Bei Arminias 0:1-Niederlage in Kaiserslautern mangelt es erneut an der Chancenverwertung
Kaiserslautern. Wegen einer nur kämpferisch ansprechenden, spielerisch aber zu uninspirierten Vorstellung unterlag Arminia Bielefeld im Spitzenspiel der Zweiten Liga dem Primus 1. FC Kaiserslautern mit 0:1 (0:0) und bleibt Dritter. Der erhoffte Befreiungsschlag der Bielefelder blieb weitgehend aus, der Rückstand auf die Spitze beträgt fünf Punkte.
Die "geheime" Aufstellung, die sich im Vorfeld und im Training angedeutet hatte, hatte Gerstner dann auch ins Spitzenspiel geschickt. Daniel Halfar wich auf die linke Mittelfeldseite aus, halblinks und etwas defensiver eskortiert vom Dänen Kasper Risgaard, daneben Giovanni Federico und rechts Chris Katongo.
Doch der von Gerstner provozierte - vor allem aber erhoffte - Ruck gefror mit dem Anpfiff in der eisig kalten "Hölle Betzenberg". Wie ein Überfallkommando fielen die Roten Teufel über die Arminen her und erkämpften, erliefen und erspielten sich bis zur sechsten Minute drei Chancen, dass es einem angst und bange um die Blauen werden musste. Zweimal Michael Lamey und einmal Torhüter Dennis Eilhoff mussten als Feuerwehrmänner die Brände im Arminen-Strafraum löschen. Gerstner schickte früh das Reserve-Trio Nils Fischer, Besart Berisha und Michael Delura hinter Eilhoffs Tor, um seiner erwählten Elf zu zeigen: So nicht! Die Botschaft kam an.
Gerstner haderte mit der Chancenverwertung
Ab der 25. Minute änderten sich die Verhältnisse. Die Arminen hatten sich befreit. Michael Lameys Flankenlauf endete noch im Nichts (27.), Kasper Risgaard gab den ersten Schuss aufs FCK-Tor ab (29.). Daniel Halfars Linksschuss war ein wenig zu schwach, in der 36. Minute hätte Risgaard seine Nominierung mit dem 1:0 rechtfertigen können, doch sein Kopfball nach Halfar-Freistoß landete bei Lauterns Schlussmann Tobias Sippel (36.). Gerstner haderte mit der Chancenverwertung: "Im Moment sind wir nicht in der Lage, aus den Chancen auch Tore zu machen." Abwehrchef Andre Mijatovic sah es aus der Distanz genauso: "Uns fehlen derzeit einfach die Tore - und das ist eine schwarze Serie."
Arminia Bielefeld hatte zwar gegen Ende der ersten Hälfte Oberwasser gehabt, Kaiserslautern interessierte dies jedoch herzlich wenig: Als Ivo Ilicevic frei vor Eilhoff auftauchte, musste der Arminen-Hüter mit einem Blitzreflex den Fehlstart in die zweite Hälfte verhindern (47.). Wie im ersten Abschnitt versuchten es die Arminen zunächst nur mit langen Bällen, was bei Pavel Fort als einziger Spitze wenig erfolgversprechend war. Doch immerhin dauerte es nur 15 Minuten, bis die Gäste diesmal im Spiel waren. Der bis dahin enttäuschende Giovanni Federico war bei seinem Schuss aus 15 Metern seinem zehnten Saisontor nahe, doch Sippel hielt in der 60. Minute spektakulär.
In der 72. Minute dann der K. o. Für Bielefeld. Ilicevics Flanke passt maßgenau auf den Kopf von Sidney Sam, der vor Lamey am Ball ist und Eilhoff keine Chance lässt. Die Lauterer hatten über Kampf zurückgefunden in ihr Spiel und ließen sich nun von den 35.042 Zuschauern tragen. DSC-Kapitän Rüdiger Kauf aber ist überzeugt: "Diese Niederlage wirft uns nicht um."
1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 1:0 (0:0)
Kaiserslautern: Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Bugera - Ilicevic (90. Pavlovic), Bilek, Mandjeck (86. Schulz), Sam - Jendrisek, Nemec.
Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Kucera, Risgard - Kauf (88. Janjic) - Federico, Halfar (81. Guela), Feick - Fort, Katongo.
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tor: 1:0 Sam (73.)
Zuschauer: 35.042
Gelbe Karten: Nemec (4), Bilek - Lamey (4)