Verdienter 3:0-Sieg beim MSV Duisburg / Trainer Gerstner verteilt ein Riesenkompliment
Duisburg. Mit der besten Saisonleistung hat Arminia Bielefeld den MSV Duisburg beinahe nach Belieben dominiert und das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Aufstiegsanwärtern beim 3:0 (1:0) auch statistisch korrekt wiedergegeben. "Die Mannschaft hat die Vorgaben von der ersten bis zur letzten Minute 1:1 umgesetzt. Ein Riesenkompliment dafür", meinte Trainer Thomas Gerstner – und wirkte dabei mehr analytisch denn euphorisch.
Er hatte das Spiel mit nur einer Veränderung gegenüber der Startelf vom 2:0-Sieg gegen Ahlen eröffnet. Für Michael Delura begann nach seinem 24-minütigen Comeback auf der rechten Außenbahn Oliver Kirch. Eine goldrichtige Entscheidung, für die sich Kirch beinahe schon in der neunten Minute bedankt hätte. Nach einem perfekten Abschlag von Torhüter Dennis Eilhoff auf Daniel Halfar kam der in zentraler Position frei zum Schuss, scheiterte jedoch am glänzend reagierenden MSV-Hüter Tom Starke. Den Nachschuss jagte Kirch noch über das Tor.
Nach 35 Minuten – die Arminen hatten das Spiel gegen die überraschend zurückhaltenden Gastgeber sicher im Griff – dann die verdiente Führung. Rüdiger Kauf schickte Kirch mit einem feinen Steilpass auf die Reise und diesmal hatte der genug Zeit und Kaltschnäuzigkeit, um Starke von halbrechter Position mit einem satten Schuss ins lange Eck zu überwinden.
Defensiv sichere Arminen
Um dem Spiel das erwartete Tempo zweier Aufstiegsaspiranten zu verleihen, fehlte der Duisburger Anteil. Die Arminen standen defensiv sicher und hatten nach vorne Zeit für den Spielaufbau. Bei der aussichtsreichsten Situation für den MSV blockte Stürmer Sandro Wagner den Flugkopfball seines Kollegen Sören Larsen unfreiwillig mit der Hacke (42.).
Um zu zeigen, dass sie durchaus nicht auf Ergebnisverwaltung aus waren, brauchten die Arminen nach dem Wiederanpfiff 65 Sekunden. Nach Kirchs Pass auf Pavel Fort und dessen klugem Rückpass verzog der nachgerückte Daniel Halfar nur um Zentimeter. Noch näher war Kirch am 2:0. Drei Arminen waren genug, um fünf Duisburger auszuspielen, doch der Ex-Bielefelder Bernd Korzynietz rettete nach Kirchs Schuss auf der Linie (53.). "Das war natürlich doppelt ärgerlich, weil es der Bernd war", meinte Kirch nach dem Spiel augenzwinkernd. Es war Korzynietz' beste Tat, ansonsten war der Rechtsverteidiger gegen Chris Katongo allzu oft überfordert. Da hatte Bielefeld mit dem Ex-Duisburger Michael Lamey die deutlich bessere Variante auf dieser Position zu bieten.
Dass das auch für den Spielmacher zutraf, belegte Giovanni Federico mit seinem Doppelschlag. Zunächst versenkte Arminias Dortmund-Import einen 30-Meter-Freistoß kurz und flach (65.), dann vollendete er Forts klugen Querpass leicht und locker zum entscheidenden 3:0 (69.). Damit war Federico mit seinen Saisontoren Nummer fünf und sechs am Duisburger Wagner vorbeigezogen und hatte sein Tagwerk vollbracht. Zwei Minuten später durfte er raus, für ihn kam Delura.
Die Duisburger Fans waren zu diesem Zeitpunkt schon zu höhnischen "Oh, wie ist das schön"-Gesängen umgeschwenkt. Die 1.000 mitgereisten DSC-Fans hatten an all dem ihre helle Freude. Zumal auch in der Schlussphase Bielefeld dem nächsten Tor immer näher war als die Duisburger dem Anschlusstreffer. Deren Trainer Peter Neururer meinte geknickt: "Wie sind mannschaftlich untergegangen und liegen am Boden.
MSV Duisburg - Arminia Bielefeld 0:3 (0:1)
MSV Duisburg: Starke - Korzynietz (73. Adler), Schlicke, Tiago, Veigneau (73. Andersen) - Ben-Hatira (60. Ede), Bodzek, Tararache - Tiffert - Wagner, Larsen
Arminia Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Bollmann, Feick - Kauf - Halfar, Kirch (80. Berisha), Federico (70. Delura), Katongo - Fort (82. Risgård)
Tore: 0:1 Kirch (35.), 0:2 Federico (66.), 0:3 Federico (69.)
Zuschauer: 14.057
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Gelbe Karten: Bodzek (3) / -
am Ende zählt doch nur wer das bessere Team hat.