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30.03.2013
RHEINLAND-PFALZ
Land der Burgen und Vulkane: Märchenwelt zum Anfassen
Erloschene Vulkane und Kraterseen, Burgenromantik und dazwischen eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt. Das ist die Eifel.
VON ROLAND E. JUNG

Schmuckstück der Eifel | FOTO: ROLAND E. JUNG

Das Mittelgebirge ist vor allem ein beliebtes Ziel für Wohnmobilisten. Denn es gibt traumhaft gelegene Camping- und Stellplätze in fast unberührter Natur. Ob man allerdings mit dem eigenen Auto die Nordschleife des Nürburgrings befahren muss, bleibt jedem selbst überlassen. Mit dem Wohnmobil ist es auf jeden Fall kein besonderer Kick, und ich denke, auf diese Idee ist auch noch niemand gekommen. Aber schließlich kann man ja jede Menge anderer Highlights ansteuern. Wie zum Beispiel die Burg Eltz.

Sie gehört zu den schönsten deutschen Burgen und liegt malerisch im Tal des Eltzbachs. Als Wohnburg hat sie acht Jahrhunderte unversehrt überstanden. Bei einer Führung gibt es Rüstungen und Gemäldesammlungen, die Schatzkammer mit Münzen und Schmuck sowie den sogenannten Dukatenscheißer aus Elfenbein zu bestaunen. Nach so viel Ritterromantik sei der "Garten Gottes" empfohlen. So jedenfalls nennen die Benediktinermönche ihr Kloster Maria Laach, das eingebettet inmitten grüner Wälder und Wiesen am größten Vulkansee der Eifel liegt.

Info

GUT ZU WISSEN

CAMPING

Es gibt in der Eifel eine Reihe gut bis sehr gut ausgestatteter Campingplätze sowie

Stellplätze. Informationen und nähere Details dazu gibt’s beim Tourismusservice,

ADAC-Camping-Caravaning- Führer.


EMPFEHLENSWERTE PLÄTZE

Campingplatz Oosbachtal, Müllenborner Stra-ße 31, 54568 Gerolstein-Müllenborn, Tel. (06591)

7409, www. camping-oosbachtal.de.

Natur-Camping Vulkaneifel, Hernstwiese, 54531 Manderscheid, Tel. (06572) 9211-0,

www.vulkan-camping.de.


AUSKÜNFTE

Tourismusbüro Eifel,
Tel. (06551) 9656-0,
www.eifel.info.

Die einsame Klosterkirche ist eines der Urbilder der deutschen Romantik. Pfalzgraf Heinrich II. fasste 1093 zusammen mit seiner Gemahlin den Plan, eine Benediktinerabtei zu gründen, als Stätte des Gotteslobs und Grablege für das kinderlose Ehepaar. Der prächtige Steinsarkophag sowie die Apsis der Basilika mit ihren Mosaiken versetzen jedermann in andächtiges Staunen.

Vom Gotteshaus ist es nur ein Katzensprung nach Monreal, einem kleinen, verträumten Burgstädtchen. Sofort fühlt man sich in eine andere Epoche versetzt, wenn man durch die engen Gassen spaziert. Drei alte Bogenbrücken, zwei Burgruinen und die gotische Pfarrkirche bestimmen das mittelalterliche Ortsbild. Mit seinem Eifeler Fachwerk gehört Monreal mit Sicherheit zu den schönsten Dörfern der Eifel.

Die Eifel ist das Land der Maare. Diejenigen, die Maare als Kraterseen bezeichnen, liegen gänzlich falsch. Anders als ein Krater, der nach der Eruption eines Vulkans entsteht, ist ein Maar die Folge einer Implosion des Bodens. Das heißt im Klartext: Wenn sich Magma und Wasser im Erdinnern verbinden, entsteht explosionsartig Wasserdampf, der durch seine plötzliche Ausdehnung kraterförmige Löcher in die Landschaft reißt. Das sind letztendlich die berühmten Maare in der Vulkaneifel, die zum Markenzeichen geworden sind. Einige von ihnen befinden sich ganz in der Nähe der Stadt Daun, wie etwa die Dauner Maare.Ausgangspunkt für einen Abstecher zu den erloschenen Feuerbergen ist der Parkplatz beim Totenmaar. Nach einer halben Stunde Fußweg durch wunderschöne Natur wird man mit einer gewaltigen Aussicht belohnt. Weit schweift der Blick über das Weinfelder, Gemündener und Schalkenmehrener Maar. Dort, wo Adler fliegen und Wölfe heulen, liegt die Kasselburg. Die mächtigen Ruinen erheben sich wie eine Zitadelle über dem Dorf Pelm. Die Burg thront auf dem Basaltstock eines Vulkans. Der Besuch des Adler- und Wolfsparks ist ein absolutes Muss.

Falknerin aus Leidenschaft | FOTO: ROLAND E. JUNG

Mareike Schneider ist ihres Zeichens Falknerin und Waldpädagogin und erklärt den interessierten Besuchern alles über Adler, Milane, Falken, Uhus, Geier und Eulen, die in den alten Gemäuern des Burghofs der Stauffenburg in Volieren leben. Besonders spannend ist die Freiflugvorführung, die in ihrer Art einmalig ist. Und dann wären da noch die Wölfe, die auf einem riesigen Areal rund um die Kasselburg leben. Ein erhöhter, eingezäunter Erlebnisweg mit Kanzeln und Tribünen bietet den Besuchern einen freien Blick und unmittelbaren Kontakt zu diesem Rudel. Übrigens das größte Wolfsrudel Westeuropas.

Rund um den Nationalpark Eifel verläuft die Straßenführung durch dichte Fichtenwälder und einsame Hochmoore. Gleich hinter Gemünd geht es auch schon los mit der Szenerie. Vorbei am Kloster Mariawald, einer Abtei der Trappistenmönche, erreicht man Heimbach. Gekrönt wird das Städtchen von der Burg Hengebach, eine der ältesten der Eifel. Der Luftkurort ist Basislager für jede Menge Aktivitäten rund um die Stauseen.

Der Rurstausee, die zweitgrößte Talsperre Deutschlands, ist ein Eldorado für Kajakfreunde, Angler, Segler, Surfer und Badegäste. Um die fjordähnliche Wasserwelt führen unzählige Wander- und Fahrradwege. Hier kann man nach Herzenslust radeln, und einsame Laubwälder wechseln mit einmaligen Panoramen ab. Überall laden Bänke zum Verweilen ein.

Man muss sie einfach lieben, die kleinen und schnuckeligen Fachwerkdörfer in der Eifel mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre. Es war aber nicht immer so, dass die Eifeldörfer ein feudales Bild abgaben. Früher, als Kriege und Hungersnot herrschten, nahm man als Baumaterial eigentlich das, was man kriegen konnte. Und das waren Holzstämme aus den nahen Wäldern, die für einfache Konstruktionen ausreichten. Man zimmerte schwarz-weiße Holzständerbauten mit Gefachen aus geflochtenen Zweigen und Ästen sowie Lehm. Eng und rauchig war es in den niedrigen Stuben, und im Schlafzimmer blühten im Winter Eisblumen an den Fenstern.

Ein Paradebeispiel in Sachen Fachwerkhäuser ist nun mal das malerische Eifelstädtchen Monschau. Jedoch sollte man tunlichst einen Besuch am Wochenende vermeiden. Dann herrscht Jubel, Trubel, Heiterkeit, und Menschenmassen quälen sich durch die engen Gassen mit ihren prächtigen Bürgerhäusern.

Unter dem Motto "Keine Reise ohne krönenden Abschluss" bietet sich wenige Kilometer hinter Monschau ein Abstecher ins Rurtal an. Der Geheimtipp schlechthin. Hier findet man Einsamkeit pur, und hier sagen sich im wahrsten Sinne des Wortes Schwarzstorch und Hase "gute Nacht". Darüber hinaus ist es landschaftlich einfach nur schön. Kleine Bächlein folgen dem Straßenverlauf, Kalksteinfelsen streben dem wolkenlosen Himmel entgegen, und eine Handvoll Wanderer und Radfahrer genießen Stille und Einsamkeit.


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