Nach mehreren vergebenen Großchancen erzielt das DSC-Talent in Gladbach den Ausgleich
Mönchengladbach. Arminia Bielefeld tritt im Kampf um den Klassenerhalt weiter auf der Stelle – hat aber immerhin einen noch gefährdeteren Konkurrenten auf Ein-Punkt-Distanz gehalten. Beim 1:1 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach mussten am Ende beide Teams die bittere Pille des 2:0-Sieges von Energie Cottbus über Spitzenreiter Wolfsburg schlucken.
Ein Dämpfer für die Zufriedenheit, die der Punktgewinn andernfalls ausgelöst hätte. Mönchengladbach fällt zurück auf einen Abstiegsplatz, Arminia steht nunmehr auf dem Relegationsrang 16. Mönchengladbachs Trainer Hans Meyer brachte die Auswirkungen des eigenen Ergebnisses auf den Punkt: "Das 1:1 ist eine Niederlage, Micha hat hier gewonnen."
Micha, das ist sein einstiger Assistenztrainer Michael Frontzeck, der nach dem Spiel die Krallen ausfuhr. "Wenn meine Mannschaft so weiterspielt, stehe ich weiter voll vor ihr. Egal, was die Leute rechts und links von mir sagen." Das tat er denn auch nach dem Spiel gegen seinen Ex-Klub: "Unsere Ausgangslage war hier mehr als kompliziert nach zuvor vier Niederlagen in Folge. Wenn man dann noch früh das 0:1 kassiert, ist es à la bonne heure, dass meine Mannschaft dann zurückgekommen ist und sich mit dem einen Punkt belohnt hat. Mit einem Tor, das sensationell herausgespielt war."
Borussen-Führung aus dem Nichts
Der Reihe nach: Für den verletzten Artur Wichniarek war Chris Katongo ins Angriffszentrum gerückt, Robert Tesche hatte den Platz hinter ihm eingenommen und rechts war Oliver Kirch zu seinem ersten Startelf-Einsatz seit dem 14. März beim 1:0-Sieg in Karlsruhe gekommen. Bereits nach 13 Minuten und "aus dem Nichts" (Frontzeck), erzielten die Borussen vor 50.108 Zuschauern ihre Führung. Eine Abwehraktion von Andre Mijatovic ohne letzte Konsequenz, ein Querpass vor dem Bielefelder Strafraum und ein präziser Flachschuss Karim Matmours bedeuteten das Worst-Case-Szenario, das Frontzeck später beschreiben sollte.
Doch die Bielefelder hielten dem Druck stand, setzten mit Markus Bollmanns Kopfballversuch ein erstes Zeichen der Reaktion (20.). Einmal noch rettete Dennis Eilhoff vor Alexander Baumjohann (28.), ehe Frontzecks Mannen ihrem Trainer jene Szene boten, die die Gladbacher Fans verstummen ließ.
Thorben Marx startet von seiner Sechser-Position über die rechte Seite ein Solo, spitzelt den Ball mit dezenter Unterstützung Patrick Paauwes steil auf Robert Tesche. Und der 21-Jährige bleibt kühl bis ans Herz und schiebt den Ball Gladbachs Torhüter Logan Bailly aus halbrechter Position durch die Beine (32.). "Das war Thorbens Vorarbeit, ganz klar", verteilte Tesche den Scorer-Punkt. Nach einigen vergebenen Chancen gegen Wolfsburg und den FC Bayern hatte er sein erstes Saisontor ein gefahren. "Das freut mich natürlich sehr, vor allem, weil das Tor uns einen Punkt gebracht hat", so Tesche, der anfügte: "Verlieren hätten wir hier nicht dürfen."
Angst bei der Kellerparty
Eben jene Angst, die Kellerparty mit einer Niederlage zu beenden, lähmte das Offensivspiel beider Kontrahenten nach dem Seitenwechsel. Die Gladbacher beschlossen erst in den letzten zehn Minuten, mit Macht etwas am Unentschieden zu ändern. Doch da waren die Arminen längst in der komfortablen Situation, sich auf die Defensive beschränken zu können. Bielefelds Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch hatte schnell den richtigen Schluss aus dem 1:1 parat: "Dann gewinnen wir halt gegen Stuttgart. Versprochen!"
Borussia Mönchengladbach - Arminia Bielefeld 1:1 (1:1)
Mönchengladbach: Bailly
- Stalteri, Brouwers, Dante, Daems - Galasek, Paauwe (53. Lamidi) -
Marin, Bradley (69. Neuville), Baumjohann - Matmour (77. Colautti).
Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Bollmann, Schuler - Kauf (75. Kucera), Marx - Kirch, Tesche (90. Janjic), Munteanu (75.
Halfar) - Katongo.
Tore: 1:0 Matmour (12.), 1:1 Tesche (32.)
Zuschauer: 50.108
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Gelbe Karten: Baumjohann (5), Stalteri (2) - Kauf (5/2), Lamey (5), Marx (5/2), Halfar (4)
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