Bielefeld. Als Detlev Dammeier und Felix Magath im Dezember das Leihgeschäft mit Vlad Munteanu über die Bühne brachten, unterhielten sie sich beiläufig über den Profimarkt. Der Bielefelder erwähnte gegenüber seinem Wolfsburger Kollegen, dass er noch einen Stürmer suche. Nach dem Zusatz, dieser sollte tunlichst keine Ablöse kosten, erntete Dammeier nur ein mitleidiges Lächeln.
Diese Reaktion erleben die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld nur zu häufig, wenn es darum geht, Spieler nach Ostwestfalen zu locken. Jüngstes Beispiel: Stefan Reisinger. Gerade erst war das Bielefelder Interesse an dem Fürther Stürmer bekannt geworden, da ist das Thema auch schon passé. "Er hat durch seinen Berater absagen lassen", erzählt Detlev Dammeier.
Zweitligist Nürnberg zahlt mehr
Arminias Sport-Geschäftsführer geht davon aus, dass dem 27-Jährigen nach elf Toren und seinem bisher besten Zweitligajahr lukrativere Angebote aus der Bundesliga vorliegen. In die Röhre schauten die Arminen im Sommer schon bei Adam Nemec (FC Aue). "Ihm war offenbar sicheres Geld beim RC Genk wichtiger als eine Karriere in der Ersten Liga", sagt Dammeier. Im Winter zog der DSC dann gegenüber dem 1. FC Nürnberg den Kürzeren. Auch bei dem von beiden umworbenen Dennis Diekmeier (Bremen II) gab das bessere Angebot der "Clubberer" den Ausschlag.
Die Rolle als zweiter Sieger beim Werben um neue Spieler behagt Dammeier nicht. "Ich bin enttäuscht, dass selbst für viele Zweitligaspieler die Erste Liga in Bielefeld nicht interessant ist", sagt er angesichts der eigenen Möglichkeiten und der finanziellen Verlockungen anderer. Ein Blick zum vermeintlich auf Augenhöhe befindlichen VfL Bochum kann da schon neidisch machen: "Das, was ein Vahid Hashemian, Paul Freier oder Diego Klimowicz verdienen, bekommt bei uns keiner."
Unsicherer Ligaverbleib erschwert Planung
Mehr Geld für den Profi-Etat (ca. 15 Millionen) ist nicht in Sicht. Wegen Vertragsverlängerungen (Wichniarek, Eilhoff) ist er ohnehin schon gewachsen. Offen ist noch die Zukunft von Thorben Marx, der gehalten werden soll, und die von Markus Bollmann. Bei geringer werdendem TV-Geld (minus 500.000 Euro) muss jeder Euro zwei Mal umgedreht werden. Wie fast immer ist es sehr schwierig, die Planungen angesichts des unsicheren Ligaverbleibs voran zu treiben. "Viele warten noch ab, und Spieler aus der ersten Liga wollen auch nur für diese Klasse zusagen", erzählt der Ex-Profi, der seinen Job trotzdem gern macht. So geht er davon aus, dass in einigen Wochen der erste Zugang bekanntgegeben wird.
Mit großer Fluktuation sei im Fall des Klassenerhalts nicht zu rechnen. "Wir reden über vier, fünf neue Spieler." Deren Arbeitsbereiche sind deutlich umrissen und betreffen den Sturm, die linke Abwehrseite und das linke Mittelfeld – wenn Vlad Munteanu nicht bleiben sollte. Auch die Verjüngung des defensiven Mittelfelds habe man für das nächsten Jahr im Blick, versichert Dammeier.





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