Berlin (nw/mika). Ein fehlgeschlagenes Millionengeschäft mit der NordLB hat Lars Windhorst den erneuten Ruin eingebracht. Der 32-jährige Rahdener (Kreis Minden-Lübbecke) hat gemeinsam mit Kogeschäftsführer Peter Ogrisek am vergangenen Dienstag beim Amtsgericht Charlottenburg einen Insolvenzantrag für die Investmentfirma Vatas Holding GmbH gestellt.
Die NordLB hatte Ende 2007 im Auftrag von Vatas größere Pakete an Aktien von Balda AG, Curanum, Euromicron sowie des US-Unternehmens Remote MDx gekauft. Insgesamt soll es sich um Papiere im Wert von 234 Millionen Euro gehandelt haben. Windhorsts Beteiligungsgesellschaft nahm die - zwischenzeitlich im Wert stark gefallenen - Aktien jedoch nicht ab.
Daraufhin reichte die NordLB eine Schadenersatzklage gegen Vatas ein, wie im Oktober bekannt wurde. 150 Millionen Euro fordert die Landesbank von der Vatas Holding, wie der vom Amtsgericht jetzt eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg mitteilte. Windhorsts Firma sollte noch mit einem Sanierungsplan gerettet werden - doch die Bemühungen scheiterten. Von der Pleite sind jetzt neben den beiden Geschäftsführern sieben Mitarbeiter betroffen.
Flugzeugabsturz überlebt
Die Vatas Holding, die zuletzt sogar um den Namen Vatas kämpfen musste (und dabei verloren haben soll), gehört zum Imperium des südafrikanischen Investors Rob Hersov und dessen Londoner Firma Sapinda. Hersov gilt als Windhorsts Gönner und soll ihm Millionen geliehen haben. An der Bad Oeynhausener Balda AG hält Sapinda nach vorliegenden Informationen noch 8,4 Prozent. Vorübergehend war die Gruppe auch an Freenet und Air Berlin beteiligt.
Windhorst hatte Ende 2007 einen Flugzeugabsturz in Kasachstan schwerverletzt überlebt.