Bielefeld. In Bielefeld zeichnet sich ein in Deutschland bisher wohl einmaliges Geschäft zwischen einem Fußballverein und einem kommunalen Krankenhaus ab: Das städtische Klinikum vergibt an den DSC Arminia einen Kredit von 250.000 Euro.
Dafür verpflichtet sich der Zweitligist, alle Spieler über 17 Jahre zur Sporteingangsuntersuchung und alle verletzten Spieler zunächst in dem Krankenhaus vorzustellen. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl prüft die Rechtmäßigkeit des Vertrags.
Seitdem mit Alexander Rübbardt ein neuer Chefarzt die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie leitet, bemüht sich das Klinikum Bielefeld, im Sportbereich wieder mehr Patienten zu behandeln. Zusätzlich ist eine eigene Oberarztstelle für ein Zentrum für Sportverletzungen eingerichtet worden. "Natürlich haben die Armina-Spieler weiterhin freie Arztwahl", sagt Klinik-Geschäftsführer Johannes Kramer, "aber wir setzen auf zwei Effekte."
Erstens ist das Krankenhaus davon überzeugt, dass sich dort in Zukunft viele Spieler auf Dauer behandeln lassen. "Durch die Behandlung der Spieler erzielen wir einen Werbeeffekt, denn wir signalisieren dem gesamten Amateursport ein großes Vertrauen in die Kompetenz unserer Ärzte", erläuterte Kramer gestern die Übereinkunft mit Arminia, nachdem er am Tag zuvor nähere Auskünfte darüber verweigert hatte.
Stellungnahme von Stadt und Krankenhaus gefordert
Arminia Bielefeld bekommt als Gegenleistung den Kredit, den Kramer "aus dem Laufenden finanziert". Über dessen Laufzeit und den vereinbarten Zinssatz wollte sich der Geschäftsführer nicht äußern. Man kann aber davon ausgehen, dass er unterhalb des marktüblichen Zinses liegt.Die Frage, ob die finanzielle und rechtliche Situation der gemeinnützigen Klinikum Bielefeld GmbH einen solche Vorgehensweise erlaube, sei, so Kramer, ausführlich von Wirtschaftsprüfern "und zwar" so Kramer, "auch von externen" und Juristen geprüft worden". "Die waren alle der Meinung, die Kreditvergabe gehe in Ordnung, wenn eine entsprechende Gegenleistung da ist." Kramer betrachte die Kreditvergabe denn auch als "Investition, die sich innerhalb kürzester Zeit rechnen wird" und "in keiner Weise als eine Art Sponsoring des Vereins". Doch die Detmolder Regierungspräsidentin als Aufsichtsbehörde bat dennoch Stadt und Krankenhaus um eine Stellungnahme.
Über die Pläne der Geschäftsführung war der Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Werner (CDU) informiert, sein Stellvertreter Holm Sternbacher (SPD) dagegen nicht. Während Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) die Zusammenarbeit von Klinik und Arminia begrüßte, hagelte es gestern auch Kritik. So meinten die Grünen, dass das Engagement der Klinik wegen der Finanzlage im Gesundheitswesen und in den Krankenhäusern nicht zu vermitten sei.









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