Bielefeld (tzi). Das Image des Erstliga-Absteigers Arminia Bielefeld droht ins Bodenlose durchzufallen. Fans und Sponsoren haben in beinahe zahllosen Reaktionen auf die gestrige Berichterstattung dieser Zeitung ihr Leid geklagt – und den Hauptschuldigen für die Misere ausgemacht. Es ist Roland Kentsch, der Finanz-Geschäftsführer Arminias, der am Montag die Bielefelder Stadtspitze brüskierte und gegen den am Mittwoch vom Berater Rüdiger Kaufs sowie Ex-DSC-Kapitän Mathias Hain schwere Vorwürfe erhoben wurden. Seit gestern Mittag gibt es im Internet eine stark frequentierte Petition, die die sofortige Beurlaubung Kentschs fordert.
Hans-Hermann Schwick, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Arminen, gehen die jüngsten Vorgänge sehr nahe. "Ich bin schockiert", sagte er, "die Meldungen sind sehr kontraproduktiv. Wir brauchen Konzepte und Visionen, sonst nichts, denn wir wollen ja schnellstmöglich wieder aufsteigen." Die "Meldungen" überprüfte er gestern noch nicht auf ihren Wahrheitsgehalt, das lag auch an einer Zahn-OP, die er über sich ergehen lassen musste. Grundsätzlich wolle er "keine Selbstzerfleischung durch öffentliche Kommentare betreiben". Stattdessen sei Freitag "der erste Tag für die internen Gespräche".
In der nächsten Woche werde in Aufsichts- und Verwaltungsrat über die aktuelle Entwicklung sowie eventuell erforderliche Konsequenzen beraten, verriet Schwick. "Das Wichtigste ist das Image des Vereins, der Fan will sich identifizieren können und die Sponsoren natürlich auch." Sollten die Gremien übereinkommen, Kentsch beschädige das Image des Klubs nachhaltig, dürften dessen Tage bei Arminia trotz eines Vertrages bis 2012 gezählt sein. Was Schwick über Kentschs Attacke gegen die Stadt zu Ohren gekommen ist, regte ihn jedenfalls so auf, dass er klarstellte: "Von 365 Tagen im Jahr war das sicher der verkehrteste. Angriffe sind hier völlig fehl am Platze."