Duisburg/Bielefeld. Das Gejohle in der Arminen-Kabine nach dem 3:0-Erfolg am Freitagabend in Duisburg ließ einiges erwarten. Doch die "Arminia&Friends-Party" vom 11. September im heimischen Stadtpalais fand keine Fortsetzung. "Es gab nach der Rückkehr eine kurze Ansprache, dass die Jungs sich nicht in der Stadt sehen lassen mögen", erklärte Trainer Thomas Gerstner. Schließlich sei nach einem "solchen Spiel" wie in Duisburg die Gefahr groß, sich feiern zu lassen.
Über die Stränge geschlagen waren die am Erfolg beteiligten 14 Arminen schon zuvor auf dem Spielfeld. Vom höchst konzentrierten Torhüter Dennis Eilhoff bis zum nimmermüden Zentrumsstürmer Pavel Fort, vom entfesselten Oliver Kirch bis zum wieselflinken Chris Katongo. Dazu glänzte Doppeltorschütze Giovanni Federico - und Rüdiger Kauf beim 1:0 gar als Meister des tödlichen Passes aus dem Hause Uwe Bein. Dessen, Kaufs, Zuspiel erlief Oliver Kirch, nahm den Ball erst mit der doch eher schmalen Brust mit und traf dann zur verdienten Führung. "Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Diesmal haben wir unser Potenzial ausgeschöpft. Und es war nicht so wie gegen Koblenz, als wir noch 2:3 verloren haben", befand Mannschaftskapitän Kauf, "diesmal waren wir von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz".
Und weil er dazugehörte und sich trotz einer leichten Erkältung 90 Minuten engagierte, durfte er am Sonntagmorgen um 10 Uhr - wie Federico, der 71 Minuten lang durchgehalten hatte - beim Termin "Pflege der Startelf-Spieler" aussetzen. Am Sonntagabend um 19 Uhr waren beide wieder dabei. Den etwas gewöhnungsbedürftigen Trainingstermin hatte Gerstner wegen des Pokalsspiels am Dienstag zu eben jener Zeit beim Viertligisten Eintracht Trier gesetzt. "Nach dem Spiel in Duisburg war schon vor dem Spiel in Trier, da können wir uns keine Nachlässigkeiten erlauben", so Gerstner. Und da nach dem Spiel vor dem Spiel ist und der Pokal seine eigenen Gesetze hat, wird Gerstner versuchen, seine Mannschaft auf vieles vorzubereiten. Zur Rechnung "guter Viertligist gegen guten Zweitligisten gleich klare Sache" meint der Trainer: "Das würde in einem Ligaspiel wohl so passieren. Aber das ist Pokal. Die Aufgabe ist sportlich lösbar - Aber!"
Wegen der hohen Taktung mit den Spielen Duisburg, Trier und am Samstag gegen den FC St. Pauli wird Gerstner gegen Trier den ein oder anderen Stammspieler schonen.
"Auf vier bis sechs Positionen werden wir umstellen. Die Kräfte, die bisher viel gespielt haben, sollen sich schonen, dafür müssen die anderen sich beweisen, wenn sie gegen St. Pauli spielen wollen", so Gerstner.
Schwer wird es dennoch für Kasper Risgaard, Besart Berisha, Markus Schuler und Kollegen. Denn Co-Trainer Frank Eulberg stellte nach dem Zusammenschnitt des Duisburg-Spiels nicht unerwartet fest: "So eine Analyse müssen wir eigentlich archivieren. Da habe ich schon sehr, sehr viel Gutes gesehen."
Die Planung sieht vor, die Ausgangssperre nach dem Spiel gegen St. Pauli aufzuheben.
Ist der Co-Trainer Frank Eulberg nun auch der neue Pressesprecher? Hoffentlich übernimmt er sich nicht- bei Arminia -