Sonnabend, 26.05.2012
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20.05.2008
DÜSSELDORF: Strafanzeige gegen Lars Windhorst
Vorwurf der Insolvenzverschleppung

Düsseldorf (ddp). Der britische Finanzinvestor Audley Capital hat gegen den aus Rahden (Kreis Minden-Lübbecke) stammenden Unternehmer Lars Windhorst eine Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung erstattet. Dies bestätigte ein Sprecher von Audley Capital auf Anfrage des Düsseldorfer "Handelsblatts" (Dienstagausgabe).

Am Nachmittag bestritt Windhorst in einer Presseerklärung, die gegen die von ihm geleitete Vatas Holding gerichteten Vorwürfe.

Die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin richte sich auch gegen Peter Ogrisek. Windhorst und Ogrisek sind Geschäftsführer der Berliner Vatas Holding GmbH. Die Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Hintergrund der Anzeige sei ein gescheitertes Geschäft zwischen Audley und Vatas mit Anteilen des Münchener Altersheimbetreibers Curanum. Audley hatte Ende Dezember 2007 für 29,4 Millionen Euro Curanum-Aktien gekauft. Grundlage dafür war nach Darstellung von Audley die Zusicherung von Vatas, die Aktien im Frühjahr zu diesem Preis wieder abzunehmen. Als der Kurs von Curanum in den folgenden Monaten dramatisch einbrach und Audley sein Geld forderte, kam keines.

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Lars Windhorst bläst Wind ins Gesicht


"Die Vatas Holding hat eine Forderung von Audley in Höhe von 29,4 Millionen Euro aus einem Put von drei Millionen Aktien der Curanum AG zwar anerkannt, kann diese Forderung nach eigenem Bekunden jedoch nicht begleichen", begründete ein Audley-Sprecher den Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit.

Windhorst sagte auf Anfrage, er habe keinen Insolvenzantrag gestellt. Ob er zahlungsunfähig sei, wollte er nicht kommentieren. Auf weitere Fragen zum Thema verweigerte er die Antwort. Windhorsts Anwalt wirft Audley eine Verleumdungskampagne vor. Es gebe zwar eine Forderung von Audley an Vatas, diese werde jedoch von Vatas bestritten.

Ein Audley-Sprecher dagegen sagte, es lägen keinerlei Einsprüche von Vatas gegen die Forderung vor. Im Gegenteil: Vatas werde bei einem bereits laufenden Verfahren am Landgericht Berlin Dokumente vorlegen, die beweisen sollen, dass Windhorst persönlich die Forderung von Audley anerkannt habe. Die Verhandlung beginnt am 30. Juli. (AZ 100 O 31/08)

Windhorst galt in den 90er Jahren als junger Aufsteiger der deutschen Wirtschaft, reiste in Wirtschaftsdelegationen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Inzwischen hat er mehrere Insolvenzen hinter sich.


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