Paderborn. Arminia-Trainer Thomas Gerstner gab sich trotz des eindeutigen Sieges nach dem Schlusspfiff bescheiden. "Wir sind gut zurande gekommen. Danke an beide Mannschaften für das gute Spiel." Der siegreiche Coach lobte das aus seiner Sicht offensive Spiel beider Teams.
Einziger Wermutstropfen für die Arminen im OWL-Derby sei der Schulterbruch von Abwehrspieler Markus Bollmann, der ausgerechnet in der Partei gegen seine Ex-Kollegen schon in der ersten Hälfte ausfiel.
SCP-Coach Andre Schubert lobte die eigene Mannschaft trotz der Niederlage. "Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit alles versucht, leider aber versäumt, schneller umzuschalten und zielstrebig nach vorne zu spielen." Der Paderborner beglückwünschte die siegreichen Arminen und fand Erklärungen für deren Dominanz: "Sie waren einfach aktiver am Ball, vor allem bei Standardsituationen." Die Bielefelder seien nicht umsonst die Nummer 1 der Zweiten Bundesliga und auch am zehnten Spieltag die bessere Mannschaft gewesen.
"Der Druck vor dem Derby war groß"
Schubert: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben die Räume eng gehalten, direkte Pässe im Mittelfeld gespielt - leider fiel dann das erste Tor für Arminia." Gegen den Erstliga-Absteiger sei es dann natürlich noch schwerer gewesen, sich zu behaupten.
Die Gründe für die Niederlage sucht Schubert nicht nur bei der Mannschaft oder der Teamleitung. "Der Druck vor dem Derby war sehr groß. Das macht es natürlich nicht einfacher."
Arminia-Coach Gerstner war schon während des Spiel stets sehr ruhig, selbst nach dem 1:0 jubelte er nicht. Der Trainer blieb statt dessen ganz ruhig auf der Bank am Spielfeldrand sitzen. Selbstironisch kommentierte er im Interview: "Zum Lachen gehe ich immer in den Keller."
Arminia-Fans beschimpfen Frontzeck
Gerstner änderte seine Gemütslage noch im Spiel - und verbeugte sich nach dem Abpfiff auf dem Platz vor den rund 4.000 begeisterten Arminia-Anhängern. Die bedankten sich auf ihre Weise - indem sie den Vorgänger des Arminia-Trainers beschimpften: "Ohne Frontzeck wär'n wir gar nicht hier", hallten die Fangesänge von den Rängen der Energieteam-Arena.
Zu Federicos Siegtreffer zum 2:0 verriet Gerstner hinter den Tribünen noch ein Geheimnis: "Ich wollte Giovanni eigentlich schon ausgewechselt haben, weil ich ihn nach der Verletzungspause in der letzten Woche noch schonen wollte - aber zu dem Zeitpunkt war Kasper Risgard noch nicht einsatzbereit." Gut für Federico, denn so machte er mit seinem achten Saisontor den Sack zu.