Nach der 2:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf gerät so langsam Platz drei in Gefahr
Düsseldorf. Erst komplett versagt, dann bravourös aufgeholt und am Schluss um einen verdienten Punkt betrogen. Spieler, Funktionäre und Fans von Arminia Bielefeld mussten beim 2:3 in Düsseldorf durch ein Wechselbad der Gefühle gehen, an dessen Ende stand purer Frust. "Wenn du nach diesem Spielverlauf ganz mit leeren Händen dastehst, ist das schon sehr, sehr bitter", bilanzierte Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier.
"Ich will die Niederlage nicht durch die Leistung der Unparteiischen entschuldigen, aber während wir uns nach der Pause gesteigert haben, ist das einigen anderen Herren nicht gelungen", sagte Thomas Gerstner. Als "Krönung" einer schlechten Schiedsrichterleistung bezeichnete der
DSC Arminia-Coach die Elfmeterentscheidung. "Erstens war es davor kein Freistoß, zweitens gab es eine klare Tätlichkeit gegen Mijatovic, drittens war es kein Elfmeter." Als einziger Trost blieb dem enttäuschten Trainer, dass seiner Mannschaft nach einer "unterirdischen" (Gerstner) ersten Halbzeit eine Steigerung um fast hundert Prozent gelungen war.
Dass die Bielefelder noch vor wenigen Wochen unangefochten Tabellenführer der 2. Liga waren - davon war vor der Pause rein gar nichts mehr zu spüren. Die Düsseldorfer waren spritziger, giftiger in den Zweikämpfen und zelebrierten ihr Konterspiel. Die beiden Spitzen Harnik und Jovanovic lauerten in vorderster Linie auf Anspiele. Schnell und sauber kombinierten die Düsseldorfer, sobald sie den Ball nach einem Fehler der Arminen erobert hatten. Und davon gab es reichlich. Sogar auf hinterster Linie.
Bis zur Pause gelang nichts
In der 14. Minute hatten die Arminen noch Glück: Eilhoffs Befreiungsschlag verwandelte sich in eine Kerze, die vor den Füßen von Jovanovic landete. Arne Feick sei Dank - er schlug den Ball von der Linie. Wenig später durften die Düsseldorfer das erste Mal jubeln. Nach einem Freistoß von Weber begleitete Kasper Risgaard Martin Harnik mit höflichem Abstand bis in den Strafraum, wo der Ex-Bremer per Kopf die Führung erzielte.
Besser konnte es für die Gastgeber nicht laufen. Sie ließen die Bielefelder nun kommen und demonstrierten, wie man schnell von Abwehr auf Angriff umschaltet. Nach einigen Fehlversuchen rappelte es in der 22. Minute wieder im Arminen-Tor. Ranislav Jovanovic düpierte die Arminen auf dem linken Flügel und schoss zum 2:0 (22.) ein. Ein Schock für die Bielefelder und ihren über 2.000 Fans starken Anhang. Bis zur Pause gelang dem DSC nichts mehr. Erst in der 35. Minute war der erste Torschuss durch Michael, Lamey, der wenig später die fünfte Gelbe Karte sah, zu verzeichnen.
Nach einer Standpauke in der Pause sahen die 30.300 Zuschauer eine ganz andere Arminia. "Plötzlich haben sie gespielt wie eine Spitzenmannschaft", sagte Fortuna-Verteidiger Jens Langeneke. Zum perfekten Zeitpunkt gelang Pavel Fort der Anschlusstreffer (49.). Danach dominierte nur Arminia. "Das war eine der besten Halbzeiten, die wir bisher gespielt haben", meinte Rüdiger Kauf nach dem Spiel. Dem 1:2 folgte rasch das 2:2 durch Kasper Risgaard nach schöner Vorlage von Giovanni Federico. Und die Gäste drückten weiter. Die Entscheidung fällte dann aber kein Spieler, sondern Schiedsrichter Georg Schalk aus Augsburg mit seiner Strafstoßentscheidung.
Insbesondere Gerstner war hinterher kaum zu beruhigen. "Das Schiedsrichtergespann hätte es komplett verdient, nie wieder ein Spiel auf deutschem Boden zu pfeifen", sagte der Arminia-Trainer und konnte seinen Zorn überhaupt nicht zügeln. "Alle haben alles getan, um den Zuschauern ein richtig gutes Spiel zu bieten. Leider gehörten die Personen, die keine roten oder blauen Trikots trugen, nicht dazu."
Fortuna Düsseldorf - Arminia Bielefeld 3:2 (2:0)
Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Yuki, Langeneke, van den Bergh - Costa - Zoundi (86. Hergesell), Fink (82. Caillas) - Lambertz - Jovanovic, Harnik (83. Sieger).
Bielefeld: Eilhoff - Lamey (86. Berisha), Mijatovic, Kucera, Risgard - Kauf - Guela, Federico (72. Halfar), Feick - Fort, Katongo (46. Janjic). -
Tore: 1:0 Harnik (16.), 2:0 Jovanovic (22.), 2:1 Fort (49.), 2: 2 Risgard (62.), 3:2 Langeneke (80., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg)
Gelbe Karten: Costa (5) - Guela, Lamey (5), Mijatovic (2), Fort, Kauf (2)
Zuschauer: 30.300