfach bestellen und sich überraschen lassen!


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