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06.07.2013
Berlin
Skurrile Hotels in Berlin

Zwischen pinkfarbenen Seifenblasen | FOTO: NHOW

Vor der U-Bahn-Haltestelle Warschauer Straße schallt kratzig ein Rockklassiker von Neil Young aus dem Lautsprecher: "Down by the River". Der Straßenmusiker mit seiner E-Gitarre hätte vom Nhow-Hotel dorthin bestellt sein können. Sein rauer Gesang begleitet den Hauptstadt-Touri auf den Fußweg runter zur Spree zu dem Hotel. Passenderweise neben dem Musiksender MTV und der Plattenfirma Universal Records liegt das Musik- und Lifestyle-Hotel.

"Das Thema soll sich wie ein roter Faden durch unser Haus ziehen", sagt Sprecherin Lucía Fernández. Passender wäre ein Faden in Pink. Direkt hinter dem Eingang steht ein Schlagzeug vor den psychedelischen Formen, die raumhoch die Wand zieren und sich in Variationen aus Pink-, Rosa- und Violetttönen in den runden, schwingenden Bewegungen konsequent durch das gesamte Hotel ziehen: Die Rezeption als langgezogene Seifenblase fügt sich den Formen auf dem Boden, die rosa Pantoffeln gehen im farblichen Akkord mit den Pop-Art-Bildern von Musiklegenden im Restaurant. Nicht nur sein Design, auch funktional unterwirft sich das Hotel seinem Motto: Dank dem Gitarren- und Keyboard-Service können Musikliebhaber in Ruhe in ihrem Zimmer spielen. Oder in einem Highend-Tonstudio gleich eine Platte aufnehmen – nicht in tageslichtferner Kelleratmosphäre, sondern mit Panoramablick über Berlin.

Info

GUT ZU WISSEN


Über 770 Beherbergungsbetriebe gibt’s in Berlin.

NHOW-HOTEL
www.nhow-hotels.com

HÜTTENPALAST
www.huettenpalast.de

SCUBE PARK
www.scube-parks.de

Südlich der Spree das Kontrast-Programm zum durchgestylten Nhow: Architekten, geschweige denn New Yorker Stardesigner, haben beim Scube Park nie Hand angelegt. Geschäftsführerin Tanja Rathmann und ihre Gründungspartner haben die ausgefallenen Unterkünfte für den Urlaub in der Hauptstadt einfach selbst geschaffen. 30 minimalistische Würfel aus Holz mit einer großen Fensterfront zur einen Seite sind über die Wiese neben dem Sommerbad Neukölln verteilt. "Zu uns kommen Leute, die die Gemeinschaft schätzen", sagt Rathmann. Bis zu vier massive, schlichte Holzbetten mit gemütlichen Kissen bestimmen das Innere jedes Scubes. Frühstück gibt es im Gemeinschaftsraum, auf der Wiese wird gegrillt, und die Duschräume gehörten mal zum Schwimmbad nebenan. "Wichtig war uns die symbiotische Nutzung der Umgebung, Vorhandenes ergänzt der Scube Pak ressourcenschonend", erklärt Rathmann. Der Standort in Neukölln unweit der Parkanlage des ehemaligen Flugfeldes Tempelhof sei ideal. "Die Gegend wird beliebt, sie wird das nächste Kreuzberg", sagt Rathmann.

Eine neue Übernachtungsvariante: Indoor-Campen

Kreuzkölln nennen die Berliner mittlerweile denn auch das In-Viertel rund um den Reuterkiez, wo ein originelles Café oder Geschäft nach dem anderen eröffnet. Die Liste der originellen Unterkünfte führt der Hüttenpalast an, ein Indoorcamping-Hotel. Alte Wohnwagen sind in liebevolle Unterkünfte umgestaltet: Die "kleine Schwester", ein Mini-Wohnmobil aus den 70ern, füllt ein kuscheliges Bett fast komplett aus. Veranda, Wäscheleine und Birkenbäumchen gehören dazu und sind nur einige der Details, die der ehemaligen Staubsaugerfabrik gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre im Retro-Flair bescheren. Der "Herzensbrecher" ist ein alter Schaustellerwagen mit nostalgischem Zirkus-Charme. "Eine 80-jährige Französin hat nach einer Übernachtung darin mal gesagt, das sei wie früher mit ihrem Mann beim Campen", sagt Hotelmitarbeiter Hans Kleierl.

Wer im Hüttenpalast eine Reise in die Vergangenheit antritt, dürfte sich im Nhow wie in die Zukunft versetzt fühlen. Die Berliner Hotelszene hat für jede (Zeit-)Reise die passende Unterkunft.


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