Novo Sancti Petri. Dennis Eilhoff hat sich keine Spur geändert. Auf dem Trainingsgelände ist er ehrgeizig wie immer, ärgert sich über Gegentore, dirigiert seine Vorderleute lautstark wie er es seit Jahren tut. Nicht lauter. Außerhalb des Platzes ist er höflich, ehrlich, "ein guter Junge", wie Trainer Michael Frontzeck sagt. Und doch ist alles neu.
Dennis Eilhoff ist erstmals die Nummer 1 im Arminen-Tor, hat sich ins Rampenlicht der Bundesliga und in die Notizblöcke mehrerer Vereine aus dem In- und Ausland gespielt - und: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Das bedeutet, dass er ablösefrei wechseln und sein Gehalt spürbar aufbessern könnte.
Eine vorzügliche Verhandlungsposition für Gespräche über eine Vertragsverlängerung. Laut Kölner Express soll der 1. FC Köln seine Fühler schon nach Eilhoff ausgestreckt haben. Sein "erster Ansprechpartner" sei natürlich weiter die Arminia, sein Leib- und Magen-Verein, bei dem er seit der Jugend spielt. Aber Eilhoff weiß mit 26 Jahren: "Die Welt endet nicht hinter dem Ortsausgangsschild von Bielefeld. Und es glaubt mir ja keiner, wenn ich jetzt sage, ich würde bis zu meinem Karriereende in Bielefeld spielen."
Dabei klingt er nicht wie jemand, der den Auftakt einer abgezockten Poker-Partie einläutet, sondern einfach nur realistisch. Anstehende Gespräche werden über und mit seinem Berater Hans-Wilhelm Baumgarten geführt. Dem vertraut Eilhoff in seiner Karriereplanung sehr. Ohne in den Verdacht zu geraten, dessen Willen zu unterliegen: "Wenn Baumgarten nur Geld verdienen wollte, hätte er mich längst irgendwo anders hin transferiert. Er berät mich, deshalb ist er ja auch mein Berater. Die Entscheidungen treffe aber letztendlich ich."
Eilhoffs kolossaler Aufschwung
So wie die Wahl, für zwei Jahre in die zweite Liga zur TuS Koblenz zu gehen. "Das war ein wichtiger und richtiger Schritt für mich, hat mich weiter gebracht", sagt Eilhoff. Arminias Leihgabe kam gestärkt zurück, profitierte nach dem DFB-Pokal-Spiel gegen Durlach von der Verletzung Rowen Fernandez' und hat nach Unsicherheiten zu Saisonbeginn einen kolossalen Aufschwung hingelegt. "Das verdanke ich auch unserem Torwarttrainer Thomas Schlieck, mit dem ich seit 1997 zusammenarbeite. Er hat großen Anteil an meiner Form", sagt Eilhoff.
Das Formbarometer spricht für ihn:
Beim Sport-Informationsdienst sid schaffte er es sechs Mal in die Elf des Tages, der Kicker kürte ihn zur Nummer 3 unter den Bundesliga-Torhütern, die Bild titelte: "Ein Mann für Löw". All das ficht Eilhoff derzeit nicht an. "Es ist zwar ein schmaler Grat, auf dem ich mich gerade bewege, aber ich habe viele Leute, die mich zur Not bremsen würden. Das müssen sie im Moment aber nicht."
Für Anfang Februar sind die Gespräche mit Arminias Verantwortlichen angesetzt. Im Trainingslager spuken deshalb keine wilden Phantasien in Eilhoffs Kopf umher. "Ich muss die Leistungen der Hinrunde jetzt stabilisieren, weiter hart arbeiten, nicht nachlassen." Ein guter Junge eben.











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