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09.11.2009
Die Spaziergänger von Bornheim
Siegesserie endet mit einer furchtbar langweiligen Nullnummer beim FSV Frankfurt
VON RAINER KLUSMEYER

Was soll man da machen? | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Frankfurt. Die Partie erreichte ihren Höhepunkt in der 40. Minute: Dennis Eilhoff drosch den Ball in Bedrängnis über das Tribünendach. Ein wenig mehr Wucht im Spannstoß, dazu noch ein kräftiger Westwind - und es hätte zur Erwähnung im Verkehrsfunk reichen können: "Achtung, Autofahrer. Auf der A 661 zwischen den Ausfahrten Friedberger Landstraße und Frankfurt-Ost liegt ein Fußball auf der Fahrbahn." Zur Unterbrechung des Radioprogramms aufgrund eines sportlichen Vorkommnisses gab es keinen Anlass: Beim 0:0 zwischen FSV Frankfurt und Arminia Bielefeld passierte exakt so viel, wie es die Zahlen ahnen lassen.

Eine führende Frankfurter Tageszeitung muss es schon vorher geahnt haben. "Furchtbar langweilig" war der Aufmacher der samstäglichen Sportausgabe überschrieben. Es handelte sich allerdings um die Beschreibung des derzeit beim FC Bayern München unter Louis van Gaal dargebotenen Fußballs. In ihrer Sonntagszeitung hätte die FAZ die Zeile wiederholen können - für die Zweitligapartie am Bornheimer Hang, in der beide Mannschaften den vermeintlichen Leistungsunterschied zwischen Tabellenvorletztem (FSV) und -Erstem (DSC) auf niedrigstem Niveau anglichen.

"Wir hatten es nicht verdient, zu gewinnen", erklärte Kapitän Rüdiger Kauf nach dem Ende der bisher einmaligen Bielefelder Siegesserie von acht Dreiern hintereinander. Und Kauf, neben Andre Mijatovic und Arne Feick so etwas wie der in Weiß gekleidete schwarz-weiß-blaue Lichtblick im trübsten November-Grau, fügte berechtigt an: "Frankfurt allerdings auch nicht."

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Wie hätte auch eine Mannschaft nach unendlich lang erscheinenden 90 Minuten den (schlechten) Platz als Sieger verlassen sollen, wenn hüben wie drüben nur äußerst fantasievolle Menschen echte Torchancen entdecken konnten?! Vor Eilhoff, bis auf erwähnten Hochweitschuss abermals die Torhüter-Souveränität in Person, spielten sich ein paar kleinere Freistoß- und Rückpass-Turbulenzen ab. Auf der Gegenseite erlöste Giovanni Federico drei Minuten vor dem Abpfiff (!) beim ersten gefährlichen Bielefelder Strafraumauftritt FSV-Keeper Patric Klandt von dessen Zustand der Beschäftigungslosigkeit.

Die Hoffnungen von DSC-Cheftrainer Thomas Gerstner, dass eine stabile Defensive abermals auch einen Dreipunktegewinn garantiert, erfüllten sich nicht, weil die sowohl vor der Partie als auch in der Halbzeitpause geforderten Spielelemente (durch Laufarbeit Räume schaffen, mehr Engagement, gegenseitiges Helfen) durchgängig fehlten. In den zuletzt letztendlich 1:0 oder 2:0 erfolgreich beendeten Spielen hatten meistens Christopher Katongo oder Giovanni Federico als Torschützen vom Dienst den ein oder anderen spielerischen Leerlauf übertünchen können. Diesmal verdribbelte sich Katongo mangels Unterstützung regelmäßig im engmaschigen Frankfurter Abwehrnetz. Und schien es bei Federico eher so, als würde er ein 90-minütiges Bewerbungsvideo für die Hauptrolle in einem cineastischen Werk mit dem Titel "Der Spaziergänger von Bornheim" von sich drehen lassen - mit einigen Teamkollegen als Bewegungs-Double.

Nun ja, bei allem spielerischen Elend: "Solche Spiele gibt es immer wieder", tröstete sich Coach Gerstner. Verwies auf die erfreulichen Fakten - 28 Punkte aus zwölf Spielen, weiter Spitzenreiter - und trat die Heimreise an. Über die von verirrten Fußbällen freie A 661.

FSV Frankfurt - Arminia Bielefeld 0:0

 FSV Frankfurt: Klandt
- Hickl, Gledson (65. Simac), Husterer,Voigt - Mehic, Kujabi (88.
Bouhaddouz) - Ledesma, Orahovac - Taylor (75. Cenci), Cidimar

Arminia Bielefeld:
Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Kucera, Feick - Kauf - Kirch (78. Delura),
Halfar (65. Risgård), Federico, Janjic (78. Kamper) - Katongo

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Zuschauer: 4.134
Gelbe Karten: Ledesma (1) / Feick (2), Lamey (2)

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
@Nadine: Beim lesen Deines Kommentares, fällt einem echt die Fluppe aus dem Gesicht. Das kann jawohl nicht Dein Ernst sein? Erstens ist Depression eine anerkannte Krankheit, jedenfalls im medizinischen Sinne. Zweitens hat R. Enke Not gelitten und Zukunftsängste gehabt, weil das mit einer Depression einhergeht. Drittens verursacht (kann verursachen) solch eine Krankheit auch körperliche Schmerzen. Und zu Deiner Auffassung von Ursachen der Zugverspätungen kann ich nur sagen: "Herr, lass Hirn vom Himmel regnen. Bitte" *** @Armine: Du faselst was von Gleichgültigkeit, Oberflächlichkeit und meckerst (töricht) über die Medien? Dir scheint nicht aufzufallen, dass die Zahlen welche Du hier angibst, ebenfalls von den Medien stammen. Oder willst Du uns erzählen, Du währst in Hannover gewesen und hättest selber nachgezählt? Des weiteren stellt sich mir auch die Frage, wo das Problem ist, dass "nur" 35.000 anstatt der vermuteten 100.000 bei der Trauerfeier waren??? Was sagt das aus, außer das man sich verschätzt hat? Ok, auch egal ..nächste Frage, wieso nutzt Du dann selber das Medium Internet, wenn Dich die Medien so anwidern? Ferner wirfst Du (wem eigentlich?) Oberflächlichkeit vor. Aber schon der erste Satz in Deinem Beitrag entlarvt Dich als Mr. Oberflächig, in Person. Die Ursachen einer Depression derart trivial darzustellen zeugt nicht nur von fehlendem Sachverstand, nein es zeigt auch, dass Du Dich (und Nadine auch) offensichtlich nicht (Null) mit dem Thema auseinander gesetzt hast. Folglich "plauderst" Du hier nur vorgekautes Halbwissen weiter. Na ja, oberflächig eben...

@Nadine, wie du schreibst hat Enke kein Grund gehabt sich vor dem Zug zu schmeissen.
Zumindest lässt sich dein Kommentar so deuten das zum Verhalten von Enke kein kein wirklicher Grund da war.

Woher weisst Du das ??? Steht das irgendwo ???
1.) Die Depressionen hatte Enke wohl schon seit 2003, warum auch immer.
Jedoch glaube ich nicht das er sich nur wegen seiner Depressionen das Leben nimmt.
Der eigentliche Grund ( meine ich zumindest ), ist der Verlust seiner Tochter " Lara ".
Denn im Alter von 2 Jahren bereits 1 Jahr im Krankenhaus zu liegen und sich 3 OPs unterziehen lassen musste.
Ich denke mal das ist nicht wirklich eine Situation mit der ein Vater der eh schon an Depressionen leidet klar kommt.
Er ging sofort wieder zum Fussball mir der Hoffnung diesen Verlust so weg stecken zu können.
Aber das ging wohl schief.
Meine Meinung ist er hätte sich eine längere Auszeit nehmen müssen.
Vieleicht schaffen es Menschen so mit mit einem Verlust umgehen zu können wenn sie sofort wieder zur Tagesordnung rüber gehen.
Aber es gibt Menschen die es nicht verkraften.
Und auch meine Tochter ( 10 Jahre ) hätte fast ein Verlust vor knapp 3 Wochen gehabt.
Ihre Schulfreundin wurde hier in Werther vom Auto angefahren.
Sie lag mit schwersten Kopfverletzungen im Künstlichen Koma.
Eine andere Freundin liegt mit einer Gesichtslähmung im Krankenhaus ( der Grund ist ein Zeckenbiss ).
Ich würde z.B nicht wissen wie ich reagiere, wenn einer meiner Töchter etwas passieren wird.
Deswegen würde ich sagen das ich es als Vater anderes sehe als einige von euch.
Es ist eine gewisse Trauer vorhanden, weil Enke als Mensch ein Symphatieträger war.
Er hat eine Stiftung " Herzkranke Kinder ) gegründet.
Und das was sicher kein gespieltes Mitleid von Enke, sich für diese Kinder einzusetzen.
Er hat sich immer um den Nachwuchs gekümmert, er war immer für die Kinder da die was von ihn wollten.
Und das ist mit dem Verlust seines eigenen Kindes sicher nicht leicht gewesen.
Und gerade nach dem was ich jetzt über Enke höre, lese und sehe, so bin ich " gerade selbst als Vater " darüber geschockt und enttäuscht.
Und wenn ich mir dann noch die Zwischenfälle meiner Tochter überlege, so komme ich zu den Entschluss das es wichtigeres gibt als sich permanent mit Leuten auseinander setzen zu müssen, die Kommentare schreiben ohne einen wirklichen Grund daraus lesen zu können, warum diese so schreiben.
Und ich bin auch zu dem Entschluss gekommen das es wichtigeres gibt als immer nur über Arminia zu streiten, schreiben, lesen oder auch zu jedem Spiel der Arminia ( meinen Götter in Blau ) zu gehen.
Das wichtigste sind meine Kinder, vorallem wenn man jetzt weiss wie schnell ein so junges Leben vorbei sein kann.
Sorry, aber das musste mal geschrieben werden.
Denn alle die negativ über Enkes Tod schreiben, die haben irgendwelche Statements wie " Trauer weil er bekannt " oder " Trauer weil er in der Öffentlichkeit stand " oder der Hammer " Trauer weil er Millionär war ".
Werft Ihr mir jetzt gespielte Trauer und Heuchelei vor ???

Diese öffentliche Heuchelei um den Selbstmord von Robert Enke ist beispiellos.
Hatte R.E. Not zu leiden? Hatte R.E. Zukunftsängste? War R.E. körperlich schwer krank? NEIN, er hatte Depressionen wie hunderttausende oder millionen andere Menschen auch. Fast täglich schmeißen sich irgtendwo in der Republik Menschen vor die Züge deshalb kommt es auch zu den anhäufenden Verspätungen im Zugverkehr. Und haben diese Namenlosen eine Lobby in den Medien wie R.E. sie besaß? R.E. hat seinen Freitod selber gewählt das mag traurig sein aber er ist deshalb noch lange kein Held gewesen, weil er diesen Weg wählte. War er zu schwach für das Leben und seine Umgebung nicht so in Ordnung wie sie uns jetzt verkauft wird? Was trieb R.E. zu seinem Entschluss darüber wurde und wird nicht geredet und alles geht seinen Weg weiter und das ist getrauerte Heuchelei. Sie dient weder Robert Enke noch allen anderen Leuten die unter Depressionen leiden. Es ist und bleibt keine anerkannte Krankheit in dieser Gesellschaft und die Frage die im Raum steht ist nach wie vor warum nicht?

Die Lüge und die Gleichgültigkeit der Menschen erzeugen Depressionen bei einigen Menschen. Die Medien steuern ihren Teil dazu bei. Lattenkracher hat das richtig erkannt wie einige andere hier auch.
Beispiel dazu, noch gestern stand in den Medien es werden über 100 000 an der Trauerfeier teilnehmen und draußen rund um das Stadion würden Großbildschirme aufgestellt. Es waren aber nur 45 000 Menschen heute bei der Trauerfeier. Alle im Stadion und fast keiner mehr darußen vor dem Stadion. Die Medien hatten sich also um über 50% getäuscht in ihrer Schlagzeile von gestern. Diese Beispiele gibt es Tag täglich, nur gleichgültigen Menschen fällt sowas nicht mehr auf aber die selben Gleichgültigen reagieren dann meistens auf Medienkampagnen und machen auf fröhlich, betrübt oder traurig, ganz wie es verlangt wird. Und das ist nicht anders zu nennen als verlogen und oberflächig. Um das geht es und um nichts anderes.

@Arminia DSC: Moin, vielleicht kann uns "Lattenkracher" ja mal erörtern, wie man R. Enke hätte helfen können? Vielleicht weiß er mehr, als Seine Wittwe, sein behandelnder Arzt oder sein Vater??? Des weiteren kann man sicherlich über die Intensität und Qualität der medialen Berichterstattung streiten.. Aber letztendlich ist und bleibt es Aufgabe der Medien, zu berichten..



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