Schrift

29.12.2012
Marseille auf dem Weg in die Zukunft - Mit Gewinnspiel
Die europäische Kulturhauptstadt 2013
VON CLAUDIA SCHUH

Vergessene Perle Frankreichs | FOTO: CLAUDIA SCHUH

Marseille, die älteste und zweitgrößte Stadt in Frankreich, wirkt auf den ersten Blick bunt, polyglott und aufregend, aber auch ein wenig ramponiert: Das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2013 und die komplette städtebauliche Neugestaltung sollen helfen, das zwielichtige Image der Hafenstadt endlich abzuschütteln.

Josiane Bercier steht unterhalb der Kathedrale La Major und blickt aufs Meer. Die Fremdenführerin sagt: "Wo ich stehe, ist ab 2014 alles Fußgängerzone." Im Moment rauscht noch der Verkehr an ihr vorbei. Bercier zeigt auf die früheren Docks vor ihr: Kräne tanzen in der Luft, Bauarbeiter hantieren auf Gerüsten, Laster karren Baumaterial heran. Die gebürtige Marseillerin erklärt stolz: "Was hier entsteht, ist das größte städtebauliche Projekt in Europa." Marseille vollzieht gerade eine Wandlung. Von weitem ist bereits der neue, grün schimmernde Wolkenkratzer von Stararchitektin Zaha Hadid sichtbar – übrigens der erste in Marseille. Er könnte zum Wahrzeichen der Stadt werden, neben der Wallfahrtskirche Notre Dame de la Garde.

Info
Gewinnspiel
Gewinnen Sie mit etwas Glück vier Übernachtungen im New Hotel of Marseille (4-Sterne-Hotel im Design-Stil, Swimmingpool, gegenüber Palais du Pharo und 5 Gehminuten von der Altstadt und dem "Vieux Port" entfernt) im Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet. Anreise mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV über Frankfurt nach Marseille.

Information und Buchung im Reisebüro, unter www.dertour.de oder Tel. (069) 95 88-59 29.


Einfach anrufen. Gewinn-Hotline 01378 40 20 52. Teilnahmeschluss ist am 4. Januar 2013. Wir wünschen Ihnen viel Glück!

Der Anruf kostet 50 Cent aus dem Festnetz der Deutschen Telekom (abweichende Preise aus dem Mobilfunknetz). Mitarbeiter dieser Zeitung und ihrer Tochterunternehmen sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Info
www.mp2013.fr;
www. franceguide.com/de
Buchtipp: Dumont-Reiseführer "Marseille", Klaus Simon

Am Dock J 4, zu Füßen der eindrucksvollen Festung Fort Saint Jean, wird die gesamte Meeresfront im Moment spektakulär umgestaltet: Stararchitekten wie Jean Nouvel, Norman Foster und Massimiliano Fuksas helfen mit. Die beiden Prestigeprojekte: Das Musée des Civilisations Europe Méditerranée (MuCEM) soll das erste Nationalmuseum Frankreichs außerhalb von Paris werden. Und das hufeisenförmige Ausstellungszentrum "Centre régional de la Méditerranée" (CeReM) die Partnerschaft zu den Mittelmeeranrainern pflegen.

600 Millionen Euro in rund 50 Projekt investiert

Insgesamt werden 600 Millionen Euro in rund 50 Projekt investiert. Norman Foster baut gerade im Vieux Port, dem Alten Hafen, die größte Fußgängerzone Europas. "Nicht so schnell am Vormittag, langsam am Nachmittag" lautet zwar das Arbeitsmotto der Mittelmeerstadt. Doch alle geben sich überzeugt, dass alle wesentlichen Kulturprojekte rechtzeitig fertig werden. "Wir können auch schnell sein", sagt Stadtführerin Josiane Bercier. Das seit 1995 in Marseille verwirklichte Stadtbauprojekt "Euroméditerranée" wird noch etwas länger dauern: Planer sprechen von 2020. Bercier betont, wie viel die Transformation den Bewohnern bedeutet: "Es geht um die ökonomische, soziale und kulturelle Aufwertung Marseilles."Die hat Marseille auch bitter nötig. Zuletzt war die Stadt für einen anderen Superlativ bekannt: Ärmste Großstadt Frankreichs zu sein. Die 900.000-Einwohner-Metropole gilt mit seinen vielen Zuwanderern aus dem Maghreb als "größte Stadt Nordafrikas". Drogen, Bandenkriege, in den 1980ern eine Arbeitslosigkeit von 22 Prozent – die Zeiten haben sich gebessert, das Image nicht wirklich. Die Marseillerin Bercier bedauert: "Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier viele Filme über Kriminalität gedreht. Von diesem Image wollen wir weg."


Und nun soll die Kultur es also richten. Das Programm "Marseille-Provence 2013" verfügt über ein Gesamtbudget von 90 Millionen Euro und wird aus einer Vielzahl origineller Kleinprojekte bestehen, verspricht Ulrich Fuchs. Der gebürtige Oberpfälzer ist Vizedirektor der Organisation Marseille-Provence 2013 und gestaltet inhaltlich das Europäische Kulturhauptstadtjahr. Er weiß, was alles auf ihn zukommt, hat er doch bereits Linz 09 erfolgreich mitbegleitet. Fuchs sagt: "Die Wahl zur Kulturhauptstadt ist ein Weckruf und ein Stipendium."

Die gesamte Region beteiligt

Die gesamte Großregion will sich mit "Marseille-Provence 2013" als Kulturraum präsentieren: Zwischen Arles, Aix-en-Provence und Aubagne schließen sich fast hundert Kommunen zusammen und bieten ein beachtliches Programm mit weit mehr als 400 Veranstaltungen, Konzerten und Ausstellungen. Vieles wird für alle zugänglich sein und nichts kosten, verspricht Fuchs: "Es wird einen Reigen von Eröffnungen und tollen Veranstaltungen bis zum Ende des Kulturjahres geben."

Zu den beachtlichsten Vorhaben gehört der Ausbau des ehemaligen Internierungslagers Les Milles. Zwischen 1939 und 1942 waren ausländische Exilanten wie Lion Feuchtwanger, Hans Bellmer, Max Ernst, dann Résistance-Kämpfer und am Ende jüdische Häftlinge vor dem Abtransport nach Drancy und Auschwitz eingesperrt. Jetzt wird es zu einem öffentlich zugänglichen Ort des Gedenkens. Doch Transformation hin oder her. Immer noch ist der Alte Hafen das Herz der Stadt. Am Abend, wenn am Fischmarkt entlang des Quai des Belges die Buden längst zu haben, köchelt der fangfrische Fisch bereits in den Töpfen der umliegenden Lokale. Serviert wird überall: Bouillabaise, Marseilles berühmte Fischsuppe.

Das "Miramar", ein Lokal aus den 1950er Jahren, kocht die traditionellste Version der Fischsuppe, darin sind sich die Bewohner einig. Die Suppe muss mindestens vier Felsfische aus dem Mittelmeer enthalten, erklärt der Kellner, und unbedingt Rascasse (Drachenkopf). Weil der Fisch immer schwieriger zu bekommen ist, lässt sich das Miramar seine traditionelle Fischsuppe entsprechend teuer bezahlen: Mit 59€ Euro ist es längst keine Arme-Leute-Suppe mehr.


Schrift



Anzeige

Anzeige

NW-Mobil
Jaguar F-Type Coupé: Für geübte Aussteiger
Auch die 340 PS starke "Einstiegsversion" bietet Gänsehaut-Garantie... mehr

VW Golf R DSG: R kann auch anders
Mit 300 PS ist der Golf R das absolute Topmodell der Wolfsburger Bestseller-Baureihe – und ist ein Wolf im Golfspelz... mehr

Mitsubishi Outlander: Kraft der drei Herzen
Der Mitsubishi Outlander schafft in der Plug-in-Hybrid-Version gut 30 Kilometer am Stück rein elektrisch... mehr

Heißer Golf von Barcelona: Seat Leon Cupra SC
Kompakter Heißblüter und Sportler für den Alltag: Der Seat Leon Cupra bietet mit seinem 265 PS starken Turbomotor auf der einen Seite Rundkurs... mehr

Skoda Octavia RS Combi TDI DSG: Sport auf bequeme Art
Mit 184-PS-Diesel und leicht geschärfter Optik gibt sich der Octavia RS Combi dynamisch – und bleibt doch ein typischer Skoda... mehr


Anzeige
Anzeige



Jobs bei der NW


Zeitungsdruck Rotationsdruck Rheinisches Format   NW Logistik