Bielefeld. Die erhoffte Vergoldung des 0:0 gegen den FC Schalke 04 gelang Arminia Bielefeld nicht. Das 1:1 (0:1) gegen Schlusslicht Energie Cottbus darf – zumal lange Zeit in Überzahl – höchstens als bronzener Anstrich eines eher mäßigen Spiels gewertet werden. Dass es gar die Goldene Ananas wurde, verhinderte Artur Wichniarek.
Trainer Michael Frontzeck probierte es mit dem Frankfurter System. Was Ende September gegen einen stark verunsicherten Gegner zum hochverdienten 1:1 geführt hatte, sollte auch gegen das Schlusslicht aus der Lausitz taugen. Aus der Mittelfeldraute heraus sollte es wohl wie damals schnell nach vorne gehen. Überraschend hatte der sonstige Defensivspezialist Radim Kucera die Aufgabe, über rechts im Mittelfeld für Druck zu sorgen. Der Tscheche war auch in der Startphase der Armine mit den meisten Ballkontakten. Gefälligem Kurzpassspiel folgte jedoch selten eine Aktion, die die Cottbuser gefährdet hätte. Zudem gelang es über links zunächst gar nicht, in den Rücken der Abwehr vorzustoßen.
Um endlich einmal den Cottbuser Torwart Gerhard Tremmel zu prüfen, hielt Daniel Halfar nach einer Viertelstunde aus 20 Metern drauf. Tremmel hielt, doch die Fans waren dankbar für diesen ersten Schuss. Es sollten im ersten Abschnitt nur zwei mehr versprechende Angriffe des DSC folgen. Die beste Chance versiebte dabei der wiederum auch reichlich Defensivarbeit verrichtende Chris Katongo. Den Pass des Polen Artur Wichniarek hätte er bei freier Bahn im Strafraum besser selber aufs Tor gehämmert, statt ihn ins Cottbuser Abwehrdickicht quer zu legen (24. Minute).
Als Wichniarek in der 36. Minute eine Flanke von Michael Lamey neben das Tor geköpft hatte, galt es allerdings schon einen Rückstand zu egalisieren. Denn Dimitar Rangelow hatte eine Flanke des Ex-Arminen Ervin Skela eiskalt gegen die Laufrichtung von DSC-Torwart Dennis Eilhoff köpfend in die Maschen gesetzt (31.). Damit war das schlimmste aller Spiel-Szenarien eingetreten: Cottbus konnte noch tiefer stehen und auf die nächsten Konter lauern.
Die Perspektive verbesserte sich jedoch noch kurz vor der Pause durch eine Gelb-Rote Karte gegen den Torschützen Rangelow, der gegen Halfar zunächst den Ball spielte und dann mit gestreckten Beinen in den Arminen hinein rutschte.
"Nur mit hohen Bällen zu operieren, bringt nicht viel", kritisierte Ex-Armine Jörg Bode als Gast des Stadion-TV zur Pause. Der in Überzahl inszenierte Sturmlauf hatte danach mehr Wut als Struktur und führte dennoch zu einigen klaren Chancen, bei denen zunächst noch die Ruhe im Abschluss fehlte. Auch die Offensivkräfte Halfar (56., in Rücklage drüber) und Wichniarek (57., nach Katongo-Flanke den Ball kaum getroffen) scheiterten. Erst Artur Wichniarek, wer sonst, machte in der 63. Minute alles richtig: Kopfballvorlage Kucera, eine Körpertäuschung mitsamt strammem Schuss und vollendet war des Königs siebter Saisonerfolg. Die Hektik war damit aber nichts aus dem Spiel. Der unbedingte Wille, das Spiel gegen den dezimierten Gegner siegreich zu gestalten, führte jedoch im Abwehrbereich zu Nachlässigkeiten, die Stiven Rivic (66.) und Dennis Sörensen (69.) bei zwei Riesenmöglichkeiten beinahe bestraft hätten.
In der Schlussphase tauchten die Arminen nicht mehr zwingend genug vor Tremmel auf.
Arminia Bielefeld - Energie Cottbus 1:1 (0:1)
Bielefeld: Eilhoff - Lamey (72. Fischer), Herzig, Bollmann, Schuler - Kauf (46. Janjic), Tesche - Kucera, Halfar (72. Versick), Katongo - Wichniarek
Cottbus: Tremmel - Pavicevic, Kukielka, Cagdas, Ziebig - Kurth (90.+3 Radeljic), Rost - Rivic (78. Vasiljevic), Skela (89. Shao) - Rangelow, Sörensen
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore: 0:1 Rangelow (31.), 1:1 Wichniarek (63.)
Zuschauer: 18.200
Gelb-Rote Karte: Rangelow wegen wiederholten Foulspiels (44.)
Gelbe Karten: Bollmann (4), Schuler (3), Tesche, Herzig (3), Halfar (2) - Vasiljevic (2), Rost (4)











Twitter



stehenden Code hier ein*: