Stuttgart. Wo ließe sich besser im DFB-Pokal Baden gehen als in Württemberg? In den letzten Jahren hat sich der DSC Arminia schon beim SC Pfullendorf (2006/07; 1:2), bei den Stuttgarter Kickers (1999/2000; 2:3) und beim SC Freiburg (1995/96; 0:1) aus dem Wettbewerb verabschiedet, diesmal erwischte es die Bielefelder mit 0:2 (0:1) beim VfB Stuttgart.
Mit "frischen Kräften", so Michael Frontzecks Ankündigung, hatte die Arminia dem Deutschen Meister von 2007 trotzen wollen. Ein paar Neue standen mit Markus Bollmann, Thorben Marx, Berat Sadik und Jonas Kamper tatsächlich in der gegenüber dem Köln-Spiel stark veränderten Anfangsformation.
Doch zu drei dieser Wechsel war Frontzeck wegen der Verletzungen von Rüdiger Kauf und Artur Wichniarek sowie der Sperre von Michael Lamey gezwungen. Die Änderungen zogen zudem diverse taktische Neuerungen nach sich – es war wenig verwunderlich, dass das durcheinandergewürfelte Team seine Anlaufschwierigkeiten hatte. Gegen nicht übermäßig motiviert wirkende Stuttgarter, die es sich leisten konnten, Nationalspieler Mario Gomez Schonung zu verordnen (VfB-Trainer Armin Veh: "Ich bringe ihn nur im Notfall."), gingen zu häufig Bälle schon im Aufbau verloren. Druck nach vorne war so nicht zu erzeugen.
Stuttgart erfüllt erste Pflicht
Wenn ihr nicht könnt, dann wollen wir eben doch – so dachten sich die Gastgeber in der 17. Minute und starteten ihren ersten ernsthaften Angriff. Ein Pass von Thomas Hitzlsperger auf Cacau, eine Drehung um Nico Herzig und ein platzierter Schuss, bei dem Dennis Eilhoff ein paar Zentimeter zu kurz geraten war und es stand 1:0 für den hohen Favoriten.
Stuttgart hatte seine erste Pflicht erfüllt und konnte danach schnell wieder auf eine verhaltene Spielweise umschalten. Ausgleichgefahr bestand allenfalls bei den zahlreichen DSC-Standards. Da diese aber meistens von Jonas Kamper unpräzise in die Arme Jens Lehmanns geschlagen wurden, blieb es bis zur Pause bei der Stuttgarter Führung. "Der VfB ist schon eine eiskalte Truppe. Die haben gleich ihre erste Chance genutzt", meinte Arminias zuschauender Kapitän Kauf. Dessen Forderung ("Wir müssen in der zweiten Halbzeit zulegen"") versuchte Arminia mit verstärkten Offensivbemühungen zu erfüllen, bot so aber mehr Raum für Konter. Mit doppeltem Reflex gegen Ciprian Marica und Cacau vereitelte Eilhoff dabei in der 48. Minute die frühe Entscheidung.
Schwerer Patzer von Kamper
Eine gute Viertelstunde später aber war es um die Bielefelder geschehen. Der Däne Kamper, diesmal in ungewohnter Rolle als Spieler der Startelf, verlor am eigenen Strafraum anfängerhaft einen längst abwehrten Ball an Ludovic Magnin, dessen Hereingabe Marica aus Nahdistanz ins Netz beförderte. In Anbetracht der DSC-Harmlosigkeit in der Offensive stand mit diesem 2:0 (65.) der Gewinner der mäßigen Partie fest.
DSC-Trainer Michael Frontzeck reagierte mit der Hereinnahme der Offensivkräfte Zlatko Janjic und Daniel Halfar, verhalf später noch dem Ex-Wolfsburger Alexander Laas (auf dem Spielberichtsbogen als Bernd Korzynietz geführt) zu seinem Arminen-Debüt – ohne damit allerdings die Wende herbeiführen zu können.
VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld 2:0 (1:0)
VfB Stuttgart: Lehmann - Osorio, Boulahrouz, Tasci, Magnin - Khedira - Hilbert, Hitzlsperger (88. Simak) - Lanig - Marica (85. Fischer), Cacau (75. Mandjeck)
Arminia Bielefeld: Eilhoff - Kirch, Bollmann, Herzig, Schuler - Kucera - Tesche (75. Laas), Marx (69. Halfar) - Kamper, Katongo (69. Janjic) - Sadik
Schiedsrichter: Perl (München)
Zuschauer: 8.500
Tore: 1:0 Cacau (17.), 2:0 Marica (65.)
Gelbe Karten: Lanig / Schuler











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