Rostock. Nach Oliver Kirchs Treffer in der 79. Minute schien der DSC Arminia auf dem Weg zu einem verdienten, wenngleich wenig glanzvoll herausgespielten Sieg beim FC Hansa Rostock. Doch Oliver Schröder glich weit in der Nachspielzeit zum 1:1 (0:0) aus - und die Bielefelder hatten den erhofften Sprung zurück auf Relegationsrang drei der Zweiten Liga verpasst.
"Wie oft fallen Tore in letzter Minute?", fragte der leidgeprüfte DSC-Kapitän Rüdiger Kauf rhetorisch: "So etwas darf uns nicht passieren - aber es passiert leider." Konzentrierter hätte die Mannschaft sich in der letzten Minute präsentieren müssen, meinte Kauf, oder - noch besser - eher ihre Chancen auf eine stabilere Führung nutzen sollen, denn: "Nach fünf Minuten hätten wir doch schon 2:0 vorn liegen müssen."
Neben der nicht gänzlich unerwarteten Nominierung von Oliver Kirch im rechten Mittelfeld hatte Trainer Thomas Gerstner auf der Position des Linksverteidigers eine dicke Überraschung aufgeboten. Für Arne Feick, bisher bei jedem Zweitliga-Spiel in dieser Saison von Beginn auf dem Platz, setzte Gerstner nicht etwa auf Markus Schuler, sondern auf den 35-jährigen Routinier Radim Kucera. Er bildete mit Daniel Halfar - statt Franck Manga Guela - die linke Achse der Arminen.
Die Chancen blieben ungenutzt
Die präsentierten sich von Beginn an hellwach. Nach nicht einmal 15 Sekunden segelte die erste Kirch-Flanke vor das Hansa-Tor, doch Pavel Fort verpasste ebenso knapp wie Kasper Risgaard. Hansa war zu Beginn praktisch nicht auf dem Platz und ließ sich von den Bielefeldern in der eigenen Hälfte einschnüren. Spätestens als Fort frei vor Torhüter Alexander Walke auftauchte, hätte die Arminia ein zählbares Ausrufezeichen setzen können. Doch Fort verpasste ebenso wie Giovanni Federico beim abgeblockten Nachschuss (5.).
Die Arminen blieben bemüht, den verlorenen dritten Tabellenplatz noch vor der Pause anzuvisieren, ließen es in der Folgezeit jedoch - wie in vielen Partien zuvor - an der Präzision beim Passspiel in die Spitze vermissen. Dann musste ihnen in der 19. Minute sogar das Glück zur Seite stehen, als Mario Fillinger per ausgereiftem Hackentrick beinahe die Führung der Gastgeber besorgt hätte. Doch Schiedsrichter Wolfgang Stark erkannte zu Recht auf Abseits.
Mit einsetzendem Schnee raffte Bielefeld sich zum Ende der ersten Halbzeit erneut auf, demonstrierte auch durchaus technische Überlegenheit, ließ aber seine Chancen auch gegen phasenweise katastrophal verteidigende Rostocker ungenutzt.
Gerstner vertraute dennoch auch nach dem Wechsel zunächst weiter seiner Startelf, und die bot ihrem Trainer das gleiche Bild wie vorher: Ordentliches Arbeiten und Attackieren gegen den Ball, dann jedoch zu einfallslos, zu unpräzise, zu wenig wuchtig im vorderen Drittel. Der angekündigte Sturm auf Platz drei hatte weiterhin lange Zeit kaum mehr als Windstärke 4. Pavel Fort konnte sich als einzige Spitze mühen, wie er wollte, seine Vorderleute brachten den Ball ab der Mitte der zweiten Halbzeit kaum mehr in seinen Aktionskreis, so groß dieser auch wurde. Als sich der Tscheche in der 70. Minute selbst als Flankengeber versuchte, verpassten Kirch und Federico das mäßig genaue Anspiel.
Eine Nullnummer schien die logische Konsequenz der wenig mitreißenden Spielerei. Bis Oliver Kirch auf der halblinken Position auftauchte und den Ball unter dem sich werfenden Alexander Walke ins Netz schob. Hansa antwortete mit wütendem Anrennen - und wurde in letzter Sekunde belohnt.
Hansa Rostock - Arminia Bielefeld 1:1 (0:0)
Hansa Rostock:
Walke - Schöneberg, Bülow, Sebastian, Carnell - Pannewitz (81. Kern),
Schröder - Schlitte, Retov (46. Kroos), Fillinger - Schied (46.
Jänicke)
Arminia Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Bollmann, Kucera - Kauf - Kirch, Federico, Risgård (78. Delura), Halfar (88. Fischer) - Fort
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 7.500
Tore: 0:1 Kirch (79.), 1:1 Schröder (90.+3)
Gelbe Karten: Fillinger (2)