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02.03.2013
Malmö
Nordlicht - Ein Blick auf die drittgrößte Stadt Schwedens
Eurovision Song Contest 2013
VON CHRISTIAN NOWAK

Drehung um 90 Grad | FOTO: SRT

Seit Eröffnung der Brücke über den Öresund ist Malmö Teil der florierenden Öresundregion, zu der auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen gehört. Trotz des futuristisch anmutenden neuen Stadtviertels Västra Hamnen ist Malmö immer noch eine gemütliche Stadt mit historischem Kern, sehenswerten Museen und einer lebendigen Restaurant- und Kneipenszene.

Die neueste Attraktion Malmös, der Turning Torso, ist schon aus der Ferne zu sehen, denn der futuristische Wohnturm reckt sich 190 Meter in die Luft. Immerhin ist es das höchste Gebäude Skandinaviens, doch unverwechselbar wird der Bau erst dadurch, dass er in sich verdreht ist und wie ein Golfspieler beim Abschlag wirkt. Errichtet wurde der Turning Torso nach Plänen des spanischen Architekten Santiago Calatrava aus neun Kuben mit jeweils fünf Stockwerken. Jede Etage ist ein wenig zur darunterliegenden verdreht, über die gesamte Höhe summiert sich die Drehung auf 90 Grad. Vom obersten Stockwerk aus reicht der Blick weit über den Öresund, die markante Brücke ist ebenso zu sehen wie die Dächer von Malmös City.

Zu Füßen des Turning Torso liefen einst Ozeanriesen vom Stapel und baute Saab-Scania Hunderttausende Autos. Das ist alles längst Geschichte, denn heute erstreckt sich in Västra Hamnen Malmös modernstes Stadtviertel. Internationale Architekten haben exklusive, teils sogar extravagante Wohnhäuser mit viel Glas und Grün geschaffen. Modern ist aber nicht nur das Äußere. Sonnenkollektoren und Windkraft sorgen für einen hohen Anteil regenerativer Energie, Regenwasser wird gesammelt und der Abfall in einer Biogasanlage verwertet. Reizvoll ist die nähere Umgebung. Sie bietet vor allem viel Lebensqualität, denn die Öresundpromenade verbindet drei Parks, lädt zum Flanieren ein und ermöglicht den Zugang zu Sund und Strand.

An Sehenswürdigkeiten und Historie mangelt es der schwedischen Stadt nicht


Die meisten Sehenswürdigkeiten Malmös befinden sich innerhalb des Ringkanals, der die Altstadt umschließt. Historischer Kern ist der Stortorg, in dessen Mitte Karl X. Gustav in Feldherrenpose auf seinem Pferd thront. Für den kriegerischen König soll dem Bildhauer Johan Börjeson einst ganz profan ein Fischer aus den Stockholmer Schären Modell gestanden haben. Eingerahmt wird der Platz von einigen stattlichen Gebäuden wie dem Renaissance-Rathaus, in dessen Keller sich das Schlemmerlokal Rådhuskällaren befindet. Im auch denkmalgeschützten Kocksa Huset mit reich verziertem Treppengiebel ist das Årstiderna & Kockska Huset, ein vorzügliches Restaurant, untergebracht. Hinter der Neorenaissancefassade der Residenset wohnt der Regierungspräsident. Am Stortorget 8 ist die Lejonet Apotek von 1890 ein Blickfang. Gleich hinter dem Rathaus liegt die St.-Petri-Kirche, das älteste Gebäude Malmös.

Nur wenige Schritte sind es vom Stortorg zum Lilla Torg, dem kleinen Marktplatz. Die kleinen, bunten, bis zu 300 Jahre alten Fachwerkhäuser dort sind ein dänisches Erbe. Rund um die mittelalterliche Kleinstadtidylle pulsiert das Leben, hier sitzt es sich gut in einem der Straßenlokale, beim Kaffee oder Bier kann man die wärmenden Sonnenstrahlen genießen, die Malmö häufig schon zeitig im Frühjahr verwöhnen. In den Schaufenstern der Konditoreien stehen turmhohe Kuchen, die sogenannten Spettkaka. Diese Spezialität aus Schonen wird über offenem Feuer gebacken und ähnelt einem Baumkuchen, ist aber viel luftiger und leichter. Wer es sich zutraut, dieses zerbrechliche Gebilde heil nach Hause zu bekommen, der hat ein süßes Souvenir.


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