Bielefeld. Die Hochglanz-Seiten 18 und 19 in der Montagausgabe des Kicker sind Artur Wichniarek gewidmet. Der aktuelle Dritte der Bundesliga-Torjägerliste erklärt in dem Porträt unter anderem, dass er sich in 15 Profijahren verändert habe und deshalb versprechen könne: "Ich suche keine Konflikte mehr." Die Worte des Arminia-Torgaranten stehen in Widerspruch zu dem, was Wichniarek ein paar Seiten weiter im aktuellen Teil des Sportmagazins von sich gibt. Da behauptet der Bielefelder Top-Stürmer, dass er "überhaupt nichts davon merkt", dass Arminia den im nächsten Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wolle.
Wichniareks früherer Teamkollege und jetziger DSC-Sportgeschäftsführer Detlev Dammeier ist "ziemlich verwundert" über eine solche Aussage, entspricht sie doch nach Darstellung des Vereins nicht den Tatsachen. Dammeier: "Es kann gar nicht die Rede davon sein, dass es unsererseits keine Signale in Richtung Vertragsverlängerung gegeben hätte. Die Zeichen waren sogar eindeutig, denn wir haben ja schon mit Artur und seinem Berater Andreas Grajewski zusammengesessen und uns sogar konkret über Inhalte und Laufzeit eines Anschlussvertrages unterhalten."
Nach dem Eindruck des Bielefelder Sportchefs lagen dabei "die Vorstellungen nicht Lichtjahre voneinander entfernt". In zwei Telefonaten mit Grajewski hat Dammeier am Montag versucht, die vermeintlichen Unstimmigkeiten, über deren Verbreitung er "nicht sehr erfreut" war, aus dem Wege zu räumen. Am heutigen Dienstag, wenn die Profis sich ab 15.30 Uhr zum ersten Training in der neuen Woche treffen, will Dammeier auch mit Wichniarek das leidige Thema erörtern.
Nachdem der 31-jährige Pole sechs der insgesamt neun Bundesligatreffer der Arminia erzielt hat, ist jedem im Verein klar, dass "da Begehrlichkeiten aufkommen", wie Dammeier es ausdrückte. Begehrlichkeiten in zweierlei Hinsicht: Das Team Grajewski/Wichniarek kann in Anbetracht der Verdienste von König Artur eine Anhebung des Gehalts fordern, andere Vereine wiederum könnten auf den treffsicheren Angreifer aufmerksam werden. Dammeier: "Die derzeit herausragende Leistung Arturs muss man wohl nicht mehr extra erwähnen. Dass wir gesteigertes Interesse daran haben, ihn längerfristig an uns zu binden, ist offensichtlich, zumal wir ihm zutrauen, noch ein paar Jahre auf diesem Niveau zu spielen."
Bereits mehrfach äußerte Wichniarek den Wunsch, zum Abschluss seiner Karriere in Bielefeld vertraglich ein Abschiedsspiel zugesichert zu bekommen. "Das ist ja nun das kleinste aller Probleme", erklärt Dammeier: "Wenn sogar ich ein Abschiedsspiel bekommen habe, dann kriegen wir das bei Artur bestimmt auch hin."





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