Sonnabend, 26.05.2012
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08.01.2008
Schweizer Uhr und Schweizer Konten
Die 2003 von Lars Windhorst abgegebene Eidesstattliche Versicherung wird angezweifelt
VON MARTIN KRAUSE

Berlin. Bekommt Lars Windhorst neuen Ärger, weil er eine falsche Eidesstattliche Versicherung abgegeben hat?

Am 28. Mai 2003 hat der inzwischen 31-jährige Rahdener seine desaströse Vermögenssituation vor einem Berliner Gerichtsvollzieher offenbart. Die Justiz wollte es wie immer sehr genau wissen, die Angaben wirken dementsprechend detailliert. Zwei Fernseher der Marke Loewe zählte Windhorst nach vorliegenden Informationen ebenso auf wie eine Stereoanlage des Edeldesigners Bang & Olufsen und Möbel für 100.000 Mark. Auch von einer Uhr der Nobelmarke Patek Philippe ist zum Beispiel die Rede, der Wert wird mit 2.500 Euro angegeben. Das Verzeichnis enthält Windhorsts damaligen Immobilienbesitz in Rahden, Minden und Berlin, inklusive der horrenden Grundschulden. Und es nennt drei Lebensversicherungen – die höchste lief über eine Versicherungssumme von 2,15 Millionen Mark (abgetreten an ein Kreditinstitut).

Bei der Angabe seiner Bankverbindungen soll Windhorst allerdings gemogelt oder geschludert haben: Bereits im September berichtete die Süddeutsche Zeitung, Windhorst habe 2003 lediglich vier Konten sein Eigen genannt (bei Deutscher Bank, Commerzbank, BHF-ING-Bank und Sparkasse Rahden). Nach den Erkenntnissen der Ermittler habe Windhorst jedoch 16 Kontoverbindungen (darunter mehrere bei Credit Suisse in Genf) verschwiegen. Der Spiegel wiederholte den Vorwurf gerade: Windhorst habe vier deutsche Konten angegeben, aber in Wirklichkeit habe er 20 Kontoverbindungen besessen.

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Lars Windhorst bläst Wind ins Gesicht

Hat Windhorst also zahlreiche Konten verheimlicht? Seine Anwälte berufen sich laut Spiegel darauf, dass die verschwiegenen Konten allesamt im Minus gewesen seien oder unbenutzt. Andererseits: Das Formblatt für die Eidesstattliche Versicherung verlangte von Windhorst ausdrücklich, dass "auch Konten ohne derzeitiges Guthaben anzugeben" sind.

Noch nicht ausgestanden ist für Windhorst wohl auch die 2004 hingelegte Reihe von Firmeninsolvenzen. Firmen wie die Rahdener Windhorst Electronics waren längst "blank bis zum geht nicht mehr", wie Berliner Juristen bestätigen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Windhorst wegen Insolvenzverschleppung, Betruges und Kursmanipulation. Immerhin: Seine Schulden in Höhe von 80 Millionen Euro ist Lars Windhorst seit September 2007 los, nachdem die meisten Gläubiger eine Abfindung akzeptierten und Großgläubiger Ulrich Marseille mit seinen Klagen in mehreren Instanzen gescheitert ist.


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