Bielefeld. Die angedrohte Schmerzensgeld-Klage von Hooligan-Opfer Radenko Radic gegen Arminia Bielefeld und die jüngste Rangelei mit Enschede-Anhängern beim Fan-Fest (NW berichtete) haben das Thema Sicherheit im Stadion wieder aufkommen lassen. Arminia-Sicherheitschef Hans Tatenhorst kündigte auf Anfrage der NW etliche Änderungen an.
Arminia habe direkt nach der Attacke auf den Arminia-Ordner bereits im Gästebereich reagiert. "Wir haben auf dem Schlacke-Platz zwischen Gäste-Eingang und Stadion eine zusätzliche Kontrolle eingeführt", sagt Tatenhorst. Dort würden nun Fans, die bei der ersten Kontrolle durchgeschlüpft seien, frühzeitig abgefangen. Im Vorkontrollenbereich seien deshalb inzwischen weit mehr als 100 Kräfte im Einsatz.
Zusätzlich plane man aber mittelfristig im personellen (Schulungen) und baulichen Bereich Sicherheitsneuerungen, die aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht spruchreif seien. "Gerade bei baulichen Veränderungen sind viele Genehmigungsinstanzen zu durchlaufen. Das braucht Zeit."
"Nicht jeder Ordner muss alles wissen"
Die wiederholt geäußerte Kritik von Arminia-Ordnern, sie hätten im Ernstfall und bei Panik keine konkreten Handlungs-Anweisungen, wies Tatenhorst zurück. "Unsere 350 Ordner sind ausgesuchte Leute, aber wenn wir jeden von ihnen mit Kompetenzen ausstatten, hätten wir einen Hühnerhaufen." Deshalb gebe es unter den Ordnern 15 Bereichsleiter, die jeweils für 20 bis 25 Sicherheitskräfte zuständig seien. "Nicht jeder Ordner muss alles wissen", sagt Tatenhorst.
Versuche bei Bayer Leverkusen, alle Ordner zu schulen, führten dazu, dass plötzlich jeder als potenzieller Täter behandelt wurde. "Das kann nicht das Ziel sein. Bei uns werden die Erfahrenen an den sensiblen Stellen eingesetzt, die Neuen kommen dorthin, wo nichts passieren kann." Dieses Konzept funktioniere seit Jahren. Auch wenn in den vergangenen drei bis vier Jahren die Zahl der Ordner bei Arminia von 150 auf 350 angestiegen sei.
"Abgesehen vom vergangenen Bochum-Spiel hat Bielefeld immer noch eines der ruhigsten Stadien," glaubt Tatenhorst. Nicht so schön sei der lange Anmarsch der Gästefans über Jöllenbecker und Schloßhofstraße. Aber selbst da plane man Neues.





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