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17.05.2012
Hooligans im Brennpunkt
Die Gewaltbereitschaft einiger Fans nimmt im Fußball ein erschreckendes Ausmaß an
VON UWE POLLMEIER

Mit Pyrotechnik | FOTO: DPA

Bielefeld. Sommer 2006: Die Fußballwelt schaut begeistert auf Deutschland. Volksfeststimmung im Stadion, friedliche Straßenpartys und kulturübergreifende Begeisterung. Sechs Jahre später ist das Bild vom fröhlichen Fußball-Deutschland verblasst, das Sommermärchen endgültig zu Ende erzählt. Wöchentlich gibt es Meldungen über schwere Ausschreitungen im Profibereich. Die Freude über das Live-Erlebnis ist der Angst vor dem Stadionbesuch gewichen.

Die Liste der Gewaltaktionen ist lang. Kölner Hooligans brechen Leverkusens Michal Kadlec nachts in einer Diskothek die Nase, Kölner Rowdys werfen Steine auf Gladbacher Fanbusse und Arminia-Gewalttäter schlagen einen Bremer Fan halbtot. Es sind nur einige Beispiele einer Chronologie, durch die sich der Fußball von der schönsten Nebensache in ein hässliches Gesellschaftsproblem verwandelt.

25. Oktober 2011: In der 2. Runde des DFB-Pokals randalieren Fans von Dynamo Dresden im Dortmunder Stadion. Die Gäste-Fans werfen Flaschen und Böller, zerstören Verkaufsstände und richten Laserpointer auf das Spielfeld. Der DFB sperrt Dynamo zunächst für den DFB-Pokal der kommenden Saison, das DFB-Bundesgericht änderte das Urteil später in eine Geldstrafe von 100.000 Euro und hob die Sperre auf.

7. Januar 2012: Bei einem Hallenfußballturnier in Hamburg prügeln sich Fans des FC St. Pauli und des VfB Lübeck mit der Polizei. 49 Personen werden verletzt, darunter elf Polizisten.

5. Februar 2012: Vor dem Zweitligaspiel zwischen dem VfL Bochum und Hansa Rostock werfen aggressive Hansa-Rowdys Gegenstände auf Polizisten. Diese setzten Tränengas und Schlagstöcke ein. Insgesamt werden 42 Personen verletzt, davon fünf Polizisten und neun Sicherheitskräfte.

18. Februar: Zwei HSV-Rowdyswerden vor dem Nordderby gegen Werder Bremen vorläufig festgenommen, als sie versuchen, mit Benzin getränkte Transparente in die Arena zu schmuggeln.

4. März 2012: Hooligans des 1. FC Köln bedrängen auf der Autobahn A3 einen Bus mit Anhängern von Borussia Mönchengladbach. Ein ähnlicher Vorfall ereignet sich am 15. April, als vermummte Kölner mit Steinen einen Bus mit Gladbach-Anhängern aus Belgien attackieren.

21. April 2012: Zwei Kölner Hooligans verprügeln nachts um 3 Uhr vor einer Diskothek den Leverkusener Spieler Michal Kadlec. Der Tscheche erleidet einen mehrfachen Nasenbeinbruch.

16. März 2012: Fans des FSV Mainz 05 werden nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel beim FC Augsburg auf dem Parkplatz des eigenen Stadions angegriffen. Täter sind vermutlich Hooligans des 1. FC Kaiserslautern.

29. April 2012: Nach dem Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen 1860 München stürmen Anhänger der Hessen den Rasen.

5. Mai 2012: Nach dem Drittligaspiel von Werder Bremen II bei Arminia Bielefeld wird ein 26 Jahre alter Werder-Fan aus dem Kreis Lüneburg von ostwestfälischen Hooligans mit Tritten lebensgefährlich verletzt.

Fotostrecke
Werder-Fan von Bielefelder Hooligans lebensgefährlich verletzt
 
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Eintrag in das Goldene Buch

Die Spieler und Verantwortlichen von Fortuna Düsseldorf haben sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) empfing die Mannschaft, Trainer und Vereinsführung zur Feier des Aufstiegs in die Bundesliga am Mittwoch im Rathaus. Ein Sonderzug mit Berliner Fans ist auf der Rückfahrt von Düsseldorf von der Bundespolizei angehalten worden. Der Zug mit 750 Anhängern musste wegen zerbrochener Fensterscheiben einen dreistündigen Zwischenstopp in Hamm einlegen, wie ein Sprecher der Bundespolizei Münster sagte. Der letzte Wagen wurde aus Sicherheitsgründen ausgetauscht. 120 Beamte sicherten den Aufenthalt der Fans auf dem Bahnhof in Hamm ab.

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