Durlach. Puh, war der Gang in die Kabine hart: "Absteiger" mussten sich die Bielefelder Arminen nach dem peinlichen 2:1-Sieg in der ersten Pokal-Hauptrunde von den Durlacher Zuschauern schimpfen lassen.
Viel zu entgegnen hatten sie darauf nicht. "Wir haben schlecht gespielt, keine Frage. Aber das wichtigste ist, dass wir eine Runde weiter sind", sagte DSC-Kapitän Rüdiger Kauf. Vier Klassen trennen den ASV Durlach von Arminia Bielefeld – trotzdem spielten beide Klubs auf Augenhöhe. Da war nicht die Spur von Respekt vor dem Erstligisten. Mit jedem gewonnen Zweikampf wuchs das Selbstvertrauen des Oberliga-Aufsteigers.
"Der ASV hatte uns am Rande einer Niederlage. Es wäre nicht unverdient gewesen, wenn wir verloren hätten", gab Arminia Bielefelds Trainer Michael Frontzeck zu. Es war wieder einmal die Cleverness vor dem Tor, die den kleinen, aber bedeutenden Unterschied ausgemacht hat. Am deutlichsten wurde das schon in der 23. Spielminute: Die rund 6.000 begeisterten Zuschauer im Turmbergstadion hatten den Torschrei schon auf den Lippen: Christian Pericho trat zum Elfmeter gegen Rowen Fernandez an – der lenkte den Ball mit einer Glanztat noch am Tor vorbei. Mit dieser Aktion rehabilitierte sich der DSC-Keeper für sein Foul am Durlacher Stürmer Alexander Zimmermann, das zum Elfmeter geführt hatte. Fernandez verletzte sich allerdings bei dieser Aktion am Knie und musste Dennis Eilhoff Platz machen. Die erste Diagnose lautete Knieprellung – Einsatz gegen Bremen nicht gefährdet.
Wie schon Fernandez hatte auch sein Nachfolger Dennis Eilhoff wesentlich mehr zu tun, als sein Durlacher Gegenüber. Die Arminen hatten in zahlreichen Situationen Glück. Allein Stürmer Alexander Zimmermann versagten gleich mehrfach vor dem Tor der Arminen die Nerven.
Die 1:0-Führung der Arminen durch Artur Wichniareks satten Linksschuss ins lange Eck (45.) kam aus dem Nichts und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Berat Sadiks 2:0, nur sechs Minuten nach Wiederbeginn, schien die Entscheidung zu sein. Doch selbst ein Zwei-Tore-Vorsprung stabilisierte den hohen Favoriten nicht.
"Anstatt das dritte Tor zu machen, haben wir zu viele Fehler im Spiel nach vorn gemacht", klagte Radim Kucera. Der zweite Elfmeter für den ASV – diesmal verwandelt von Murat Cetinkaya (78.) nach Foul vom Lamey an Zimmermann – brachte noch einmal Spannung. Am Ende gewann die glücklichere Mannschaft.
ASV Durlach - Arminia Bielefeld 1:2 (0:1)
Durlach: Zieger - Becker, Nirmaier, Perchio, Striebich - Patric Gondorf - Hinze, Jerome Gondorf (80. Mugnos) - Cetinkaya - Zimmermann, Vivell (64. Strobel)
Bielefeld: Fernandez (24. Eilhoff) - Lamey, Bollmann, Kucera, Schuler - Kirch, Kauf, Halfar (74. Marx), Tesche (46. Katongo) - Sadik, Wichniarek
Tore: 0:1 Wichniarek (45.+1), 0:2 Sadik (51.), 1:2 Cetinkaya (77., Foulelfmeter)
Zuschauer: 4.000
Schiedsrichter: Christ (Kaiserslautern)
Gelb-Rote Karte: Lamey wegen wiederholten Foulspiels (87.)
Gelbe Karten: Cetinkaya, Hinze - Fernandez
Bes. Vorkommnis: Fernandez hält Foulelfmeter von Perchio (22.)









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