Trainer Frontzeck setzt direkt nach der Rückkehr aus Mönchengladbach noch ein Flutlicht-Training an
Bielefeld. Ein um Mitternacht anberaumtes Training erweckt reflexartig den Verdacht einer Strafexpedition. Die Einheit, zu der Arminen-Trainer Michael Frontzeck seine Spieler nach der Heimkehr vom 1:1 bei Borussia Mönchengladbach gegen 22.45 Uhr auf dem Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann-Straße unter Flutlicht bat, hatte aber nichts mit Nachsitzen zu tun.
"Durch das Sonntag-Spiel fehlt uns ja ein Tag der normalen Vorbereitung auf die Partie gegen Stuttgart am Samstag. Und da das Spiel gegen Gladbach sehr intensiv war, wollte ich der Mannschaft ihren freien Montag ermöglichen. Deshalb haben wir das Auslaufen der eingesetzten Spieler und ein Training für die anderen noch abends erledigt ", erklärte Frontzeck.
Besonders psychisch sei die Belastung gegen Gladbach hoch gewesen, noch einmal mehr nach dem 0:1-Rückstand. Frontzeck: "Da ist wichtig, einen ganzen Tag abschalten zu können. Damit hatten wir einen glatten Abschluss des Gladbach-Spiels und nehmen nun am Dienstag unseren Rhythmus wieder auf."
Kaum drin im Rhythmus und fast schon wieder draußen war Radim Kucera. In der 76. Minute war er für den Rot-gefährdeten Rüdiger Kauf gekommen (Frontzeck: "Rübe durfte nicht mal mehr ’piep’ sagen"), drei Minuten später lag Kucera schon mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Zwei kleine Risswunden Oberhalb des Knies hatte der Tscheche schließlich aus seinem Zweikampf davongetragen, was ihm später den nächtlichen Lauf ersparen sollte, seinen Einsatz in Stuttgart aber nicht gefährden wird.
Kucera als Lamey-Ersatz
Das dürfte sehr wichtig sein, da Rechtsverteidiger Michael Lamey am Sonntag seine fünfte Gelbe Karte sah und deshalb am Samstag fehlen wird. "Da ist Radim schon eine Option", meinte Frontzeck. Der vielseitige 35-jährige Defensivmann Kucera könnte außerdem in der Innenverteidigung auflaufen und Markus Bollmann auf die rechte Seite rücken.
Mit derlei Überlegungen wird sich Frontzeck ab heute beschäftigen. Um 15.30 Uhr wird trainiert, über die Beteiligung von Artur Wichniarek kurzfristig entschieden. Möglich ist, dass der Torjäger noch einmal nach München zu Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt fliegt, um seine vom Rücken ausstrahlende Wirbelblockade behandeln zu lassen. Definitiv wird sich Jonas Kamper in den Flieger setzen. Er fliegt heute noch einmal wegen seiner maladen Leiste zum Nationalmannschaftsarzt. "Ich rechne gegen Stuttgart jetzt erst einmal noch nicht mit Jonas, aber wahrscheinlich kann er uns danach in Leverkusen wieder helfen", so Frontzeck.
Das Restprogramm seines Teams hat er im Kopf, die Aufgaben der Konkurrenten interessieren ihn kaum. "Wir müssen unsere Punkte holen und nicht wegen des Cottbuser Sieges über Wolfsburg in tiefe Depressionen fallen. Ich gehe nicht davon aus, dass uns in der Schlussphase geholfen wird." Also: Selbst ist der Armine. Auch wenn mit Stuttgart die Mannschaft der Stunde kommt. Das war Wolfsburg bis Sonntag schließlich auch.
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