Bielefeld/Herne. Beinahe sechs Monate nach dem folgenschweren Angriff auf Arminia-Ordner Radenko Radic, geht es dem 35-jährigen Bielefelder unverändert schlecht: Ihn plagen Schmerzen und Depressionen, seit der Attacke am 3. Mai verlässt er seine Wohnung nicht mehr - aus Angst. Wie die NW jetzt erfuhr, brüstet sich gleichzeitig eine der Tatverdächtigen in aller Öffentlichkeit mit der menschenverachtenden Tat.
Martinsklause in Herne, es ist August, spät nachts: Die 21-jährige Rechtsanwaltsgehilfin Janine B. kommt in der Kneipe mit einer fremden Frau ins Gespräch. Stolz zeigt sie ihr Bochum-Tatoo auf ihrem Oberarm. Sie lenkt das Gespräch auf den menschenverachtenden Angriff von mehreren VfL-Bochum-Anhängern in der Schüco-Arena, sie brüstet sich: "Ich bin das Weib, das dem Ordner auf den Kopf gesprungen ist." Da Staatsanwaltschaft und Polizei aber zu blöd seien, hätte sie keine Konsequenzen zu fürchten. Reinhard Baumgart, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigt auf Anfrage, dass auch in der Ermittlungsakte eine solche Aussage von B. vermerkt sei. Maßgeblich für die Beweisführung sei sie aber nicht.
Allerdings hatte der Verteidiger von Janine B. noch im September betont, dass seine Mandantin zwar von dem Wellenbrecher gesprungen sei, aber nachweislich nicht auf den Kopf des Ordners. Das belege das Videomaterial der Polizei. Janine B. sieht das offensichtlich anders.
Neben der jungen Frau werden noch zwei weitere Bochum-Anhänger (19 und 21) beschuldigt. Einer von ihnen soll Radic zunächst ins Gesicht geschlagen haben. Als dieser später am Boden lag, so die Ermittlungsergebnisse, soll ein Zweiter mit der Hand seinen Kopf fixiert haben, während ein Dritter dem Ordner ins Gesicht getreten hat. Die Ermittlung weiterer Täter Ende September seien ergebnislos geblieben, es werde demnächst zur Anklage kommen, so Baumgart.
Radics Rechtsanwalt Holger Rostek kündigte an, gegen alle drei Beschuldigten sowie gegen Arminia Bielefeld als verantwortlicher Veranstalter eine Schadenersatzklage anzustrengen.











Twitter



stehenden Code hier ein*: