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04.06.2009
Das Spiel hinter den Kulissen
Kentsch erhält Unterstützung von Grajewskis Schützling Wichniarek
VON PETER BURKAMP

Männerfreundschaft | FOTO: W. RUDOLF

Bielefeld. Die Zahl der Fürsprecher von Arminias Geschäftsführer Roland Kentsch geht gegen Null. Nicht einmal die Partner aus Vorstand und Aufsichtsrat springen ihm in den Tagen harscher Kritik bei. Das konnte Artur Wichniarek nicht länger mitansehen. Er meldete sich in der Bild zu Wort und drohte: "Wenn man Kentsch entlässt, bin ich auch weg."

Ob der Anruf des Torjägers bei dem Boulevardblatt aus eigenem Antrieb geschah, möglicherweise Wichniareks Berater Andreas Grajewski dahinter steckt oder gar eine dritte Person, sei dahingestellt. Die Verbindung des polnischen Duos mit Roland Kentsch ist nur zu offensichtlich. Kentsch war die treibende Kraft bei Wichniareks Rückholaktion im Winter 2005/06. Seither hat er den Stürmer, der unter Trainer Thomas von Heesen zu Beginn der Saison 2006/07 scharf kritisiert worden war, immer protegiert.

Andreas Grajewski ist ein Meister des Spiels hinter den Kulissen und lässt gern mal gezielt Bemerkungen hinsichtlich der Qualitäten von Spielern oder leitender Angestellter Arminias fallen. Kentsch trifft es dabei nie. Das verwundert nicht, bespricht Grajewski doch Wichniareks Angelegenheiten am liebsten direkt mit Kentsch. So auch im Sommer 2007.

Eines Abends erschien Grajewski im Trainingslager am Walchsee und erzählte in lockerer Runde, dass die Vertragsverlängerung mit seinem Schützling perfekt sei und in Kürze verkündet werde. Als jedoch der damalige Sport-Geschäftsführer Reinhard Saftig davon Wind bekam, drohte der Deal zu platzen. "Ich lese in der Zeitung Ergebnisse von Gesprächen, die noch gar nicht stattgefunden haben", sagte Saftig damals und kündigte an, in Walchsee gar nicht mehr mit Grajewski sprechen zu wollen.

Vertragsverlängerung mit zweimonatiger Verspätung

Saftig fühlte sich in seinem ureigensten Betätigungsfeld von Kentsch und Grajewski übergangen. War das wieder so ein Moment, der "nach Abwägung im Einzelfall eine Stellungnahme erforderlich macht", wie Roland Kentsch seine regelmäßigen Einmischungen in den sportlichen Bereich so galant in dieser Zeitung umschrieb? In einem anderen Interview behauptete Arminias Finanzfachmann jüngst, er habe sich "nicht ein einziges Mal in irgendeine Spielerauswahl eingemischt". Wie dem auch sei – Arminias Torjäger bekam seine Vertragsverlängerung mit zweimonatiger Verspätung dann doch noch. Und mittlerweile hat Arminias bester Akteur der Hinrunde sogar ein weiteres Mal seinen Kontrakt verlängert.

So einfach weg, wie er gedroht hat, kann er mithin gar nicht. Nach seinen forschen Worten wird sich Wichniarek verantworten müssen. Denn er hat in der Bild auch die sportliche Leitung verbal angegriffen. Kentsch habe mit dem Abstieg am wenigsten zu tun. "Für die Spielersuche und Neuverpflichtungen sind andere zuständig", wird Wichniarek zitiert. "Wir werden das nicht unter den Tisch kehren, aber ich werde Artur deswegen nicht aus dem Urlaub zurückholen", sagte der von Wichniarek kritisierte Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier.


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Kommentare
Naja Kentsch muss weg. Der mischt sich zu sehr in sachen ein die ihm nichts angehen. Wenn Arthur meint er müßte dann auch gehen sollte er doch bitte mit gehen.Die Leistung die er in der Rückrunde gezeigt hat mit fallen lassen und permanenten Abseits macht ihn nicht für andere Vereine interessant.Er sollte somit aufpassen was er von sich gibt denn sonst steht er ohne Verein da oder spiel in der nächsten Spielzeit dritte Liga! Es wäre zwar für Arminia ein verlust aber der Verein sollte sich nicht von Spielern erpressen lassen. Lieber Kentsch und Arthur weg als Kentsch noch auf seinen Posten.

"Die Schergen von Kentsch"... Ein Western mit extrem hohem Unterhaltungswert! Es ist schon unglaublich, was dieser Mann für ein Regime aufgebaut hat... . Hoffentlich bricht es nun alsbald unter dem Druck der Opposition zusammen!

@Tom: Danke für Ihre Stellungnahme. Meine Mitgliedschaft sollte auch abhängig sein von den personellen Ergebnissen der JHV. Egal, ob ich nun sofort eintreten würde, stimmberechtigt bin ich lt. Satzung nicht. Ich darf auch darauf hinweisen, dass es durchaus interessant sein kann, sich die Satzung einmal durchzulesen, wer mit wem was am Hut hat. Auch das Protokoll der letzten JHV hat es in sich, wie folgt: Herr Schwick -

Zitat: Der Vorstand habe sich bei der Verlängerung des Vertrages von Ernst Middendorp vom Gedanken leiten lassen, dass mittelfristig gearbeitet werden müsse, da den
Geschäftsführern andernfalls der Weggang der Herren von Heesen, Rapolder und
Middendorp argumentativ angelastet worden wäre, obwohl nach erfolgreicher Arbeit Trainer
wie Spieler oftmals aus rein finanziellen und sportlichen Gründen neue Wege suchten.
Zitat Ende.

Was mir bei der Lektüre auch aufgefallen ist, ist die Rolle der Arminia Management GmbH in Linie mit der KGaA. Ich mach mir mal hierzu meine Gedanken.
Im übrigen wird berichtet, dass bei der JHV von BMG 2000 Mitglieder heute anwesend waren, das in einer Kleinstadt. Sollte doch ein Ansporn sein, dies zu toppen und die notwendigen Entscheidungen zum Wohle des Vereins und seiner Mitglieder und Unterstützer durchzusetzen.

@distro:
netter Spruch - und triffts auch noch...
Realistisch ist Wichniarek doch eh weg - das er jetzt seine Zukunft mit der von Kentsch verknüpft - damit will er sich doch nur selber Arbumente für seinen Abgang schaffen. Das nährt aber die Hoffnung dass Kentsch auch geht.....(oder - leider teuer - gegangen wird).
Dieses ganze Gehabe (König Artur usw. ) ist doch sowieso nur Personenkult. Passende Ablöse und weg - soll die Sonne Griechelands genissen. Vielleicht passt Sonnenkönig Kentsch da auch noch hin.....

So hätte man es machen müssen:
"Eng, steil und laut, der Fan steht im Mittelpunkt." [und 'Romantisches Wohnen' muss leider aussen vor bleiben ...]

Gestern gelesen bei FAZ online:
"Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 hat das Geheimnis um das Aussehen der geplanten Coface-Arena gelüftet. Ab der Rückrunde der Spielzeit 2010/2011 sollen die Heimspiele der Rheinhessen in dem 33.500 Zuschauer fassenden Stadion ausgetragen werden, das dann das alte Bruchwegstadion ersetzt. Die Baukosten für die Arena belaufen sich auf 40 Millionen Euro, weitere 20 Millionen werden für Infrastrukturmaßnahmen am Standort im Stadtteil Bretzenheim aufgewendet. "Die Arena hat das Potenzial, ein modernes Wahrzeichen unserer Stadt zu werden", sagte Präsident Harald Strutz. Ein Stadion mit typisch britischem Charakter soll entstehen. "Nicht rund, nicht eckig. Eng, steil und laut, der Fan steht im Mittelpunkt. So ein Stadion gibt es nicht ein zweites Mal in Deutschland", sagte Manager Christian Heidel."

Solange Arminias Allein-Herrscher - warum ? wofür ?? - als klein-formatiger Hybrid von Dieter Bohlen (zuletzt gab es "Bodypainting" / kein professioneller Fussball-Sachverstand, aber allmächtige Entscheidungsfreiheit mit Folgen und Spätfolgen ...) und Gerhard Schröder (genau das hat der Arminia gerade noch gefehlt: ein Gremien-Taktiker mit Ambitionen als Reserve Zwanziger im dritten Glied ...) nicht restlos entsorgt ist, kann es keine neue Arminia mit Fokus auf Fussball und einem Könner auf der Trainerbank geben. Solange "Hybrid" solche Einlagen wie in Dortmund wiederholen darf, verhindert dies, dass sich strategische Fussball-Qualität endlich wieder entfalten kann, was für sich Zeit und Rückhalt braucht.

Nach Lage der Dinge kann bei Arminia nur ein Thomas von Heesen - TvH steht für aussergewöhnliche strategische Fussball-Qualität mit ostwestfälischen Ecken und Kanten ... - den Schalter wieder umlegen. Ein neuer erster Mann, der ein neues System Arminia um so ein Kraftwerk wie TvH herum kontrolliert und abstützt, würde sich um Arminia verdient machen. Möge der Aufsichtsrat darauf hinwirken, dass sich die Kräfte nun endlich verabschieden, die das nicht können und sogar aktiv verhindert haben.



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