Berlin (mika). Die britische Investmentgesellschaft Audley Capital hat für die Berliner Beteiligungsfirma Vatas Holding einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Das bestätigte auf Anfrage ein Audley-Sprecher.
Der Rahdener Lars Windhorst (31), der neben Peter Ogrisek einer der Vatas-Geschäftsführer ist, gerät so erneut in die Nähe einer Pleite. Audley hatte zuvor mitgeteilt, Vatas habe im Dezember 2007 den Kauf von drei Millionen Aktien des Altenheimbetreibers Curanum für 29,4 Millionen Euro zugesagt. Die Forderung soll Anfang April fällig geworden sein. Doch Vatas zahlte nicht. Nach Informationen dieser Zeitung soll Windhorst stattdessen eine "erhebliche finanzielle Schieflage" gebeichtet haben. Verhandlungen über eine Stundung blieben danach erfolglos. Audley antwortete mit einer Zahlungsklage beim Landgericht Berlin sowie jetzt mit dem Insolvenzantrag und erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin.
Windhorst hat gegenüber dieser Zeitung aber eine Zahlungsunfähigkeit bestritten. Auch die von Audley behauptete Forderung bestehe nicht, so Windhorst. Robert Hersov, Chef der Vatas-Mutter Sapinda, teilte mit, er habe vollstes Vertrauen in Windhorst. "Behauptungen einer Insolvenz sind unzutreffend und verleumderisch", so Hersov. Er erwarte, dass der Insolvenzantrag vom Gericht umgehend abgewiesen werde.
Windhorst hatte 2004 für seine Firmen und privat eine Serie von Insolvenzanträgen gestellt. Mit der Firma Vatas des südafrikanisch-britischen Investors Hersov ist Windhorst seit einiger Zeit erneut im Geschäft. Windhorst hatte die Millionen seines Gönners etwa in Aktien von Balda, Freenet und Air Berlin investiert. Für Verdruss soll Vatas bei der NordLB gesorgt haben: Die Bank orderte Aktien für 234 Millionen Euro und blieb auf den Papieren sitzen.
