Bielefeld. Eberhard David ist stinksauer. Die während des Arminen-Stammtischs von Radio Bielefeld geäußerte Kritik von DSC-Geschäftsführer Roland Kentsch, die Stadt solle sich hinterfragen, ob sie ihren wichtigsten Werbeträger angemessen unterstütze, lässt Bielefelds Oberbürgermeister nicht in Ruhe.
"Ich möchte mich nicht auf das Niveau begeben, wenn Herr Kentsch jetzt automatisch wieder Schuldige sucht", sagte David. Er erkenne die Leistung Kentschs und die des Vereins an, für geordnete Finanzen gesorgt zu haben. Den Vorwurf, die Stadt unterstütze Arminia zu wenig, lässt er allerdings nicht auf Rat und Verwaltung sitzen: "Die Stadt hat Arminia in den vergangenen 20 bis 30 Jahren immer geholfen, wenn der Verein in Not war. Ohne sie gäbe es Arminia gar nicht mehr."
Kentsch betont immer wieder gern, dass Arminia gegenüber der Ligakonkurrenz im Nachteil sei, weil andere Städte den Stadionbau ihrer Klubs unterstützten und Bielefeld das nicht getan habe. Darauf sagt David: "Diese Behauptung von Kentsch lässt sich durch nichts belegen. Wenn ich meine Kollegen in NRW gefragt habe, was sie zum Stadionbau dazugegeben, bekomme ich immer die Auskunft: nichts."
Förderungen in Millionenhöhe
Dass DSC-Geschäftsführer Roland Kentsch die Stadt für die geringen finanziellen Möglichkeiten des Klubs verantwortlich macht, ärgert David sehr. Allein Daten- und Steuergeheimnisse hindern ihn daran, Zahlen öffentlich zu machen, die belegen, dass die Stadt Arminia durch "indirekte Förderungen in Millionenhöhe" über viele Jahre unter die Arme gegriffen habe. Dabei geht es um Bürgschaften und Stundung fälliger Beträge.
David wirbt bei Arminia dafür, "dass man nicht wieder nach einem Schuldigen sucht und die Fans nicht ablenkt von Fehlern des Vereins und sie auf die Stadt zuschiebt". Denn das sei die Taktik dabei, sagt der Oberbürgermeister. Er werde sich präparieren und – soweit es der Datenschutz zulasse – versuchen, Zahlen offenzulegen, die die Unterstützung der Stadt belegen. "Mein Herz hängt nach wie vor an Arminia. Ich bin traurig, dass wir abgestiegen sind", sagt Bielefelds Oberbürgermeister und verspricht, die Stadt werde Arminia auch in Zukunft nicht im Stich lassen.
David hofft, "dass mit einem geordnetem Neubeginn im sportlichen und auch administrativen Bereich der Aufstieg gelingen kann". Darüber hinaus wünscht sich Bielefelds Oberbürgermeister mehr Selbstreflektion innerhalb des Vorstands. "Es lohnt sich nicht, nur zu sagen, wir haben Fehler gemacht. Dann muss man sich auch zu Fehlern bekennen und muss bereit sein, Fehler auszumerzen und versuchen Verantwortlichkeiten zu finden", sagte David.
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